Kopf an Kopf Krimi in Kür Herning endet mit Sieg von Laudrup-Dufour vor Werth

Cathrine Laudrup-Dufour siegt in zweimal 90%+ Kür von Herning knapp vor Isabell Werth

Dressur
Cathrine Laudrup-Dufour gewann die Kür 2026 im Herning. Foto :Ridehesten Cathrine Laudrup-Dufour gewann die Kür 2026 im Herning. Foto :Ridehesten
So könnte auch das WM-Finale 2026 aussehen: Cathrine Laudrup-Dufour hat vor heimischem Publikum in Herning die Kür mit Freestyle knapp vor Isabell Werth und Wendy gewonnen. So knapp es war, prallten hier zwei Konzepte aufeinander.

Die eine lyrisch konzentriert, die andere dynamisch exaltiert: Die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour und Isabell Werth haben in der Boxen-Halle in Herning Dressur im Hier und Jetzt zelebriert. Am Ende hatten Freestyle und Cathrine Laudrup-Dufour die Nase vorn. Letztendlich war es der technische Wert, also das Reiten der einzelnen Lektionen, die den Ausschlag zu Gunsten der Dänin machte. In der B-Bote trennten die beiden Ritte in der Addition lediglich 0,08 Prozentpunkte. 0,385 trennten die beiden Top-Reiterinnen am Ende insgesamt. Drei Richterpositionen sahen das dänisch/hannoversche Doppel vorn. Die Deutsche Ulrike Nivelle vergab an Werth 1,45 Prozentpunkte mehr und von der Britin Isobell Wessels gab es ebenfalls mehr Punkte: 0,375 Prozent.


My heart will go on


Die Lokalmatadorin hatte die Kür mit nach Herning gebracht, die sie auch bei den Olympischen Spielen in Paris geritten hatte: „Formidable“ von Stromae ertönte zu einem der vielen Highlights der Hannoveraner Stute Freestyle, der Piaffe, gleich zu Beginn des Programms. Später soll das Paar aus dieser Lektion höchster Versammlung immer wieder besondere Übergänge zeigen, beispielsweise aus der Piaffe-Pirouette in die Passage-Traversale, oder aus der Piaffe-Pirouette direkt in eine doppelte Galopppirouette. Wie losgelassen und lehrbuchhaft gymnastiziert die Fidermark-Tochter ist, zeigt auch der starke Schritt, den Laudrup-Dufour mehr oder weniger direkt nach dem starken Galopp zeigt.


„Bester Grand Prix meines Lebens“


Die Musik wechselte auch stilistisch. Celine Diones Titanic-Hymne „My heart will go on“ bestimmt den Mittelteil der Kür. Einen kleinen Schnitzer gab es. In den Einerwechseln sprang die Stute mehrfach einseitig kürzer. Auf der Jokerlinie korrigierte Laudrup-Dufour aber das Missgeschick. 90,65 Prozent gab es für den Ritt. Es ist das fünfte Mal in der Karriere der Stute, dass die Notensumme jenseits der 90-Prozent-Marke lag.


Laudrup-Dufours Fazit: „Der Grand Prix gestern war der beste Grand Prix meines Lebens, daher hatte ich fast ein schlechtes Gewissen, sie zu bitten, heute noch einmal an den Start zu gehen. Ich habe heute etwas weniger Gas gegeben, und es kommt so selten vor, dass man 90 Prozent erreicht. Der Sieg an sich bedeutet nichts – aber einen solchen Spitzensport in Dänemark zu sehen, ist absolut fantastisch!!“


Isabell Werth und Wendy „zackig“ Freestyle auf den Fersen


Schon Wendys Großvater Zack sowie ihr Erzeuger Sezuan sind in Herning anlässlich der Körung, die parallel zu dem internationalen Turnier stattfindet, gefeiert worden. Dieser Familientradition fühlte sich die Rappstute wohl verpflichtet. Die Kür zu „Stumblin in“ (Suzie Quattro und Chris Norman von Smokie) und Gary Manilows „Mandy“ bzw. „Wendy setzt auf die großen Stärken der Stute: Piaffen und Passagen.


Die zeigte die Stute einmal mehr wie ein präzise funktionierendes Metronom. Die Passagen im Geradeaus und als Traversalen, die Piaffen als Pirouetten mit Richtungswechseln. Auch Wendy patzte in den ersten Zweierwechseln im Verlauf der Kür.


Vier oberhalb der 80-Prozentmarke


Platz drei ging an Isabell Freese mit Total Hope. Der Rappe kam heute besser mit der Hallenatmosphäre zurecht. Aber im Schritt fehlte es auch heute wieder an Losgelassenheit und Takt (81,885).


Mit mehr als 80 Prozent, 80,370, gab der Oldenburger Flash Gordon seinen Einstand in einer internationalen Grand Prix-Kür. Auch er benötigte die Jokerlinie, um einen Fehler in den Zweierwechseln auszubügeln.


Ergebnisse der CDI5*-Kür 2026


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