Earl of Alice von Katrin Eckermann zu Tom Wachman
Earl of Alice auf dem Weg zur Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde 2024 in Lanaken. Foto: FEI/Caremans Earl of Alice stammt aus demselben Züchterstall wie Alice, dem von Ralf Mewes. Die Mutter Cinsablume v. Cinsey hat dieselbe Mutter wie Simone Blums Weltmeisterin. Aus der Anpaarung mit Starvererber Eldorado vd Zeshoek (Killer Queen, Elektric Blue P) ging 2018 Earl of Alice hervor und 2019 ein ebenfalls gekörter gleichnamiger Vollbruder. Nach ersten Turnierstarts unter Maximilian Schreiber übernahm Katrin Eckermann den Hengst bereits fünfjährig und baute ihn behutsam auf.
Bisheriger Karrierehöhepunkt der beiden war die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde in Lanaken 2024. Abgesehen davon ist aber vor allem beeindruckend, wie oft der Braune fehlerfrei durch den Parcours kam. Es ist deutlich einfacher zu zählen, wie viele Fehler er gemacht hat: vier – und das bei 61 Parcours (inklusive Stechen und Siegerrunden), die er in seinem Leben auf internationalem Parkett gesprungen ist.
Pferde-Imperium Coolmore
Kein Wunder, dass Earl of Alice die Aufmerksamkeit des Teams von Coolmore Showjumping um Cian O’Connor und dessen Protegé Tom Wachman erregte. Die Wachman-Brüder Tom und Max sowie ihre Schwester Alice sind die Enkel des irischen Milliardärs John Magnier, der aus dem irischen Coolmore Stud einen der bedeutendsten Rennställe und Zuchtbetriebe der Welt gemacht hat. Hengstlegenden wie Saddler’s Wells und Galileo waren hier beheimatet. Ähnlich professionell wie Coolmore sich im Galoppsport etabliert hat, hat es sich auch im Springsport aufgestellt. Seit 2017 ist Cian O’Connor Trainer der Geschwister. Der Ire ging dreimal in die olympische Geschichte seiner Heimat ein – nicht nur positiv (2004 wurde ihm der Olympiasieg wegen Dopings seines Pferdes Waterford Crystal aberkannt). Aber eines kann man gewiss sagen: Cian O’Connor hat ein Auge für gute Pferde.
So soll Earl of Alice künftig von dem 20-jährigen Tom geritten werden. Der kann bereits auf eine beeindruckende Erfolgsliste verweisen. Seit 2018 gehörte er jedes Jahr zum irischen Aufgebot bei den jeweiligen Nachwuchs-Europameisterschaften. Er brachte drei Mannschaftsgoldmedaillen heim sowie einmal Silber und einmal Bronze mit dem Team. Hinzu kam 2023 eine Silbermedaille in der U21-Einzelwertung. Darüber hinaus hat Wachman Irland schon erfolgreich in CSI5*-Nationenpreisen vertreten und platzierte sich in dieser Saison unter anderem in Aachen, La Baule, Rotterdam und Dublin.
Mit Pferden, die vorher unter deutschen Reiterinnen erfolgreich waren, hat er dabei gute Erfahrungen gemacht. So gingen seine beiden derzeitigen Spitzenpferde Tabasco de Toxandria und Do it Easy vorher mit Kendra Claricia Brinkop.
Weiteres Iron Dames Pferd
Earl of Alice trug bis vor nicht allzu langer Zeit noch den Namenszusatz „Iron Dames“. Er gehörte zu jenen Pferden, die die französische Autorennfahrerin Deborah Mayer für ihr Global Champions League Team mit diesem Namen erworben hatte. Katrin Eckermann ist Teil dieses Teams, ebenso wie Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Sophie Hinners. Doch bereits im August wurde Earl of Alice bei der FEI umgetragen und Paul Schockemöhle als offizieller Besitzer vermerkt.
Jüngst wurde zudem bekannt, dass Janne Friederike Meyer-Zimmermann sich von der Olympiastute Dubai du Cedre trennen muss, die Mayer erst vor einem Jahr für die Aachen-Siegerin erworben hatte. Und Katrin Eckermann musste den Hoffnungsträger Cydello ziehen lassen, den sie aus dem Beritt von Richard Vogel übernommen hatte und mit dem sie dieses Jahr bereits mehrfach erfolgreich im Einsatz war.
Dubai du Cedre wurde als WM-Hoffnung 2026 für den Saudi-arabischen Springreiter Abdullah Alsharbatly erworben. Cydello ist bereits die ersten Nullrunden mit Edwina Tops-Alexander unter australischer Flagge gesprungen.
Schweizer Tageszeitungen melden zudem, dass Deborah Mayer sich im Rahmen einer Versteigerung von einer Autosammlung im Wert einer mittleren zweistelligen Millionensumme getrennt hat.