Lodovico zukünftig unter Beatrice Hoffrogge

Grand Prix-Hoffnung für Beatrice Hoffrogge

Dressur
Lodovico – "eines der Pferde, von denen man sich wünscht, dass sie für immer bleiben", wie Lena Haßmann sagt. Das Glück hat nun Beatrice Hoffrogge. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Lodovico – "eines der Pferde, von denen man sich wünscht, dass sie für immer bleiben", wie Lena Haßmann sagt. Das Glück hat nun Beatrice Hoffrogge. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Normalerweise bildet Beatrice Hoffrogge selbst Pferde von der Pike auf aus. Nun hat sie ein Pferd unter den Sattel bekommen, das bereits Bundeschampion war: den Oldenburger Hengst Lodovico.

Mit Lena Haßmann im Sattel war Lodovico 2025 Bundeschampion der fünfjährigen Dressurpferde. Für die weitere Ausbildung ist nun Beatrice Hoffrogge verantwortlich. Das Ziel ist klar: Lodovico soll einer fürs ganz große Viereck werden. Dafür haben seine neuen Besitzer ihn gekauft, wie Hoffrogge erklärt: „Das langfristige Ziel ist der Grand Prix.“


Langjährige Förderer


Lodovicos neue Besitzer sind das Ehepaar Baronin Amely und Baron Wolf von Buchholtz. Sie sind langjährige Förderer Hoffrogges. Die Verbindung stammt aus der Zeit, als die 36-Jährige noch Buchwald hieß und als Bereiterin im Stall von Isabell Werth arbeitete. Damals vertrauten die von Buchholtz Beatrice ihr Grand Prix-Pferd Daily Pleasure als Lehrmeister an, da Hoffrogge bis dato noch keine Erfahrung auf diesem Niveau hatte. Nach Daily Pleasure geben sie ihr den heute elfjährigen Dante Weltino-Sohn Dancelli zur Ausbildung. Beatrice hat Dancelli von dreijährig an bis zur schweren Klasse ausgebildet. S* und S**-Platzierungen haben sie bereits und sind nun auf dem Weg in Richtung Grand Prix.


Eines Tages habe das Ehepaar sich an sie gewandt und gemeint, sie würden gerne noch einmal in ein talentiertes Pferd investieren, berichtet Beatrice. Diesmal sollte es ein nicht mehr ganz junges sein, möglichst groß, möglichst kein Hengst. Nun bringt Lodovico nicht unbedingt den Rahmen mit, den einst der De Niro-Sohn Daily Pleasure hatte und Hengst ist er auch, aber alle anderen Anforderungen passten.


Schon als Zweijährigen entdeckt


Der Oldenburger Lord Europe-Sohn Lodovico kam 2020 bei der Zuchtgemeinschaft Wieghaus-Vorwerk GbR zur Welt. Zwei Jahre später stellte das Gestüt Schafhof ihn bei der westfälischen Hauptkörung in Münster-Handorf vor, wo der optisch deutlich vom Vater geprägte Rappe zum 1. Reservesieger erklärt wurde. Schon damals fiel er Beatrice Hoffrogge auf. Sie hätten ihn auch gerne  für die Hengststation gehabt, aber der Zuschlag bei der Auktion ging für damals 401.000 Euro an Käufer aus Thailand. Tatsächlich blieb jedoch immer der Schafhof als Lodovicos Besitzer eingetragen, und hier erhielt er auch seine Grundausbildung.


Lena Haßmann übernahm den Beritt ihres späteren Bundeschampions erst Mitte 2025, wenige Monate vor Warendorf. Das war offensichtlich kein Problem. Von acht Prüfungen, die sie gemeinsam bestritten haben, haben sie sieben gewonnen. Das einzige Mal, dass sie nicht ganz vorne standen, war in der Qualifikation zum Bundeschampionatsfinale in Warendorf, wo sie „nur“ Vierte wurden – nur um zwei Tage später dann den Titel zu holen.


Beatrice Hoffrogge hatte den Werdegang des Hengstes nie ganz aus den Augen verloren. „Ich sah ihn in einer Prüfung mit Lena (Haßmann) und dachte noch, dass das ja ein richtig cooles Pferd geworden ist.“ Eines, das wenige Monate später zu ihr nach Dorsten ziehen würde. Aber das wusste sie zu dem Zeitpunkt noch nicht.


Vermittlung durch Isabell Werth


Beatrice Hoffrogge fährt noch immer regelmäßig zum Training zu ihrer Ex-Chefin Isabell Werth. Bei der Gelegenheit erzählte sie ihr, dass sie zusammen mit dem Ehepaar von Buchholtz nach einem talentierten jungen Pferd suche. Isabell Werth hatte gerade von Klaus-Martin Rath ein Video gezeigt bekommen, auf dem ein talentiertes junges Pferd des Schafhofs zu sehen war, von dem man sich trennen wollte – Lodovico. „Den kenne ich“, stellte Beatrice fest. Und sie hätte ihn schon drei Jahre vorher gerne gehabt. Also machte sich eine kleine Kavalkade auf nach Lienen, um Lodovico bei Lena Haßmann auszuprobieren. Sie wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil.


„Wir fanden ihn alle richtig toll! Ich saß da drauf und dachte, boah, geil!“, beschreibt Beatrice ihr erstes Mal Lodovico und schwärmt: „Schön, rittig, intelligent, er bringt alles mit. Er hat nicht nur drei überragende Grundgangarten, sondern ein unheimlich großes Versammlungspotenzial. Das kann man jetzt schon spielerisch antesten.“


Kurz vor Weihnachten konnte sie Lodovico zu sich nach Dorsten holen.


Pläne für die Zukunft


Was die kommende Saison angeht, hat Beatrice noch keine konkreten Pläne. Zwar wolle sie ein Turniere mit Lodovico bestreiten, aber ob er bei der WM-Sichtung geht oder seinen Titel beim Bundeschampionat verteidigen wird, ist zweitrangig. „Das Ziel ist der Grand Prix. Was auf dem Weg dahin passt, nehmen wir mit, weil es Spaß macht, aber es ist kein Muss“, betont sie. Im Frühjahr wolle sie sehen, wo sie stehen und dann überlegen, wie die weitere Saison aussehen könnte.


Als Hengst auf einem Hof mit Deckstation könnten sie den Rappen auch in die Zucht nehmen. Doch das ist vorerst nicht geplant. „Er soll sich erst einmal ganz auf den Sport konzentrieren“, sagt Hoffrogge. „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Als Ausbilderin und Reiterin macht es vieles einfacher (wenn die Hengste nicht decken). Aber ich habe von vielen Züchtern gehört, die ganz begeistert von den Fohlen sind.“ Und daran denkt man als Hengsthaltung, die zu einem Gutteil davon lebt natürlich auch. Aber die Option bleibt bestehen. Gelegt wird Lodovico nicht. „So bleiben uns alle Möglichkeiten offen, dass wir ihn vielleicht später nochmal aufstellen.“


Als erstes hatte Eurodressage im Dezember von dem Reiterwechsel für Lodovico berichtet.


 


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