Charlotte Dujardins Imhotep ist wieder da
Turnierpremiere von Imhotep und Diana Porsche
Imhotep mit Charlotte Dujardin in Hagen 2024. Foto: sportfotos-lafrentz.de Der in den Niederlanden geborene KWPN-Wallach v. Everdale kam siebenjährig zu Charlotte Dujardin, der dreifachen britischen Olympiasiegerin. Zwei Jahre arbeiteten die beiden im Stillen miteinander. Dann ging alles sehr schnell. 2022 ging Imhotep seinen ersten Grand Prix und nach zwei CDI-Auftritten wurden sie für die Weltmeisterschaften in Herning nominiert. Da merkte man dem Paar die fehlende Erfahrung noch an. Das war ein Jahr später bei den Europameisterschaften in Riesenbeck schon anders. Spätestens nach Gold mit der Mannschaft und vor allem den beiden Bronzemedaillen in Special und Kür gehörten Dujardin und Imhotep zu den Kandidaten, die für eine olympische Einzelmedaille in Paris gehandelt wurden.
Die Medaillenfavoriten von den britischen Inseln begannen ihre olympische Saison in Hagen. Wie Eqwo.net später berichtete, kam es bereits damals zu ersten Gesprächen zwischen Porsche, ihrem Trainer Diederik Wigmans mit Charlotte Dujardin und Carl Hester als Besitzer von Imhotep. Porsche probierte den Wallach aus und verstand sich gut mit ihm. Aber er sollte zumindest bis nach Paris in England bleiben. So kam es dann auch, obwohl Dujardin in Paris gar nicht an den Start ging.
Zeit zum Kennenlernen
Im Herbst 2024 zog Pete dann aber um von der Insel in die Alpenregion. Im Interview mit Eqwo.net sagte Diana Porsche damals bescheiden: „Mir ist sehr wohl bewusst, dass ich da in riesige Fußstapfen trete, die ich wahrscheinlich nie erreichen werde. Jetzt gilt es einander kennen zu lernen, zusammen zu wachsen und dann schauen wir wie weit wir kommen.“
Genauso geschah es. Porsche machte sich keinen Stress mit ihrem neuen Star im Stall. Die beiden hatten schon deshalb viel Zeit, sich kennenzulernen, weil die Österreicherin zwischenzeitlich ein Kind zur Welt brachte.
Turnierpremiere mit Porsche
Gestern war nun der Tag der Wahrheit gekommen, erster Turniereinsatz für Porsche und Pete beim nationalen Grand Prix-Turnier in Stadl Paura. Neun Paare waren am Start. Es hätten aber wohl auch mehr sein können, denn das neue Duo war in Stadl Paura in einer eigenen Liga als einziges Paar mit einer – deutlichen – 70-Prozent-Bewertung. Bei seinem ersten internationalen Grand Prix mit Dujadin war Imhotep mit 72,804 Prozent aus dem Viereck gekommen. Mit seiner neuen Reiterin waren es gestern 72,133 Prozent.
Platz zwei ging mit deutlichem Abstand (69,20 Prozent) an den U25-Europameister und derzeit Weltcup-Führenden Raphael Netz im Sattel von Sola Diva, die er vor wenigen Tagen in Ankum das erste Mal auf einem Turnier präsentierte und die als Verkaufspferd bei ihm steht.
Porsche äußerte sich hoch zufrieden mit ihrem ersten Auftritt auf Imhotep: „Ich könnte nicht glücklicher über unseren ersten Turnierauftritt sein. Natürlich brauchen wir noch Zeit, um uns im Viereck kennenzulernen und als Paar mehr Erfahrung zu sammeln, aber das war der beste erste Schritt, den ich mir hätte wünschen können. Und nach meiner Babypause zurück im Viereck zu sein, hat es sogar noch ein bisschen besonderer gemacht.“

Werndl und Embolo zweimal siegreich
Unter den bayerischen Reitern, die nach Stadl Paura gekommen waren, um die guten Bedingungen für ihren Start in die Saison zu nutzen, war auch Benjamin Werndl mit mehreren Nachwuchspferde. Eines, auf das er große Stücke hält, ist der nun siebenjährige Escamillo-Sohn Embolo. Der war 2022 für satte 590.000 Euro über die westfälische Elite-Auktion nach Aubenhausen gelangt und ging nun seine ersten beiden Dressurpferdeprüfungen der Klasse S bzw. die FEI-Aufgaben für die Siebenjährigen. Das hätte besser kaum laufen können.
Am Freitag siegte er mit einem Endergebnis von 80,557 Prozent, das sich aus 75,313 Prozent für die technische Abwicklung der Aufgabe kombiniert mit 85,50 Prozent für die Qualität von Grundgangarten, Durchlässigkeit und Gesamteindruck errechnete. Der Trab war den Richtern eine 9,4 wert, der Galopp 9,5, der Gesamteindruck 9,0 und die Durchlässigkeit 8,0. Lediglich der Schritt hatte eine 7 vor dem Komma. Der erhielt eine 7,0.
Den heutigen Sieg verdiente Embolo sich mit 77,475 Prozent, zusammengesetzt aus 73,750 Prozent für die technische Ausführung und 81,20 Prozent im Bereich Qualität.
Alle Ergebnisse aus Stadl Paura finden Sie hier.