Sandra Auffarth beim Bundeschampionat zur Reitmeisterin ernannt
Höchste Auszeichnung für Sandra Auffarth
Sandra "Reitmeisterin" Auffarth mit Viamant du Matz auf dem Weg zum CHIO Aachen-Sieg.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Sandra Auffarth ist die 24. Persönlichkeit aus dem Pferdesport, dem der Titel der Reitmeisterin verliehen wurde. Sie steht nun in einer Reihe mit Ingrid Klimke, Dorothee Schneider, Michael Jung, Hubertus Schmidt, Martin Plewa, Klaus Balkenhold und anderen verdienten Ausbildern von Reitern und Pferden.
Denn um zum Reitmeister ernannt zu werden, braucht es mehr als Erfolge. Der Titel wird auf Vorschlag der FN und der Anschlussverbände zwar auch, aber nicht nur für herausragende Leistungen im Sattel vorliegen. Es geht auch um das Fördern anderer überdurchschnittlicher Reiter.
Respekt von allen Seiten
Egal, mit wem man spricht – sowohl vom Reiten als vom Training von Sandra Auffarth schwärmen alle. Der frisch gebackene Weltmeister Steve Guerdat sagte einst im Rahmen des Hamburger Derbys, das sozusagen die Wiege der zweiten Karriere im Springsattel von Sandra Auffarth wurde, an ihr sollten sich alle Springreiter ein Beispiel nehmen. Denn Auffarth reitet nicht nur technisch brillant, sie ist auch eine echte Horsewoman, die ihren Pferden Vertrauen gibt und sie auf ihre Seite holt.
Karriere
Das hat sie schon im Ponysattel und später bei Junioren und Jungen Reitern bewiesen. Oft ritt sie dabei die selbst gezogenen Pferde der Familie. Das ist bis heute so geblieben.
Ihre Ausbildung führte sie nach dem Abi erst einmal nach Warendorf, wo sie Mitglied der Perspektivgruppe wurde und eine Ausbildung zur Pferdewirtin absolvierte. Parallel ließ sie sich zur Sport- und Fitnesskauffrau weiter ausbilden. Sie schloss ihre Ausbildung und später die Meisterprüfung mit Stensbeck ab und kehrte danach heim, um die Leitung des elterlichen Betriebs zu übernehmen.
Gamechanger Wolle
Das Pferd, mit dem Sandra Auffarth der ganz große Durchbruch gelang, war der Selle Français-Wallach Opgun Louvo, besser bekannt als Wolle. Auffarth bekam ihn jung und machte ihn zu einem der besten Vielseitigkeitspferde der Welt.
Ihre Erfolgsliste ist lang: 2011 EM-Mannschaftsgold und Einzelsilber, 2012 bei den Olympischen Spielen in London Mannschaftsgold und Einzelbronze und der Höhepunkt: Doppelgold bei den Weltmeisterschaften 2014.
2015 wiederholten die beiden ihren EM-Erfolg und 2016 schlossen sie die gemeinsame Championatskarriere mit Silber in der Mannschaft und Rang elf in der Einzelwertung bei den Olympischen Spielen in Rio ab.
Das nächste Pferd, mit dem Sandra Auffarth bei Championaten erfolgreich war, war der Fuchs Viamant du Matz, der 2018 in Tryon sein erstes Championat ging, 2019 Elfter der EM war, 2021 in Tokio ging und 2022 maßgeblichen Anteil am Mannschaftsgold bei den Weltmeisterschaften in Pratoni del Vivaro hatte. 2023 kamen Team-Silber und Einzel-Bronze hinzu. 2024 waren sie nominiert für Olympia, konnten letztlich aber nicht starten.
Seither hat Sandra Auffarth sich auf den Springsport konzentriert und sich sehr dabei sehr schnell auf Fünf-Sterne-Niveau hoch gearbeitet. Im Sattel von Quirici H hat sie schon Nationenpreissiege für Deutschland gefeiert.
Werbeträgerin für den Pferdesport
Die Laudatio hielt FN Ausbildungsleiter Thies Kaspareit, einst selbst Olympiasieger mit der Mannschaft in der Vielseitigkeit. Er sagte: „Besonders zeichnet dich aus, dass Du Deine Gedanken und Dein Gefühl was Du als Ausbilderin und beim Reiten auf dem Pferd hast, sehr gut in Worte fassen kannst, um es an Deine Schüler oder an Zuhörer auf Seminaren und Kongressen weiterzugeben. Mit all Deinem Tun bist Du zum nationalen und internationalen Vorbild geworden.“