Hemmer und Denoix gewinnen Grand Prix in Lier vor Klimke und Vayron
CDI4* in Lier mit Purzel in Bestform
Katharina Hemmer und Denoix 2025 in Aachen. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Locker, frisch und motiviert legten Katharina Hemmer und Denoix heute einen fehlerfreien Grand Prix in Lier aufs Parkett. Der 14-jährige Destano-Sohn mit einem ganz zufriedenen Gesicht, die Ohren gespitzt, das Maul geschlossen, der Schweif pendelnd, seine Reiterin mit dezenter Hilfengebung und einer Hand, die man eigentlich nur bemerkte, wenn sie den Fuchs anklopfte, weil er mal wieder etwas besonders gut gemacht hatte.
Der Ritt sah aber nicht nur schön aus, er war auch technisch auf höchstem Niveau mit tollen Traversalen, ausgesprochen gutem Rückwärtsrichten (für das Irina Manami, die direkt am Punkt bei C saß, nachvollziehbar sogar eine 9 gab), aktiven Piaffen und Passagen, locker nach vorne-oben durchgesprungenen Serienwechseln.
Früher war es oft so gewesen, dass Denoix in der zweiten Hälfte der Prüfung etwas die Kraft verließ und er hinter den Zügel kippte. Das war bereits in der letzten Saison viel besser und so auch heute. Einziges kleines Aber: vor der zweiten Piaffe wich Denoix mit der Hinterhand kurz aus. Hemmer korrigierte, nichts passiert. Beim Angaloppieren zog der Wallach dann das rechte Hinterbein einmal extrem nach oben. Doch ansonsten machte er heute kaum falsche Tritte. Ergebnis: Sieg mit 75,587 Prozent.
Vayron war im Münsteraner Fitnessstudio
Auch Ingrid Klimkes Vayron ist bestens durch den Winter gekommen. Der Westfalen-Hengst v. Vitalis hat noch einmal an Muskeln zugelegt. Dass die durch reelle Arbeit entstanden sind, war in der Aufgabe zu merken, noch nicht immer und in jedem Moment, aber immer wieder. Abzulesen vor allem an den Lektionen, die dem Riesen mit den Riesenbewegungen früher Schwierigkeiten bereitet haben, vor allem den Pirouetten. Die waren heute viel besser als noch im vergangenen Jahr – ausbalanciert, im Gleichmaß und mit dem Maximum an Lastaufnahme, zu dem Vayron mit seinem Körper fähig ist. Nicht selbstverständlich, wie motiviert er hier mitmacht. Und die ersten Piaffe war wirklich diagonal im Takt, federnd und aktiv. Sämtliche Lektionen, die nach vorne gehen, sind sowieso ein Highlight des Paares.
Dabei schielte Vayron zu Beginn der Aufgabe noch recht genau auf das, was außerhalb des Vierecks vor sich ging, blieb aber im Wesentlichen bei der Sache. Klimke war bemüht, ihn immer wieder von der Hand zu lösen. Das gelang ihr auch jedesmal. Aber noch konnte sie nicht verhindern, dass Vayron immer mal wieder die Stütze am Gebiss suchte und dann auch das Maul öffnete. Mit 72,848 Prozent belegten sie Rang zwei. Aber hier ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.
Neumünsteraner Weltcup Sieger auf drei
Ein prominentes belgisches Paar ist auch Lier im Start – nein, nicht Verboomen und Zonik Plus, sondern die Weltcup-Sieger der Etappen in Mechelen und Neumünster, Larissa Pauluis und Flambeau. Ihnen wurden heute die Einerwechsel zum Verhängnis, so dass sie sich mit 72,435 Prozent mit Rang drei zufrieden geben mussten.
Platz vier ging an Anabel Balkenhol und ihren Hohenstein-Sohn High Five. Der 15-jährige Hannoveraner Wallach zeigte eine solide, runde Prüfung mit Highlights vor allem in den Serienwechseln und den Galopppirouetten. 71,370 Prozent vergaben die Richter.
Damit konnten sich die beiden knapp gegen ein aufstrebendes Paar aus den Niederlanden durchsetzen, Marieke van der Putten und Kuvasz. Der elfjährige Rappe hat nicht ganz die Präsenz seines Vaters Glamourdale, aber ansonsten von der Optik über die Farbe bis hin zum Bewegungsablauf sehr viel. Wären nicht beide – doppelt zählenden – Pirouetten problematisch geworden, wären sie auf deutlich mehr gekommen als 71,152 Prozent.
Die weiteren Deutschen
Zufrieden gewesen sein dürfte auch Fabienne Müller-Lütkemeier nach ihrem Auftritt mit ihrer Vitalis-Tochter Valencia AS. Auch ihnen gelang eine weitgehend fehlerfreie Vorstellung, die mit 70,326 Prozent und Platz acht belohnt wurde. Für die Stute war es das erste Mal seit Juli 2024, dass sie auf internationalem Parkett über 70 Prozent erhielt.
Nicht in die Platzierung geschafft haben es heute die Louisdor-Preis Sieger von 2024, Carina Harnisch und Sheldon Cooper (68,196) sowie Lisa Müller und der einst von João Pedro Moreira ausgebildete Zonik Hit (66,043), der den Portugiesen 2023 bei beider erstem Championat, der EM in Riesenbeck, bis ins Kür-Finale getragen hatte, ehe das Ehepaar Müller ihn erwarb.
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