CDI3* Lier Grand Prix

Grand Prix-Marathon mit deutschem Quartett an der Spitze

Dressur
So kennt man Thomas Wagners Escolar's Emil – allzeit motiviert und die Ohren stets auf Empfang. Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de So kennt man Thomas Wagners Escolar's Emil – allzeit motiviert und die Ohren stets auf Empfang. Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de
Sieben Stunden CDI3* Grand Prix standen heute in Lier auf dem Programm. Am Ende stand ein deutsches Quartett an der Spitze.

41 Paare standen auf der Starterliste heute für den Grand Prix in Lier, darunter mehrere Louisdor-Preis Finalisten der letzten Saison. So einer ist auch Escolar’s Emil, der im Dezember in Frankfurt einen starken zweiten Platz hinter Viva Gold belegte.


Erster internationaler Sieg


Als Thomas Wagner mit dem elfjährigen Escolar-Contender-Sohn um kurz nach 16 Uhr die erste 70 Prozent-Wertung in Lier einloggte, hätten er sich vermutlich nicht träumen lassen, dass er sechs Stunden später immer noch an der Spitze des Rankings stehen würde, aber so war es. Mit 70,5 Prozent gewann der hoch elastische und allzeit rundum orientierte Rheinländer seinen ersten internationalen Grand Prix, unter anderem dank schöner Traversalen, Pirouetten und einer guten Schlusslinie. Für noch höhere Noten fehlt es den beiden noch an Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit – aber ja auch noch an Erfahrung.


Es war übrigens auch für Thomas Wagner der erste internationale Grand Prix-Sieg seit langer Zeit. Als er das letzte Mal die Ehrenrunde anführte, kam Escolar’s Emil gerade zur Welt: im Frühjahr 2015. Damals siegt er Anfang März in Vidauban auf Amoricello. Neun Tage später wurde sein „Emil“ geboren, der ihn heute wieder auf einen internationalen ersten Platz trug.


Lisa Müller auf den Plätzen zwei und drei


Lisa Müller hatte zwei Pferde mit nach Lier gebracht und belegte mit ihnen knapp geschlagen die Plätze zwei und drei. Mit dem elfjährigen Millennium Mondrian kam sie auf 70,217 Prozent, mit den Dante Weltino-Sohn Dantiamo wurden es 70,022 Prozent. Schade bei beiden Pferden: Bei allem Talent, das sie mitbringen, kamen sie nicht reell zum Tragen. Dantiamo fiel in den Trabverstärkungen auf die Vorhand und hatte Taktstörungen. Die Richter gaben hier Wertnoten von 5,5 bis 7,5. Zwei Richter hatten die beiden auf Rang eins, eine Richterin hingegen ordnete sie auf Platz 13 ein.


„Spezi“ Vierter


Auf Rang vier schlossen Katharina Hemmer und der Oldenburger Hengst Special Gold v. San Amour aus der Weihegold OLD letztes Jahr die Saison im Louisdor-Finale ab, auf Rang vier läuteten sie sie heute bei der internationalen Grand Prix-Premiere wieder ein. Die Trabverstärkungen waren noch mit deutlich gebremstem Schaum geritten. Die erste Piaffe-Passage-Tour gelang mit recht gleichbleibendem Rhythmus, aber Hemmer schien genau zu wissen, dass sie den Hengst noch nicht allzu sehr auf die Stelle bringen durfte in der Piaffe. Die zweite war viel besser. Die Schritttour gelang gut, ebenso die Zweierwechsel. Bemerkenswert: In den Einern musste Special Gold zu Beginn der Diagonale einem dringenden Bedürfnis nachgehen. Hemmer wartete bis er fertig war und trotz des späten Anfangs schafften sie es noch, 15 fehlerfreie Wechsel auf die Linie zu zaubern. Piaffe und Passagen auf der Schlusslinie waren noch mal ein schöner Abschluss zu einem Gesamtergebnis von 69,978 Prozent.


Wer sonst noch auffiel


Platz sieben ging mit 69,696 Prozent an ein weiteres Louisdor-Paar: Tobias Nabben mit dem elfjährigen Finest-Sohn Forster. Im Finale in Frankfurt waren die beiden ziemlich von der Rolle. Heute zeigte sich der feingliedrige Rappe wieder ganz, wie man ihn sonst kannte: Allzeit bereit, alles für seinen Reiter zu geben. Die Piaffen und Passagen gehörten zu den besten, die man heute gesehen hat.


Eigentlich auch für den Louisdor-Preis qualifiziert war die wunderschöne Oldenburger Stute Dante’s Pearl. Doch ihre Reiterin Charlott-Maria Schürmann musste den Start absagen, weil die Dante Weltino-Tochter sich einen Infekt zugezogen hatte.  Umso gespannter war man, wie sie sich heute gegen ihre Doch-Nicht-Konkurrenten aus Frankfurt schlagen würde. Sie fing toll an mit herrlichen Verstärkungen und Traversalen und zeigte sich im Gegensatz zu diversen anderen Pferden sehr zufrieden in der Anlehnung. Leider fand sie heute in den Piaffen nicht recht in den Rhythmus und es gelang Schürmann nicht, Gleichmaß in die Schritttour zu bringen, weder im starken noch im versammelten Schritt – alles Probleme, die doppelt teuer sind. So wurde es Rang 14 mit 68,109 Prozent.


Noch davor konnte sich ein weiterer Louisdor-Alumnus behaupten: Fabienne Müller-Lütkemeiers nun 15-jähriger Westfale Valesco. Der Vitalis-Sohn war seit Mai 2025 auf keinem internationalen Turnierplatz mehr gewesen. Erst vor wenigen Tagen hatte „Fabi“ ihn in Ankum für seinen ersten internationalen Auftritt heute in Turnierstimmung gebracht. Sie kamen auf 68,109 Prozent.


Alle Ergebnisse finden Sie hier. 


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