Personal Best für Katharina Hemmer und Denoix im Grand Prix bei Horses and Dreams 2026

Dressur
Persönliche Bestleistung für „Purzel“, Denoix PCH, und Katharina Hemmer im CDI4* Grand Prix bei Horses and Dreams 2026. Foto: sportfotos-lafrentz.de Persönliche Bestleistung für „Purzel“, Denoix PCH, und Katharina Hemmer im CDI4* Grand Prix bei Horses and Dreams 2026. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Mit persönlicher Bestleistung hat Katharina Hemmer heute im Sattel von Denoix den Grand Prix im Rahmen von Horses and Dreams in Hagen gewonnen. 77,261% –  soviel hatte das Paar bislang noch nie in einem Grand Prix erreicht. Es war eine Prüfung, die mehr war als nur ein Grand Prix-Sieg. Es war ein Bewerbungsschreiben für einen Platz im deutschen WM-Team.

Routiniert und harmonisch waren Katharina Hemmer und Denoix im Viereck von Horses & Dreams unterwegs. Einzig ein Insekt, das den Oldenburger zum Kopfschütteln im starken Schritt veranlasste, sorgte für einen kurzen Moment des Atem-Anhaltens beim Publikum. Ansonsten zeigte das Paar eine sehr gute Galopptour, mit Serienwechseln, wie man sie sich wünscht – Lehrbuch, Hmmers Trainer, den rekonvaleszenten Reitmeister Hubertus Schmidt dürfte es gefreut haben.


Happy Athlete


Jede Klippe der Aufgabe unterstrich den Eindruck eines durchlässigen, zufriedenen Pferdes. Ein erstes Highlight war das Rückwärtsrichten aus nahezu perfektem geschlossenem Halten.


Mit einem Grand Prix, der mehr als 77 Prozentpunkte von Richtern erhält, die auch schon an olympischen Vierecken gesessen und beurteilt haben, ist das eine. Der Abstand zur Konkurrenz konkret vor Ort in Hagen das andere. Knapp vier Prouzent lag das Paar aus Borchen-Etteln vor der Konkurrenz.


Andreas Bachmann Andersen auf WM-Kurs?


Was ich schon in Henning angedeutet hatte, das zeigte sich jetzt in Hagen noch deutlicher: Der Däne Daniel Bachmann Andersen hat mit dem Oldenburger Fuchs Flash Gordon ein Pferd unter dem Sattel, dass ihm einen Championatsplatz in der dänischen Equipe ermöglichen könnte. Der Fiederbach Sohn kam auf 73,456 Prozent. Das war Platz zwei und noch einmal knapp drei Prozent mehr als die Drittplatzierten.


Daniel Bachmann Andersen und der Oldenburger Flash Gordon wurden Zweite im CDI4* Grand Prix bei Horses and Dreams 2026. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Flash Gordon ist ein Pferd mit vielen Höhepunkten: sei es der starke Trab, sei es die kadenziert und energisch vorgetragene Passage oder auch, in der Galopptour, die fliegenden Wechsel zu zwei Sprüngen beziehungsweise von Sprung zu Sprung. Überall hat der formatige Wallach einiges zu bieten. Erst recht, wenn es rund geht,  sprich in den Galopppirouetten. Die zählten zu den besten des heutigen Tages – man ist geneigt zu sagen „mit Abstand“.


Flash Gordon kam im vergangenen Jahr zu Daniel Bachmann Andersen ins Training, vorher hatte ihn Mathis Goerens in Deutschland ausgebildet und 2024 in Qualifikationen für den Louisdor Preis mehrmals platziert.


Eine Überraschung aus UK


Eine kleine oder vielleicht sollte man eher sagen zierliche Überraschung hatte der CDI4* Grand Prix in Hagen auch noch zu bieten: Die Britin Sadie Smith kam mit Swanmore Dantina auf Platz drei. Die Rappstute, wie die erste Siegerin des Tages Dante’s Pearl eine Tochter von Dante Weltino, erinnert in der Machart an ihren Halbbruder Dieudonné, der gerade unter Raphael Netz im Weltcup-Finale erfolgreich ging. Zart das Fundament aber energisch und voller Power das Hinterbein. Da gab es dann auch schon mal eine 9,0 für den starken Trab. Was die Stute besonders ausmacht: sie hat keine wirkliche Schwäche. Der Trab energisch und schwungvoll, der Galopp mit sehr guten fliegenden Galoppwechseln. Die Piaffen sicher und mit, etwas mehr Routine vorausgesetzt, noch mit Luft nach oben.


Aus der Carl Hester-Schule


Das Paar, das unter anderem beim Weltcup-Turnier in London Sechste in der Kür war, ließ heute Punkte in der Zick-Zack-Traversale liegen. Sadie Smith war lange Jahre Stallreiterin bei Carl Hester in den Zeiten, als die beiden Medaillensammler Valegro und Uthopia dort trainiert wurden. Swanmore Diamantina ist beim Britischen Hannoveraner Verband registriert. Ihre Mutter Charatana ist Oldenburgerin und stammt von Brigitte Wittigs Grand Prix-Hengst Charatan W ab.


Semmieke Rothenberger schrammt knapp am Podium vorbei


Mit einem fehlerfreien Ritt hätte es Semmieke Rothenberger mit ihrem Farrington noch aufs Podium schaffen können. Gerade einmal ein Punkt trennte den Vorzeige-Passagierer von dem Paar aus Großbritannien. Allein schon die fehlerhaften Einerwechsel kosteten die Kombination, die im U25-Lager überaus erfolgreich unterwegs war, mindestens 24 Punkte. Neben der Passage konnte das Paar auch mit ausdrucksstarken Pirouetten punkten. Ein vierter Platz, der sich nach mehr anfühlt (71,587).


Farrington und Semmieke Rothenberger schrammten um einen Punkt an Platz drei vorbei. Foto: sportfotos-lafrentz.de

Das Mittelfeld gehörte „den Jungen“


Mit Annabel Pidgley und Vamos Amigos, der unter Cathrine Dufour 2022 Mannschaftsweltmeister für Dänemark geworden war, landete ein weiters „junges“ Paar auf Platz fünf (71,413).


Mit einem clever angelegten Ritt, der die Stärken des Pferdes besonders betonte und aus den weniger starken Momenten das Optimum herausholte, wurde der amtierende Mannschaftseuropameister Moritz Treffinger mit Cadeau Noir Sechster (70,174). Ausgerechnet bei der Galoppirouette rechts, eigentlich eine der Toplektionen des Paars vom Gestüt Bonhomme, fehlte es für einen Moment an Energie.


Mit Lisa Müller und Mondrian (69,587) und Ingrid Klimke mit First Class (69,217) landeten zwei deutsche Kombinationen auf den Plätzen sieben und acht noch über 69 Prozent.


Ergebnisse CDI4* Grand Prix Horses and Dreams 2026


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