Intermédiaire II-Debüt von Vitally PCH
Weihegolds nächster Kandidat fürs große Viereck
Kleine Rakete: Anna Schölermanns Vitally PCH, Halbbruder von unter anderem Total Hope und Special Gold. Foto: sportfotos-lafrentz.de Die Intermédiaire II in Freckenhorst war mit 15 Paaren quantitativ gut besetzt, vor allem aber auch qualitativ mit Bundeschampions, Burg-Pokal Finalisten, Landbeschälern und eben Vitally PCH.
Der Sieg ging an Helen Langehanenberg, die ihren selbst gezogenen zehnjährigen Dimaggio-Sohn Dreikäsehoch präsentierte, den fünften von sechs Nachkommen ihrer Louis Le Bon-Tochter Louisiana. Der elegante Braune präsentierte sich schön im Bergauf und mit hervorzuhebenden Traversalverscheibungen. 73,421 Prozent vergaben die Richter.
Dahinter reihten sich Anna Schölermann und Vitally PCH ein.
Vitally PCH – der Musterschüler
Der Oldenburger Dunkelfuchshengst ist eigentlich noch siebenjährig. Erst in vier Wochen feiert er tatsächlich seinen achten Geburtstag. 2023 bekam U25-Europameisterin Anna Schölermann ihn unter den Sattel.
Schölermann ist bekanntlich Bereiterin im Stall von Hubertus Schmidt. Das PCH hinter Vitallys Namen steht für die Plum Creek Hollow Farm in Colorado von Nancy Gooding, der nicht nur Vitally gehört, sondern beispielsweise auch Katharina Hemmers Europameister Denoix.
Bis er nach Borchen-Etteln kam, war der von Weihegold-Besitzerin Christine Arns-Krogmann gezogene Vitalis-Sohn noch kein Turnier gegangen. Anna Schölermann zeigte ihn einmal in einer Dressurpferdeprüfung der Klasse A. Danach gewann er dreimal Dressurpferde L, qualifizierte sich dabei fürs Bundeschampionat und wurde hier Vierter. Sechsjährig ging er nur zweimal ländlich Dressurpferde-M und war beide Male siegreich. Seine erste S-Saison brachte ihm zahlreiche gute Platzierungen bei Burg-Pokal Qualifikationen ein, jedoch nicht das Finalticket. Aber ein Pferd, das so viel Talent für Piaffe und Passage mitbringt, wie dieser Hengst, kommt wahrscheinlich auch anders nach Frankfurt.
Erste Intermédiaire II
In Freckenhorst ging Vitally nun seine erste Intermédiaire II und konnte sich mit 72,807 Prozent auf Anhieb Rang zwei sichern. Eine Grußaufstellung wie aus dem Bilderbuch, schöne Traversalverschiebungen, eine gute Trabverstärkung und schon sehr aktiv abfußende und taktstabile Piaffe-Passage-Reprisen – die in der Vorbereitung sogar noch besser klappten – lassen für die Zukunft einiges erwarten. Lediglich das immer mal wieder geöffnete Maul trübte das harmonische Gesamtbild etwas, wobei der Hengst ansonsten überhaupt keinen gestressten Eindruck vermittelte. Im Gegenteil, er war bemerkenswert gelassen und die Hilfengebung seiner Reiterin sehr diskret.
Alles in allem ein Einstand in die Vorstufe zur höchsten Klasse, wie man ihn sich besser kaum hätte vorstellen können.
Rang drei für die Burg-Pokal Zweite
Platz drei sicherte sich mit 71,711 Prozent die Zweitplatzierte des Nürnberger Burg-Pokal Finales 2025, die Oldenburger Stute Vaida-Girl OLD, ebenfalls eine Vitalis-Tochter, die mit Bianca Nowag-Aulenbrock ihr Inter II-Debüt gab.
Mit gerade mal einem Punkt Abstand bzw. 71,623 Prozent folgte die U25-Mannschaftseuropameisterin Elisabeth von Wulffen, eine Schülerin von Bianca Nowag, auf der zwölfährigen Grey Flanell-Tochter Odette. Für die beiden war Freckenhorst das erste gemeinsame Turnier. 2025 war die von Katrin Burger bis Grand Prix Special vorgestellt worden. 2024 ging sie unter Theresa Stefan. Das gestern war das bislang beste S***-Ergebnis.
Auch Platz fünf ging in den Ausbildungsstall Nowag, diesmal an den einstigen Reitpferde-Bundeschampion Escorial Q unter Bianca Nowag-Aulenbrock. Seit er dreijährig ist, hat die ehemalige Piaff-Förderpreis Siegerin und Weltcup-Finalistin den inzwischen zehnjährigen Westfalen unter dem Sattel. Bereits letzten Herbst konnten sie eine erste S***-Platzierung verbuchen. Das gestern war der dritte Auftritt auf diesem Niveau und sie konnten sich von Mal zu Mal um ein paar Punkte steigern, nun auf 71,535 Prozent.