Isabell Werth und Viva Gold OLD gewinnen Grand Prix von Wien vor Katharina Hemmer und Special Gold OLD

(Weihe)Gold-Jungs dominieren Grand Prix von Wien

Dressur
Viva Gold und Isabell Werth bei den Deutschen Meisterschaften in Balve.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Viva Gold und Isabell Werth bei den Deutschen Meisterschaften in Balve. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Weihegold lässt grüßen – Isabell Werths Viva Gold OLD gewinnt Grand Prix von Wien vor Katharina Hemmers Special Gold OLD.

Vor der herrlichen Kulisse des Schloss Schönbrunn war der Grand Prix Sieg von Wien für Isabell Werths Viva Gold OLD eine ziemlich ungefährdete 77,370 Prozent-Angelegenheit. Der Hengst wirkte frisch und motiviert, gab schon mal eine Kostprobe seines Könnens in Piaffe und Passage vor Beginn der Aufgabe, als seine Reiterin noch einhändig ihre Frackschöße richtete. Dies waren dann auch die Lektionen, in denen er in der Aufgabe selbst punkten konnte. Beide Wechseltouren gelangen fehlerlos, ebenso der Rest der Galopptour. Der Hengst war mit Feuereifer bei der Sache, präsentierte sich sicher vor den treibenden Hilfen und überwiegend mit dem Genick als höchstem Punkt und der Nase vor der Senkrechten. Auf dem Wunschzettel für noch höhere Wertnoten: mehr Körpergeschmeidigkeit, besonders im Trab.


Goldjunge Nummer zwei


Vom Enkel zum Sohn – während Übermutter Weihegold bei Viva Gold als Großmutter im Pedigree auftaucht, ist der ebenfalls zehn Jahre junge Special Gold OLD (v. San Amour) ein direkter Sohn von Werths Olympiasiegerin, Europameisterin und dreifachen Weltcup-Championesse. Beide zehnjährigen Hengste stammen aus der Zucht von Weihegolds Besitzerin Christine Arns-Krogmann, beide waren letztes Jahr noch beim Louisdor-Preis Finale in Frankfurt am Start. Nun treten sie auf internationaler Bühne gegeneinander an.


Special Gold folgte mit deutlichem Abstand – 70,435 Prozent – auf Rang zwei. Das spiegelt allerdings nicht die Qualität des Ritts wieder, denn die beiden hatten teure Fehler in der Galopptour, ausgerechnet in den Einerwechseln und Pirouetten, Lektionen, die im Grand Prix beide doppelt zählen. Dem gegenüber standen weite Teile der Aufgabe, in denen deutlich wurde, welche Fortschritte Special Gold in Sachen Selbsthaltung gemacht hat. Wo er bei früheren Gelegenheiten immer mal die Stütze der Hand suchte, zum Beispiel in den Verstärkungen, zeigte er sich jetzt sicher ausbalanciert auf dem Hinterbein.


Knapp geschlagener Dritter aus Kanada


Hauchdünn geschlagen geben musste sich das kanadische WM-Paar, Chris von Martens im Sattel der 13-jährigen Hannoveraner Stute Londoncrown, einer Fuchsstute, die ihren Vater Londontime nicht verleugnen kann. Den beiden gelang eine fehlerfreie Prüfung mit engagierter, gesetzter und weitgehend taktstabiler Piaffe-Passage-Tour und zentrierten Pirouetten, wobei besonders die erste sehr schön ausbalanciert war. Allerdings war die Stute über weite Teile der Aufgabe sehr hoch und eng eingestellt und zeigte auch in den Verstärkungen keinerlei Rahmenerweiterung. 70,413 Prozent wurden es für die beiden, neues Personal Best, und drei der fünf Unparteiischen am Richtertisch sahen sie auf Platz zwei.


Die Platzierten


An vierter Stelle reihte sich ein alter Bekannter ein: der Oldenburger Wallach Mist of Titanium. Der nun 14-jährige Rappe wurde von der Finnin Emma Kanerva ausgebildet, die seit ihrer Hochzeit im Mai den zweiten Nachnamen Teufert trägt. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde der Millennium-Sohn aus der Zucht der Riverbank Horses dann nach Australien an Alanna und Mark Richards verkauft. Die 33-jährige Richards ist auch diejenige, die Mist of Titanium nun reitet – und das sehr schön! Ihre gelungene Vorstellung wurde mit 70,196 Prozent bewertet, dem mit Abstand besten Ergebnis, das die beiden bislang erzielen konnten.


Dahinter reihten sich die U25-Europameister Cadeau Noir und Moritz Treffinger ein. Es ist gut zwei Monate her, dass der 16-jährige Hannoveraner Hengst v. Christ zuletzt auf einem Turnier war und anscheinend konnte er gar nicht abwarten, dass es losgeht. Treffinger gab sich alle Mühe, aber an Halten beim ersten Gruß war nicht zu denken. Dafür gelang ihnen eine sehr schöne erste Verstärkung. Insgesamt wünschte man sich in der Trabtour aber mehr Fluss und in den ersten beiden Piaffen wich Cadeau Noir mit linken Hinterbein nach hinten-außen aus. Toll gelang dann wieder die sorgfältig gerittene Galopptour mit zum Beispiel sehr losgelassenen, geraden und sicher durchgesprungenes Einerwechseln sowie gut gesetzten, aktiven, zentrierten und ausbalancierten Pirouetten – auch wenn Cadeau Noir in seinem Eifer die zweite schon zwei Meter vor dem Punkt beginnen wollte. Alles in allem kamen die beiden auf 69,935 Prozent.


Das vierte deutsche Paar der Prüfung waren Lisa Müller und D’avie, die mit 66,196 Prozent ebenfalls noch zu den Platzierten gehörten.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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