Kent Farrington hat ein neues Pferd

Descartes – Senkrechtstarter für die Nummer eins der Welt

Springen
Vermögen? Ja, ist vorhanden. Kent Farrington und sein Neuzugang Descartes im Großen Preis von Ocala Anfang 2026. Foto: PM/Andrew Ryback Photography Vermögen? Ja, ist vorhanden. Kent Farrington und sein Neuzugang Descartes im Großen Preis von Ocala Anfang 2026. Foto: PM/Andrew Ryback Photography
Der Weltranglisten-Erste der Springreiter, Kent Farrington, war am Wochenende in Ocala siegreich – auf einem neuen Pferd mit Starpotenzial.

Wellington ist nicht der einzige Ort in Florida, an dem vergangenes Wochenende die Saison eröffnet wurde. Auch in Ocala, wo die Location mit dem ambitionierten Namen „World Equestrian Center“ die einzige US-Etappe der FEI League of Nations ausrichtet, wurde gesprungen. Highlight des Wochenendes war ein national ausgeschriebener Großer Preis, bei dem die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste, Kent Farrington, ein neues Pferd präsentierte – und auf Anhieb siegte.


Ein guter Tipp


Mit Leichtigkeit ließen Kent Farrington und der neunjährige Wallach Descartes ihre fünf Konkurrenten im Stechen um den 75.000 Dollar-Grand Prix von Ocala am vergangenen Wochenende hinter sich. Sie waren letztes Paar und Farrington musste seinen vierbeinigen Partner nicht groß auffordern, um die bis dato führende US-Reiterin Tracy Fenney auf MTM Apple sowie den Kanadier Sean Robin mit Grande Dame DK hinter sich zu lassen.


Farrington sagte: „Er hat einen riesigen Raumgriff und einen super Galopp. Darauf habe ich einfach vertraut und dann meine Runde gedreht.“ Ein Vertrauen, das allein auf Trainingserfahrungen basierte, denn bis dato hatte Farrington den Wallach noch nie auf dem Turnier geritten. Am letzten Tag des Jahres 2025 wechselte Descartes offiziell in den Besitz der Nummer eins der Welt.


Bei der Entdeckung war Farrington einem Tipp gefolgt. „Francisco Pasquel rief mich an und meinte, er hätte in Mexiko ein unglaubliches Pferd für mich. Ich müsste kommen und es ausprobieren. Also bin ich nach Mexiko geflogen, um das Pferd zu reiten und jetzt sind wir hier.“


Francisco Pasquel, selbst internationaler Springreiter, der auch schon in Europa im Einsatz war, hatte also nicht übertrieben. Das hat Descartes in Ocala gezeigt. Farrington bestätigt: „Er hat ein unglaubliches Vermögen und viel Kraft. Er hat bereits viel Erfahrungen in Mexiko auf Sand- und Rasenplätzen gesammelt. Dort haben sie viele super Kurse und ähnliches Hindernismaterial wie hier im WEC. Daher war ich zuversichtlich, ihn hier dieses Wochenende zu springen.“


Ein Philosoph aus Mexiko


In Mexiko geboren, nach einem französischen Philosoph benannt, mit dänischem Reiter die ersten Schritte Richtung Spitzensport getan und nun unter US-amerikanischer Flagge mit dem derzeit erfolgreichsten Springreiter der Welt im Einsatz – das ist die noch junge Karriere des neunjährigen Wallachs Descartes in aller Kürze.


Er ist zwar eingetragen als mexikanisches Sportpferd, hat in seiner Ahnentafel allerdings vornehmlich Holsteiner und niederländische Vorfahren, basierend auf einem Trakehner Stutenstamm. Ehe Descartes zu Farrington wechselte, gehörte er der Rancho Santa Rosa. Daher führt er auch ein „SR“ hinter seinem Namen. Hinter der Rancho Santa Rosa verbirgt sich ein hoch modernes Gestüt mit Sportstall und angeschlossener Tierklinik in Mexiko, das schon seit den 1980er-Jahren besteht. 450 Pferde stehen hier. Die Hengststation arbeitet mit dem niederländischen VDL Stud und dem Gestüt Zangersheide zusammen. Im Angebot ist aber auch TG-Samen von Hengsten wie Diamant de Semilly, Emerald van’t Ruytershof oder Uricas van de Kattevennen. Und von dem Holsteiner Caramelo v. Clarimo-Con Air.


Dieser Caramelo, auch bekannt als Clean Air, ist der Vater von Descartes und war selbst mit unter anderem Patricio Pasquel international erfolgreich. Descartes‘ Mutter ist die KWPN-Stute Wida Jana v. Oklund-Ahorn aus der Trakehner Familie der Arbeitgeberin. Wida Jana war selbst international erfolgreich bis 1,60 Meter und hat nur zwei Nachkommen, Descartes und seinen zwei Jahre jüngeren Vollbruder Santa Rosa Fenix.


Wenn Farrington vom Erfahrungsschatz seines Neuzugangs spricht, meint er wohl nationale Erfahrungen, denn international ist Descartes bislang kaum in Erscheinung getreten. Letztes Jahr wurde er von dem Dänen Nikolaj Hein Ruus in fünf Prüfungen (von 1,35 bis 1,45 Meter) bei drei Turnieren vorgestellt.


 


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