Statt Routine sammelt Rose Oatley im Guxhagen Finaltickets für das Finale im Nürnberger Burg-Pokal
Rose Oatley siegte in Guxhagen mit Ferdades in der Finalqualifikation für den Nürnberger Burgpokal. Foto: Thomas Hellmann Rose Oatley hatte sich gestern einen Favoritenstatus erarbeitet. Zwei Pferde auf dem Podium, zwei Ritte nahezu ohne Fehl und Tadel – die Benchmark war gesetzt. Debutant PS, mit dem sie gestern schon die Einlaufprüfung hatte gewinnen können, war das erste Pferd, das die Reiterin aus Schleswig-Holstein heute präsentierte. Und das ähnlich gut wie gestern. Der achtjährige Oldenburger Hengst aus der Zucht von Paul Schockemöhle bestach durch sein Seitenbild, die Qualität seiner Grundgangarten und die beständige leichte feine Anlehnung. Allerdings unterliefen „Debbie“ zwei technische Fehler. Zunächst galoppierte der Deparon-Sohn bei der Einleitung der Trabtraversale nach links von der Mittellinie kommend kurz an. Dieses Problem hatte die Reiterin schnell wieder unter Kontrolle, aber natürlich musste dieser einiger Galoppsprung sich in den Noten der Richter niederschlagen.
Zwei Kleinigkeiten, aber ein toller Gesamteindruck
Bei den fliegenden Galoppwechseln zu drei Sprüngen sprang der Hengst vor dem ersten fliegenden Wechsel hinten einmal kurz um. Das sahen allerdings nur zwei von fünf Richtern. Beispielhaft sei, so lobte Heike Kemmer, die wie schon in der Finalqualifikation für den Louisdor Preis auch die Reiterinnen und Reiter in dieser Qualifikation für den Nürnberger Burg-Pokal kommentierte, die Schrittpirouetten gewesen.

Nachdem Fernando Esteban Ruiz, gestern Zweiter in der Einlaufprüfung, mit Bombastik auf 73,854 Prozent gekommen war, stand nach dem Eindruck von gestern fest: Rose Oatley konnte sich eigentlich nur noch selbst schlagen. Bombastik hatte in der Galopptour, den Trabtraversalen sowie allen starken Tempi – inklusive des Schritts (eine 9,0)! – gepunktet.
Ferdades – bei drittem S-Start Finalist im Nürnberger Burg-Pokal
Mit Ferdades, dem Pferd von Ava Osinger mit dem diese noch beim Preis der Besten platziert war, war Oatley letzte Starterin. Der statiöse braune Oldenburger begeisterte durch seine Leichtfüßigkeit und Lektionssicherheit. Man konnte kaum glauben, dass dies erst die dritte S-Dressur war, die dieses neunjährige Pferd in seinem Leben überhaupt gegangen ist. Allerdings hatte der Frascino-Sohn von Anfang an gute Ausbilderinnen im Sattel. Henriette Hachmeister hatte ihn bis ins Bundeschampionats-Finale der Fünfjährigen geritten.
Kemmer: „bombastisch toll“
Ein Meisterstück war die erste Galopppirouette, attestierte OIympiasiegerin Kemmer: „Wenn man die erste Pirouette betrachtet, die war ja schon bombastisch toll, wie der sich setzt und trägt. Und auch in der Trabtour unglaublich leichtfüßig. Also er kann auch seinen doch stabilen Körper unglaublich schön in Szene setzen“. 74,707 Prozent bedeuteten den Sieg und eben die Finalteilnahme.
Das war so gar nicht geplant, verriet Rose Oatley: „Ich bin eigentlich nur hierhergekommen, um für beide Routine zu sammeln. Dass das gestern mit meinem eigenen, Debutant, so toll geklappt hat und jetzt auch mit Ferdades – sein zweites Turnier für ihn und auch erst die zweite und dritte S dieses Wochenende… Mir fehlen so ein bisschen die Worte. Mama auch. Wir sind unglaublich stolz, Herr Meyer zu Strohen auch“, bedankte sich die Siegerin bei denen, die fürs Training zuständig sind.
Vierter wurde Franz Trischberger mit Zewano OLD v. Zackerey (71,39) vor Lena Haßmann und Bacchabundus OLD v. Baron (71,341).
Finale am vierten Advent
Das Finale im Nürnberger Burg-Pokal findet im Rahmen des Internationalen Festhallen Reitturnier Frankfurt vom 16.12. – 20.12.2026 statt. Zwölf Paare werden im Viereck erwartet.
Es sind folgende Siegerinnen und Sieger der Serie:
Horses & Dreams Hagen a.T.W.
Patrik Kittel und J’Adore Dior H mit 75,512 Prozent
Pferd International München-Riem
Sabina Schrödter und Feine Bella NRW mit 74,732 Prozent
Longines Balve Optimum / Deutsche Meisterschaften
Bianca Nowag-Aulenbrock und Sky mit 74,463 Prozent (der gestern übrigens die St. Georges-Kür gewann in Guxhagen mit knapp 79 Prozent!)
Görlitzer Summerweeks Rosenhof Görlitz
Dorothee Schneider und Valerie mit 74,293 Prozent
Elmloher Reitertage
Bernadette Brune und San to Alati FRH mit 74,415 Prozent
Schäftlarn / Fichtenhof Classic
Sina Aringer und Dalma Sia Bellante 76,0 Prozent
Darmstadt-Kranichstein
Charlotta Rogerson und Nice Touch W 76,537 Prozent
Guxhagen-Dörnhagen
Rose Oatley und Ferdades mit 74,707 Prozent
Vier punktbeste Zweite dürfen zum Finale
Neben den acht Siegern der einzelnen Etappen qualifizieren sich auch die vier punktbesten Zweitplatzierten. In dieser Saison sind das
- Raphael Netz und Glamourdoc mit 74,68 Prozent, Schäflarn
- Frederic Wandres und Fänomen de Malleret mit 74,463 Prozent, Horses & Dreams Hagen a.T.W.
- Rose Oatley und Debutant PS mit 74,463 Prozent, Guxhagen-Dörnhagen
- Nicole Grosch und Visser’s Hit Valeria VEC OLD mit 74,049 Prozent, Pferd International München-Riem
Als Nachrücker, sollte ein Paar ausfallen, stehen auch noch parat:
- Franziska Haase und Alissimo mit 73,951 Prozent, Elmloher Reitertage
- Carina Scholz und Matisse GG OLD mit 71,463 Prozent, Görlitzer Summerweeks Rosenhof Görlitz