FEI etabliert neue Task Force - Ziel: Harmonisierung des Regelwerks, auch bei Blut am Pferd

FEI-Task Force „Zustand des Pferdes“ – Blut am Pferd einheitlich regeln

Sporenverletzungen werden in allen Disziplinen ähnoich sanktioniert. Aber Blut an anderen Körperstellen wird unterschiedlich geahndet. Das will der Weltreiterverband (FEI) nun mit neuem Regelwerk harmonisieren. Eine Task Force soll im Juni bekanntgegeben werden. Foto: Symbolbild sportfotos-lafrentz.de Sporenverletzungen werden in allen Disziplinen ähnoich sanktioniert. Aber Blut an anderen Körperstellen wird unterschiedlich geahndet. Das will der Weltreiterverband (FEI) nun mit neuem Regelwerk harmonisieren. Eine Task Force soll im Juni bekanntgegeben werden. Foto: Symbolbild sportfotos-lafrentz.de
Der Weltreiterverband (FEI) reagiert. Nach dem Druck mehrerer nationaler Verbände auf der Generalversammlung im November 2025 hat das FEI-Board jetzt die Einsetzung einer disziplinübergreifenden „Horse Condition Task Force“ genehmigt. Das Ziel: einheitliche Protokolle, Regeln und Sanktionen – über alle Disziplinen hinweg. Gerade bei dem Thema „Blut am Pferd“.

Einfache Regeln, anwendbar für alle Disziplinen, nicht nur beim Thema „Blut am Pferd“ – das möchte die FEI mit der neuen Taskforce erreichen.


Auslöser: Blut am (Spring-)Pferd


Ein zentraler Punkt der FEI-Generalversammlung 2025 waren die umstrukturierten Springregeln. Im Vorfeld war viel und hitzig über die Neuregelungen der sogenannten „Blutregel“ diskutiert worden. Nicht wenige befürchteten, die Neufassung würde den Bemühungen um mehr Tierwohl im (Spring-)Sport entgegenstehen. Tatsächlich wurden aber seit dem 1. Januar 2026 als die Neuregelung rechtskräftig wurde, bereits 176 Reiterinnen oder Reiter (Stand 29. Mai 2026) weltweit verwarnt.


Andere Disziplinen fordern Gleichbehandlung


Mehrere Nationale Verbände hatten unter anderem auch beim FEI Sports Forum in Lausanne im Frühjahr 2026 gefordert, dass die Regelungen gerade im Bereich „Blut am Pferd“ stärker harmonisiert werden sollten. Nicht nur im Springen, sondern im gesamten Weltreiterverband.


Beispielsweise reicht in der Dressur ein Blutstropfen, der außerhalb des Einwirkungsbereichs von Reiterin oder Reiter zu sehen ist, um ausgeschlossen zu werden. Theoretisch kann also ein Insektenstich oder eine Schramme wenn das Pferd sich selbst beispielsweise an den Beinen durch einen Tritt verletzt hat, ausreichen, um abgeläutet zu werden.


Das soll die Task Force der FEI erreichen


Der Vorstand der FEI hat in einem Board Meeting die Arbeitsschwerpunkte der neuen Task Fore definiert:



  • Umfassende Überprüfung aller bestehenden Regeln zu Blut am Pferd in den allgemeinen und disziplinspezifischen Regelwerken

  • Identifikation von Widersprüchen und Lücken im aktuellen Regelrahmen

  • Auswertung der bis zum 1. März 2026 eingereichten Regelvorschläge Nationaler Verbände und MoU (Memorandum of Understanding)-Stakeholder

  • Vereinheitlichung von Definitionen, Kategorisierungen und Protokollen für FEI-Offizielle wenn sie Blut feststellen

  • Sicherstellung, dass jede Harmonisierung dem Tierwohl-Gedanken der FEI wahrt – bei gleichzeitiger Berücksichtigung disziplinspezifischer Notwendigkeiten


Wer sitzt am Tisch?


Die Task Force wird von einem unabhängigen Moderator geleitet. Vertreten sind Disziplin- und Regionalgruppenvorstände, die Vorsitzenden des Veterinär- und des Athletenkomitees sowie Repräsentanten zentraler Interessenvertretungen, Nationaler Verbände und FEI-Offizielle. Das Gremium ist breit aufgestellt – und alles andere als homogen.


Generalsekretärin Sabrina Ibáñez formulierte es in einer Pressemitteilung so: „Wir haben sehr unterschiedliche Disziplinen in unserem Sport, aber wir teilen ein gemeinsames Ziel: das bestmögliche Wohlbefinden unserer Pferde und Athleten zu gewährleisten. Verletzungen kommen in jedem Sport vor – aber es ist unsere Verantwortung als Dachverband, dort wo möglich zu überprüfen, zu reduzieren und zu regulieren, mit klaren Protokollen, Regeln und Sanktionen, die alle in unserem Sport und unsere Millionen Fans verstehen und respektieren.“


Empfehlungen für die FEI Vollversammlung erarbeiten


Und weiter: „Wir hoffen, dass diese gemeinsame Task Force Protokolle und Regularien in einer offenen und konstruktiven Weise prüfen, diskutieren und debattieren kann – und wo immer möglich zu gemeinsamen Empfehlungen gelangt, die dem FEI-Board und letztlich der FEI-Generalversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden.“


Das erste Treffen der Task Force ist für den 29. Juni 2026 angesetzt. Die Einladungen zur Teilnahme sind diese Woche verschickt worden. Dann soll auch die endgültige Zusammensetzung der Task Force bekanntgegeben werden.


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