Grand Prix Special von Hagen an Isabell Werth und Viva Gold, sichere Runde von Katharina Hemmer und Denoix
Bestleistung in jeder Hinsicht für Isabell Werths Viva Gold im Hagener Special
Isabell Werth und Viva Gold nach überzeugendem Grand Prix Special Sieg in Hagen.
Foto: Rebecca Thamm Der heutige Grand Prix Special von Hagen war eine der, vielleicht sogar die beste Prüfung, die Isabell Werths Louisdor-Preis Sieger Viva Gold OLD je aufs Parkett gezaubert hat. Der zehn Jahre junge Oldenburger Hengst ging weitgehend lektionsfehlerfrei, war feiner in der Anlehnung und hatte dazu einige Highlights wie die Schritttour, die Rechtspirouette, die Schlusslinie.
Auch die Piaffen, Passagen und Übergänge erhielten mehrheitlich Wertnoten von 8,0, zum Teil auch 9,0. Um alle Richter hier von einem „sehr gut“ zu überzeugen, muss der Vivaldi-Sohn noch an Kraft gewinnen, damit die Vorhand weniger rückständig und stützend wirkt. Dass er das Talent dafür hat, steht außer Frage.
Die Zweierwechsel gelangen recht sicher, wenn auch mit viel Körpereinsatz seitens der Reiterin, die Einerwechsel waren fehlerfrei, aber noch nicht zu 100 Prozent losgelassen. Insgesamt wirkte Viva Gold jedoch zufrieden, aufmerksam und willig.
Sichtlich zufrieden war auch Isabell Werth, als sie zum zweiten Mal gegrüßt hatte und „Viva“ ausgiebig lobte. Den Richtern hat es ebenfalls gefallen: 78,894 Prozent. Mehr hatte das Paar nur bei seinem allerersten Grand Prix Special im Frühjahr in Herning erzielt, Damals waren es 79,042 Prozent gewesen.
Denoix mit sauberer Runde

Katharina Hemmer und Denoix bestätigten mit 77,362 Prozent ihre Form aus dem Grand Prix, wo sie Viva Gold noch hinter sich gelassen hatten. Als die beiden ins Viereck mussten, kam ordentlich Wind auf. Darauf habe Denoix reagiert, erklärte Hemmer später. Er sei „an“ gewesen und sie habe ihn bei sich behalten müssen. Tatsächlich war der 14-jährige Destano-Sohn heute nicht ganz so schön vor den treibenden Hilfen seiner Reiterin wie im Grand Prix, so dass sie ihn immer mal wieder auffordern musste. Das gelang nicht immer sofort, so dass das Genick des Oldenburger Fuchses immer mal wieder hinter die Senkrechte kippte. Dass er dennoch eine saubere Prüfung ohne Lektionsfehler ging, spricht für die gute Abstimmung, die er und Hemmer inzwischen erreicht haben. 77,362 Prozent erhielten sie und da ist noch ganz viel Luft nach oben. Damit empfahlen sich die beiden erneut für das WM-Aufgebot für Aachen.
Total Hope

Die beste Galopptour des Tages zeigten Isabel Freese und Total Hope. Der Totilas-Sohn mag nicht besonders großrahmig wirken, aber er bewegt sich groß und im Galopp kommt das besonders zur Geltung. Für seine Serienwechsel, Zweier wie Einer, erhielt er mehrfach die 9.
In der Trabtour war die Anlehnung besser als noch im Grand Prix, wo der Rappe zum Teil deutlich sperrte. Aber noch immer ist in Sachen Selbsthaltung Luft nach oben – und zum Teil wirkt der Kandarenzügel auch deutlicher ein als der Trensenzügel. Besonders in der ersten Hälfte der Trabtour musste Freese den Weihegold-Sohn in den Übergängen und den Passagereprisen noch sehr zusammenhalten im wahrsten Sinne des Wortes. Das wurde aber in der zweiten Hälfte besser und in der Galopptour erst recht. Mit 75,553 Prozent belegten die beiden Rang drei.
Besonders schön war die Anlehnung übrigens bei Dr. Svenja Kämper-Meyer und ihrer Amanyara M. Leider hatten die beiden heute in der Galopptour Probleme, so dass sie nicht über 68,340 Prozent kamen (Platz 13). Aber da konnte man wirklich sagen, dass die Reiterin nicht nur zum Nachgeben kam, sondern dass sie gar nicht erst halten musste, die Stute aber trotzdem vor ihr war.
Forster mit Highlights und zwei Patzern
Wer Pferde mag, kann nicht anders als Sympathien für Tobias Nabbens Finest-Sohn Forster zu haben. Dieser zarte Feinrich-Sohn ist sicher kein Bewegungswunder. Aber er ist der aufmerksamste, willigste und engagierteste Sportpartner, den ein Reiter sich nur wünschen kann. Dazu schafft Nabben es immer, ihn in gutem Seitenbild zu präsentieren und die Piaffe-Passage-Arbeit des Rappen ist nach klassischen Maßstäben nah am Ideal. Zwei dicke Patzer unterliefen dem Paare heute, einmal beim Angaloppieren aus der Passage, wo Forster zunächst falsch ansprang, dann in den Einerwechseln auf der Diagonalen, wo er einmal aussetzte. Hinzu kam leichte Spannung in der Schritttour. 71,489 Prozent markierten zwar ein persönliches Bestergebnis auf internationalem Parkett, waren aber weniger als die beiden in Balve erhielten, wo sie schon an den 74 Prozent kratzten. Aber die Tendenz zeigt dennoch klar nach oben.
Dieudonné – Zunge raus, aber …
Dass Raphael Netz und Dieudonné heute mit Rang neun und 69,851 Prozent Vorlieb nehmen mussten, lag daran, dass der Dante Weltino-Sohn in der Trabtour die Zunge zeigte, sie sogar über dem Gebiss zu haben schien. Aber: Er blieb trotzdem stabil in der Anlehnung – so weit man davon sprechen kann – und hatte keine wirklichen Lektionsfehler. Das mit der Zunge war ärgerlich. Gleichzeitig zeigte es auch, wie handunabhängig der Wallach ist.
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