Matthias Bouten mit F-Type OLD zum Sieg in der Stars von Morgen Einlaufprüfung

Bundeschampionatsfinalist gewinnt Stars von Morgen Einlaufprüfung, erster großer Auftritt Werth/Be Sure

Dressur
Ein hoch zufriedener Matthias Bouten nach seinem Siegesritt mit F-Type OLD in der Einlaufprüfung für die Stars von Morgen von Balve. Foto: Rebecca Thamm Ein hoch zufriedener Matthias Bouten nach seinem Siegesritt mit F-Type OLD in der Einlaufprüfung für die Stars von Morgen von Balve. Foto: Rebecca Thamm
Balve ist eine Station der Derby-Stars von Morgen, einer weiteren Serie für Grand Prix-Nachwuchspferde neben dem Louisdor-Preis, aber auch Nachwuchsreiter auf Grand Prix-Niveau. Der Sieg ging ins Rheinland, an den ehemaligen Bundeschampionatsfinalisten F-Type OLD.

Als letztes der 17 Paare in der Einlaufprüfung für die Stars von Morgen Qualifikation von Balve betraten Matthias Bouten und F-Type OLD das Viereck. Der imposante Franziskus-Sohn ist bereits zwölfjährig. Aber laut Ausschreibung dürfen auch elf- bis zwölfjährige Pferde ohne Grand Prix-, Special- oder Kür- sowie Kurz-Grand Prix Platzierungen an erster bis fünfter Stelle im Anrechnungszeitraum an der Prüfung teilnehmen. F-Type OLD gehört schon seit seiner Jugend der einstigen Nachwuchseuropameisterin Johanne Pauline on Danwitz, die ihn zunächst zusammen mit dem im Rheinland ansässigen Warwick McLean, später dann mit Heiner Schiergen bis Grand Prix ausgebildet und selbst vorgestellt hat. Zweimal ritt sie ihn beim Bundeschampionat in Warendorf, fünfjährig stießen sie bis ins Finale vor. Seit diesem Jahr sitzt nun Isabell Werths einstiger Stallreiter Matthias Bouten im Sattel. Balve ist das vierte gemeinsame Turnier.


F-Type OLD füllt mit seiner Präsenz das Viereck, ein imposantes Pferd, das heute beispielsweise Highlights in den Traversalverschiebungen im Trab und den Serienwechseln im Galopp. Die ersten Passage-Piaffe-Passage Übergänge waren noch verwischt un wenig akzentuiert. Die zweiten gelangen besser. Insbesondere in der zweiten Piaffe zeigte sich der Wallach taktsicher und mit gesenkter Kruppe, allerdings noch in deutlicher Vorwärtstendenz. Die Pirouette nach links war recht ausbalanciert und aktiv, in der zweiten verlor der Wallach Durchsprung und Aktivität.


Leider war das Maul immer ein Stück weit offen. 70,869 Prozent wurden es für das Paar.


Matthias Bouten: „sehr happy über das Ergebnis“


Gegenüber EQUI PAGES berichtete Boute, er reite „Freddy“ seit gut drei Monaten. Johanne Pauline von Danwitz, die Besitzerin, steht im gleichen Stall wie er und sein Partner Vicent Arroyo. Von daher lag es nahe, dass er ihr bei der weiteren Ausbildung von F-Type OLD hilft.


„Mit Heiner Schiergen hat sie schon länger nicht mehr zusammengearbeitet. Wir bauen das Pferd weiter auf zusammen. Das macht sehr viel Spaß und klappt auch gut. Wir haben von Anfang an gut zusammengefunden.“ Nun gelte es, gemeinsam weiter Sicherheit zu bekommen.


„Ich glaube, die Prüfung war schon vom Gesamtbild ganz gut. Piaffe-Passage kann natürlich noch ein bisschen kraftvoller und noch sicherer in den Übergängen werden, die Pirouetten zentrierter. Aber ich glaube im Großen und Ganzen – tolle Traversalen, schöne Wechsel … wir sind ganz happy und auf einem guten Weg und freuen uns riesig über das Ergebnis.“


Louisdor-Finalisten auf Rang zwei


Mit Platz zwei kennen sich Dr. Annabel Frenzen und der zehnjährige ebenfalls oldenburgisch eingetragene Szechuan aus. Bei der ersten Louisdor-Preis Qualifikation der Saison in Hagen lösten sie als Zweitplatzierte auf Anhieb das Finalticket für Frankfurt. Und auch heute wurde es der zweite Platz für den Sezuan-Sohn, den Frenzen selbst in die höheren Weihen der Dressur eingeführt hat, diesmal mit 70,368 Prozent.


