Stimmhilfe in Dressur in UK erlaubt
Braaav, mein Dicker – Stimmhilfe in UK erlaubt!
Gute Nachricht aus Großbritannien: Dort ist seit Januar 2026 die Stimmhilfe in der Dressur erlaubt. Foto: toffi-images.de Die Stimmhilfe ist aus dem Reitsport nicht wegzudenken, genauso wenig wie Gewicht-, Schenkel- und Zügelhilfen. Fast schon legendär sind Videos von Trainingsritte und Geländerunden, in denen die Olympiasiegerinnen Jessica von Bredow-Werndl und Ingrid Klimke ihre Pferde mit ihrer Stimme motivieren. Was im Training OK ist, ist in der Dressurprüfung verpönt. Zumindest hierzulande. In Großbritannien ist das seit Kurzem anders.
Stimmhilfe in UK erlaubt
Im Vereinigten Königreich darf seit 1. Januar geschnalzt und mittels Stimmhilfe das Pferd beruhigt werden, auch in der Turnierprüfung. Darauf haben sich die verantwortlichen Institution British Dressage und British Riders Club im vergangenen Jahr geeinigt. „Ab sofort dürfen Reiter nun dezente Stimmhilfen in ihren Dressurprüfungen einsetzen, um mittels natürlicher Hilfen – wie zum Beispiel Zungenschnalzen – zu unterstützen. Die Verwendung der Stimme muss jedoch unauffällig bleiben und darf andere Reiter, Pferde oder Offizielle nicht ablenken oder stören“, heißt es von Seiten des Verbandes British Dressage. Und noch etwas deutlicher: „Unflätige Sprache und Obszönitäten sind nicht erlaubt und führen zum Ausschluss“.
Allerding heißt das nicht, dass durchgängig geschnalzt und „zuuuurück“ (bzw. wohl eher ”step back“) gesagt werden darf. Bei Meisterschaften und diversen anderen Turnieren ist die Stimmhilfe auch weiterhin nicht erlaubt. „Bei Meisterschaften wird die Verwendung der Stimme des Reiters mit einem Abzug von zwei Punkten von der Punktzahl bestraft, die für jede Lektion, bei der dies vorkam, vergeben worden wäre“. Also gilt auch hier: Klappe zu und reiten!
Stimmhilfe in Deutschland
In Deutschland sind Stimmhilfen auf dem Turnier nicht zugelassen. Grundlage der den Turniersport regelnden Leistungsprüfungsordnung (LPO) sind die Richtlinien für Reiten und Fahren, die die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) herausgibt. Dort heißt es: „Zur Verbesserung der Verständigung mit dem Pferd bzw. zur Unterstützung und Verfeinerung der Hilfengebung können die Stimme, die Gerte oder die Sporen punktuell eingesetzt werden. Sie sind aber kein Ersatz für die reiterlichen Hilfen.“ Sprich: Das angestrebte Ideal sieht eine Reiterin vor, die mit ihrem Pferd stumm nur mittels Signale ihres Körpers kommuniziert.
Wie gut hört das Pferd?
Das Ohr des Pferdes ist weitaus sensibler als das des Menschen. Während wir Frequenzen bis ca. 20 Kilo Hertz (kHz) noch wahrnehmen, reicht das Spektrum des Pferdes in den hohen Frequenzen bis zu 33kHz. Damit können Pferde Töne wahrnehmen, die wir gar nicht mehr hören. In der Kommunikation des Pferdes spielt das Gehör eine wichtige Rolle, auch weil das Pferd als Fluchttier darauf angewiesen ist, nahende Raubtiere rechtzeitig wahrzunehmen. Entsprechend sind Pferde „gut im Zuhören“. Deswegen wird gerade in Bezug auf das Longieren, aber auch das Training zuhause, auf den Nutzen stringenter Stimmhilfen hingewiesen.