Oldenburger Siegerhengst Bon Esprit fürs Bundeschampionat qualifiziert
Aus der Reihe „Was macht eigentlich“? Heute: der Oldenburger Siegerhengst 2023, Bon Esprit

Für 1,25 Millionen Euro erhielt das Gut Schönweide bei der Oldenburger Körung 2023 den Zuschlag für den von Jürgen Fetzer gezogenen und von Sönke Rothenberger ausgestellten Siegerhengst. Der bildschöne Dunkelfuchs mit hellerem Langhaar v. Bon Courage-Sezuan-Dimaggio erhielt den Namen Bon Esprit, „Guter Geist“.
Sportlicher Werdegang von Bon Esprit
Dreijährig absolvierte Bon Esprit seine Kurz-VA im September mit einer 8,36, wobei Schritt und Galopp mit 8,8, der Trab mit 7,8 bewertet wurde. 8,8 gab es auch für die Leistungsbereitschaft, 8,0 für die Rittigkeit.
Bei seinem Sporttest in Verden als Vierjähriger im März wurde er vor dem Fremdreitertest zurückgezogen. Schon unter dem eigenen Reiter präsentierte er sich wenig losgelassen. Aber den zweiten Versuch im Mai bewältigte er mit Bravour – Sieg mit der Wertnote 8,3, nachdem er zuvor bereits eine regionale Reitpferdeprüfung mit 8,5 hatte gewinnen können.
Fünfjährig verdiente Bon Esprit sich seinen Eintrag ins Hengstbuch I mit der Bundeschampionatsqualifikation. Auf dem Anakenenhof in Pinneberg gewann er die Dressurpferdeprüfung Klasse L unter der damaligen Bereiterin von Schönweide, Ann-Kathrin Lachemann. Mit 8,5 im Trab, 8,7 im Schritt, 8,6 im Galopp sowie 8,0 und 8,5 für Durchlässigkeit und Gesamteindruck kam er auf eine 8,46 und war damit das einzige Pferd der Gruppe, das das Ticket nach Warendorf lösen konnte (wo er allerdings nicht antrat). So war es auch heute auf dem Hof Norwegen in Mohrkirch.
Sieg in Mohrkirch
Im Sattel von Bon Esprit sitzt nach dem Weggang von Ann-Kathrin Lachemann nun Ellen Stengele. Sie hatte ihn schon bei zwei kleineren Turnieren in Dressurpferdeprüfungen der Klasse M präsentiert und war einmal siegreich, allerdings mit einer Bewertung deutlich unter der für die Bundeschampionatsqualifikation erforderlichen 8,0.
Die gab es dafür heute. Bon Esprit gewann die Qualifikation fürs Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde mit einer 8,22. Die errechnete sich aus den Einzelnoten Trab 8,3, Schritt 8,0, Galopp 8,5, Durchlässigkeit 7,8, Gesamteindruck 8,5.
Damit hat Bon Esprit das Bundeschampionatsticket in der Tasche. Hoffentlich gibt es diesmal ein Wiedersehen in Warendorf. Für das Gut Schönweide ist das schon der zweite große sportliche Erfolg dieses Jahr. Fuchshengst Nummer eins der Station in Schleswig-Holstein, Sky v. Sezuan, hatte bekanntlich in Balve die Qualifikation für das Nürnberger Burg-Pokal Finale unter Bianca Nowag-Aulenbrock geholt.
Totilas-Großnichte und andere
Insgesamt waren heute zehn Paare in der Bundeschampionatsqualifikation der Sechsjährigen am Start. Doch außer Bon Esprit erhielt kein anderes Pferd die erforderliche 8,0. Wobei zumindest zwei der Platzierten schon einmal Bekanntschaft mit den Gegebenheiten in Warendorf gemacht haben.
Das war zum einen die Oldenburger Stute Edwina Gold OLD v. Best of Gold-Sandro Hit aus der Zucht von Heinz Ahlers. Die Stute gehört Carolin Thurner und ist bei Moritz Gehrmann in Beritt, der sie bereits im letzten Jahr für das Bundeschampionat qualifizieren konnte und hier Zehnter in der Qualifikation (8,22) und 16. im kleinen Finale wurde (7,88). Heute wurde es Rang zwei für die beiden mit einer 7,84. Die Einzelnoten: Trab 8,5, Schritt 8,7, Galopp 7,8, Durchlässigkeit 6,7, Gesamteindruck 7,5. Da muss wohl jemand noch sicherer in den fliegenden Wechseln werden, neben den Seitengängen im Trab die größte Schwierigkeit für die Sechsjährigen.
Auf dem dritten Platz stand mit 7,8 ein weiteres Pferd des Guts Schönweide unter Ellen Stengele: der Hannoveraner Wallach Sonic v. Secret. Er kam in England im Gestüt Mount St. John zur Welt und hat eine sehr bekannte Großmutter: die Stute Lominka v. Glendale, bekannt als Mutter von Totilas. Aus der Anpaarung an For Romance fiel dann Sonics Mutter Fürstin Totilas. Dieser Sonic war bereits als Reitpferd in Warendorf im Einsatz, endete damals aber unter „ferner liefen“. Fünfjährig war er erneut fürs Bundeschampionat zugelassen und wurde 21. in der ersten Qualifikation. Heute überzeugte er mit 8,1, 8,3 und 8,0 in den Grungangarten. Dass es nicht die erforderliche Qualifikationsnote wurde, lag an einer 7,0 in der Durchlässigkeit und der 7,6 im Gesamteindruck.