Der Rappe zeigte sich in den Grand Prix Lektionen bereits gefestigt, aber auch bei ihm war das offene Maul ein Wermutstropfen.


Richi Vogels United Touch kann auch Dressur


Nanu? Falscher Platz? Falsches Pferd? Das könnte man meinen, wenn man sich die Absatmmung von Niklas Brokamps Unikat B aus familieneigener Zucht anschaut. Der ebenfalls zehnjährige Westfale ist nämlich ein Sohn von Richard Vogels Aachen-Sieger United Touch S aus einer Raphael Mutter. Die Power, die die Abstammung verspricht, vermochte der Wallach heute zum Teil schon ins Viereck zu bringen. In Piaffe und Passage fehlt es noch an Sicherheit und Gleichmaß, aber der Braune zeigte viel versprechende Ansätze. In der Rechtspirouette verlor er an Aktivität und Durchsprung, was in doppelt zählenden Lektionen entsprechend teuer ist. Aber alles in allem war es eine sehr harmonische und mit feiner Hand gerittene Runde, die mit 69,421 Prozent belohnt wurde.


Serious – es wird ernst und weitere Platzierte


Bis zur Galopptour sah es noch so aus, als könnten der hoch elegante San Amour-Sohn Serious (auch dies ein Oldenburger) und Friederike Tebbel diese Prüfung für sich entscheiden. Der Schwarzbraune bewegt sich im Trab wunderbar leichtfüßig und elastisch – was er auch in Piaffe und Passage mitzunehmen versteht. Dann kam die Galopptour. Als er im Mittelgalopp auf der Diagonalen bei X wechseln sollte, war Serious nicht mehr mit ganz so viel Ernst bei der Sache. Seine Reaktion auf die Hilfe seiner Reiterin war ein energischer Bocksprung, der von den Richtern mit Noten zwischen 4 und 6 geahndet wurde. Weitere Fehler folgten. Schade! Heute Rang vier mit 69,132 Prozent.


Auftritt Werth und Be Sure


Mit Spannung erwartet worden war der Auftritt von Isabell Werth auf dem einstigen Bundeschampion Be Sure. Der Benicio-Sohn ist erst acht und gehört Werths Geschäftspartner Helgstrand Dressage. Leonie Richter hat ihn bisher ausgebildet und präsentierte ihn im vergangenen Jahr im Nürnberger Burg-Pokal Finale, für das er sich hier in Balve qualifiziert hat. Mit Werth ging er heute seine zweite Prüfung. Letztes Wochenende war Generalprobe bei einem regionalen Turnier in Düsseldorf, wo sie mit 74,690 Prozent siegreich waren. So viel wurden es heute nicht.


Be Sure ist ein rührend bemühtes Pferd voller Leistungsbereitschaft und Arbeitseifer. Werth ließ ihm viel Freiheit in der Anlehnung, um ihn nicht zu stören. Leider gehen die Bewegungen des Hengstes jedoch in keiner der drei Grundgangarten wirklich durch den Körper und fand kein wirkliches Gleichmaß. Im Trab schwebte er, im Schritt stapfte er, im Galopp kletterte er. Von den Richtern gab es in der Fußnote bei dem Punkt „Reinheit der Gänge, Ungebundenheit und Regelmäßigkeit einmal eine 6,5 bei M (Katrina Wüst), einmal eine 8 bei E (Knut Danzberg) und ansonsten die 7,0 (Pascal Strohbücker bei H, Tina Viehbahn bei C, Thomas Kessler bei B).


Für den Bereich Durchlässigkeit, wo auch deutliche Probleme bei den Einerwechseln Niederschlag fanden, gab Danzberg eine 7, sein Kollege gegenüber eine 6, alle anderen 6,5. Insgesamt wurden es immer noch 68,869 Prozent.


Alle Ergebnisse der Stars von Morgen finden Sie hier.


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