Deutsches Dressur-Derby in Hamburg

Dressur-Derby künftig ohne Pferdewechsel

Dressur
Emma Kanerva und Heartbreaker waren 2018 die Sieger des 60. Deutschen Dressur-Derbys. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Emma Kanerva und Heartbreaker waren 2018 die Sieger des 60. Deutschen Dressur-Derbys. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
71 Jahre ist es her, dass Willi Schultheis als Sieger aus dem ersten deutschen Dressur-Derby der Geschichte hervorging. Das Herzstück war – bis auf wenige Ausnahmen, als es schon einmal gestrichen wurde – das Finale mit Pferdewechsel. Allerdings fanden sich im Laufe der Jahre immer weniger Reiter, die mitgemacht haben. Nun wurde eine Entscheidung getroffen.

Wie Turnierchef Matthias Alexander Rath mitteilt, wird es künftig keinen Pferdewechsel mehr beim Deutschen Dressur-Derby in Hamburg geben. Stattdessen soll die Addition der Ergebnisse aus Grand Prix und Kür in der Fünf-Sterne-Tour den Derby-Sieger ergeben.


Drei Gründe


„Es gibt drei Gründe, warum wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben“, so Rath und zählt auf: „Die Rückmeldungen der Reiter, die der Zuschauer und die Beobachtungen der vergangenen Jahre.“


Es gebe noch Reiter, die gerne Prüfungen mit Pferdewechsel reiten, aber das sei heutzutage die deutliche Minderheit. Gleichzeitig sei der Zuspruch der Reiter im vergangenen Jahr, in dem die Dressur erstmals auf Fünf-Sterne-Niveau ausgeschrieben war, „enorm“ gewesen, fährt Rath fort. „Isabell Werth war da, Ingrid Klimke war da – um nur zwei herausragende Namen zu nennen – und beide haben bereits angekündigt, dass sie auch 2026 Hamburg wieder in ihre Planungen einbeziehen wollen, beide voraussichtlich mit ihren Toppferden Wendy und Vayron.“


Von Seiten der Zuschauer habe man ebenfalls ein eindeutiges Feedback bekommen: Das Herz der Hamburger Dressurfans schlage noch mehr für den hochklassigen Fünf-Sterne-Dressursport als für den Pferdewechsel.


Weiterhin breites Prüfungsangebot


Neben der Fünf-Sterne-Tour soll es weiterhin die Drei-Sterne-Tour mit Grand Prix und Grand Prix Special geben.


Ebenfalls spannend: Hamburg ist erneut Qualifikationsstandort für den Louisdor-Preis, so dass die Grand Prix-Reiter auch ihre Nachwuchspferde mitbringen können. Sollten die noch gar nicht auf S***-Niveau unterwegs sein, können sie sie auch in der Kleinen Tour mit Prix St. Georges und Intermediaire I an den Start bringen. Rath: „So haben wir das Prüfungsangebot für die Reiter sehr breit aufgestellt. Die Reiter können jetzt zwei Grand Prix-Pferde mitbringen und wer bisher die Derby-Tour geritten hat, hat weiterhin die Chance, in Hamburgs Drei-Sterne-Tour zu reiten.“


Was ebenfalls bleibt ist das Deutsche Pony-Derby. Und hier wird es auch weiterhin das Finale mit Ponywechsel geben.


Bruch mit Tradition


1955 wurde in Hamburg Klein-Flottbek zum ersten Mal das Deutsche Dressur-Derby mit Pferdewechsel ausgetragen. Sieger war damals der Otto Lörke-Schüler Willi Schultheis. Nun endet die Derby-Tradition. Rath betont: „Wir sind uns durchaus bewusst, dass diese Änderung einen Einschnitt in die Geschichte des Deutschen Dressur-Derbys bedeutet. Wir haben uns die Entscheidung überhaupt nicht leichtgemacht. Aber nach Abwägung aller Aspekte sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass das Derby mit Pferdewechsel vielleicht nicht mehr optimal in die heutige Zeit passt. Ich halte den Pferdewechsel immer noch für eine äußerst spannende und interessante Prüfungsform, aber im Rahmen des Dressur-Derbys wird es nun in der Fünf-Sterne-Kombinationswertung ausgetragen.“


Ablauf


Wie gehabt fällt die Derby-Entscheidung am Sonntag, denn dann steht die Grand Prix Kür auf dem Programm. Die Reiter der Fünf-Sterne-Tour können weiterhin nach dem Grand Prix am Freitag entscheiden, ob sie den Grand Prix Special am Samstag oder die Grand Prix Kür am Sonntag als zweite Prüfung wählen. Wer allerdings das Blaue Band des Derbysiegers gewinnen will, muss die Kür reiten.


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