Frederic Wandres und Bluetooth gewinnen CDIO Kür beim Nationenpreisturnier in Hagen
Frederic Wandres und Bluetooth begeistern ihre Fans in der Kür von Hagen
Frederic Wandres und Bluetooth zeigten sich dieses Wochenende in Hagen bestens in Form, hier noch ein Bild aus dem Grand Prix.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Elf Paare der Nationenpreistour von Hagen hatten sich für einen Start in der Kür entschieden. Eingeläutet wurde die Entscheidung der letzten drei von dem US-Reiter Christian Simonson mit Fleau de Baian, dem von Adelinde Cornelissen ausgebildeten Parzival-Vollbruder. Die beiden haben ihre Kür mit einer Mischung aus klassisch vertonten Popsongs untermalt wie „In the name of Love“ im Trab und „Man in the Mirror“ für den Schritt, die gut zur Choreografie und den beiden als Paar passt. Zu den Highlights der beiden gehörten die Pirouetten. Leider unterlief ihnen ein Aussetzer in der Zweiern und sie zeigten nur elf Einerwechsel. In der Trabtour bewegte der Dunkelfuchs sich mit viel Elastizität und aufwändiger Mechanik, aber man wünschte sich mehr Gleichmaß und mehr Schluss von hinten über den Rücken sowie in den Piaffen Lastaufnahme und Hankenbeugung. Auch im Galopp war Simonson immer wieder bemüht, den Wallach wegzubekommen von der Hand und zum Nachgeben zu kommen, konnte aber nicht verhindern, dass Fleau de Baian immer mal wieder hinter die Senkrechte kam. Dennoch, mit 76,650 Prozent übernahmen die beiden zwischenzeitlich die Führung.
Farrington – it’s a Celebration
Apropos passende Musik – Kool & the Gang’s beatbetontes „Get down on it“ kann man nicht für jedes Pferd nehmen, aber zu Semmieke Rothenbergers akzentuiert und geschlossen passagierendem Farrington passt es wie die Faust aufs Auge. Leider schien der eifrige Fuchs sich in der ersten Piaffe einmal kurz am Gebiss „gestoßen“ zu haben, so dass er sich kurz heraushob, aber Semmieke Rothenberger konnte die Situation geschickt retten. Überhaupt ritt sie wie immer hoch konzentriert von Punkt zu Punkt, zeigte klar abgesetzte Übergänge zwischen Passagen und versammelten Trab, wunderbare Pirouetten und sorgfältig gestellte und gebogene Traversalverschiebungen in Trab und Galopp. Leider hatten die beiden einen Aussetzer in den Einern und einen Taktfehler in der letzten Trabverstärkung. Auf der letzten Linie ist eine Fächerpiaffe vorgesehen. Die beiden kamen gut in den Piaffetakt, aber dann verlor der 16-jährige Jazz-Sohn einmal kurz die Balance. Mit 78,930 Prozent holten sie die neue Bestmarke des Tages.
Bluetooth unter Flutlicht
Als die beiden Mannschaftsolympiasieger und zweifachen Team-Europameister Frederic Wandres und Bluetooth als letztes Paar „ihr“ Viereck auf dem Hof Kasselmann betraten, war die Dunkelheit hereingebrochen und die beiden konnten ihre wirklich schwierige Kür unter Flutlicht zeigen. Der Bordeaux-Sohn wirkte frischt und voller Energie, zeigte tolle Piaffen mit maximaler Lastaufnahme und im Kontrast tolle Trabverstärkungen sowie fließende und geschmeidige Traversalen. Im Galopp fingen sie mit tollen Zweierwechseln an, die sie auf gebogener Linie zeigen. Allerdings schien Bluetooth beim Richtungswechsel einmal kurz die Balance verloren zu haben. Einen Wechsel sprang er in zwei Phasen, den danach beidbeinig. Das war ebenso teuer wie der Aussetzer in den Einerwechseln auf der Mittellinie. Dafür zeigten die beiden heute sehr gute Pirouetten und die nach rechts ritt Wandres sogar einhändig. Ergebnis: 80,735 Prozent und der verdiente Sieg für die beiden.
Morgen gibt es dann noch den Grand Prix Special zum krönenden Abschluss des Hagener Nationenpreisturniers, wo die beiden anderen deutschen Mannschaftsreiter an den Start gehen. Raphael Netz und Great Escape Camelot sind um 15.15 Uhr an der Reihe, Isabell Werth und Wendy eine halbe Stunde später.
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