Dorothee Schneiders Barcelo siegreich in Ankum
Burg-Pokal Sieger gewinnt erste Intermédiaire II
Ein Pferd mit allen Möglichkeiten: Dorothee Schneiders Barcelo. Foto: sportfotos-lafrentz.de 2024 waren Dorothee Schneider und Barcelo Seriensieger in der nationalen kleinen Tour. Die Krönung war der Triumph im Nürnberger Burg-Pokal Finale. 2025 war es hingegen still geworden um den ehemaligen Bundeschampion, der mit vollem Namen Maxi Kraft’s Barcelo OLD heißt, benannt nach der Baumaschinenfirma seines Besitzers und Schneiders neuem Arbeitgeber, Maik Kanitzky. Dass der Bon Coeur-Sohn nicht auf dem Turnier war, heißt indes nicht, dass er nicht gearbeitet hätte. In diesem Jahr hat Barcelo den Schritt in Richtung S*** gemacht, wie man heute in Ankum gesehen hat.
Dort ging Barcelo seine erste Intermédiaire II und gewann sie auf Anhieb mit 73,158 Prozent. Dabei waren die drei Richter sich recht einig. Ute von Platen bei H gab 72,763 Prozent, Cornelia Hinsch bei C 73,553 Prozent und Harry Lorenz bei M 73,158 Prozent.
Zum Hintergrund von Barcelo
Bei seiner Geburt hatte Barcelo noch einen anderen Vornamen. Damals hieß er Atterupgaards Barcelo, benannt nach seiner dänischen Geburtsstätte, dem Stall von Kristine Munch Nielsen. Das Präfix „Atterupgaards“ trug einst auch Cathrine Laudrup-Dufours Olympiapferd Cassidy. Dessen Vollschwester ist die Stute Dicte v. Caprimond-Donnerhall. Und diese Dicte ist die Mutter von Barcelo. Er ist also ein Neffe von Cassidy.
Er begann seine Karriere im Stall Helgstrand. Gekört wurde er zunächst für den Oldenburger Verband in Vechta, dann folgte die Anerkennung in Dänemark, wo er vierjährig seine Leistungsprüfung gewann. Fünfjährig entdeckten ihn Maik Kanitzky und seine damalige Stallreiterin Tessa Frank bei Helgstrand Dressage. So kehrte Barcelo zurück nach Deutschland. Ein Jahr später wurde er mit Tessa Frank Bundeschampion. Doch dann entschied der Besitzer, den Braunen Dorothee Schneider für die weitere Entwicklung anzuvertrauen mit obigem Ergebnis.
S***-Premiere für U18-Europameisterin Sohler
Nicht nur Barcelo gab in Ankum sein S***-Debüt. Auch die 2024er Junioren-Europameisterin Marie Sohler ritt ihre erste Intermédiaire II. Bei ihrem Ritt zu EM-Gold saß die 18-Jährige – die nun nicht mehr für den Reitverein Aubenhausen der Geschwister Werndl reitet, sondern für den RV St. Georg Münster – noch im Sattel des einstigen Dressurpferdeweltmeisters Global Player. Für den Schritt in den ganz großen Sport hat sie im vergangenen Jahr den nun 14-jährigen Hannoveraner Queolito v. Quaterhall von Bianca Nowag-Aulenbrock übernommen. Bei Bianca Nowag trainiert Sohler nun auch. Außerdem wird sie von Sebastian Heinze unterstützt. In Ankum konnten sie sich mit 69,912 Prozent auf Platz zwei behaupten.
Das Nachsehen hatte eine andere ehemalige Nachwuchseuropameisterin, Lia Welschof. Mit ihrem Don Index-Sohn Dolcino kam sie auf 69,430 Prozent.
Ebenfalls erwähnenswert
Natalie Stickling Morzynski, die jüngst Isabell Werths DM-Bronzemedaillengewinner Special Blend übernommen hat, stellte in Ankum ihr anderes S***-Pferd vor, den nun neunjährigen schwedischen Ampere-Sohn Be Allex. Ihn kannte man früher unter Jeanna Hogberg, die den hünenhaften Rappen fünf-, sechs- und siebenjährig bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde vorstellte. Schon damals war Be Allex eine auffällige Erscheinung. Sechsjährig gewann er sogar die Qualifikation, wurde im Finale dann Siebter. Siebenjährig nahm er den Umweg übers kleine Finale, war hier siegreich und wurde am Ende Elfter. Nun geht er also mit Natalie Stickling Morzynski, die mit Isabell Werth trainiert. Heute war es der erste Turniereinsatz für die beiden als Paar und der erste S***-Auftritt für den Wallach. Er beendete ihn auf Rang fünf mit 67,237 Prozent.
Wiedersehen mit Straight Horse Ascenzione
Ein Pferd, von dem man ebenfalls lange nichts gehört hat, ist die Sezuan-Vollschwester Straight Horse Ascenzione von Helen Langehanenberg. 2023 waren die beiden Sechste im Finale des Louisdor-Preises gewesen. Danach ging die elegante Dunkelbraune kein Turnier mehr. In Ankum meldeten sie sich nun zurück. Gestern im Grand Prix waren sie Achte mit 67,100 Prozent. Heute im Grand Prix Special wurde es Rang zwei mit 68,954 Prozent.
Das Siegerpaar von gestern, Dorothee Schneider und Karlijn V., war heute nicht mehr dabei. Damit war der Weg zum vordersten Platz frei für Raphael Netz und Sola Diva, die der Perspektivkader-Reiter so lange reiten soll, bis sie verkauft ist, wie die Besitzer über ihre sozialen Medien wissen ließen. In Ankum dürfte sich die Stute jedenfalls Freunde gemacht haben, heute mit einer 70,523 Prozent-Runde.
Alle Ergebnisse aus Ankum gibt es hier.