FEI stellt neue internationale Dressuraufgaben vor

Ab 2027: Grand Prix mit Zügel aus der Hand kauen lassen und mehr

Dressur
Das Zügel aus der Hand kauen lassen im Grand Prix kommt ab Januar 2027. In Jungpferdeprüfungen – hier bei der WM der Siebenjährigen – ist es bereits Standard.
Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de Das Zügel aus der Hand kauen lassen im Grand Prix kommt ab Januar 2027. In Jungpferdeprüfungen – hier bei der WM der Siebenjährigen – ist es bereits Standard. Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de
Die FEI hat sämtliche internationalen Dressuraufgaben überarbeitet. Sie sollen ab Januar 2027 gelten und beinhalten elementare Neuerungen.

Schon lange fordern einige Experten die Einführung von Zügel aus der Hand kauen lassen im Grand Prix zur Überprüfung von Losgelassenheit, Anlehnung und Balance. Nun kommt es. Und das ist nicht die einzige Neuerung, die die FEI bei der Überarbeitung der internationalen Dressuraufgaben einführt. Eine Übersicht.


Grand Prix de Dressage


Die FEI spricht von „Minor changes“, aber dass nun Zügel aus der Hand kauen lassen auf dem Zirkel im Grand Prix de Dressage verlangt wird, ist eine Neuerung, die von vielen Seiten schon lange gefordert wird. Es ist eingebettet in den letzten Teil der Aufgabe. Nach dem Durchparieren aus dem Galopp in den Trab geht es auf den Zirkel, wo zwischen R und S Dehnungshaltung gefragt ist. Ob die Reiter dabei leichttraben oder aussitzen wollen, ist ihnen selbst überlassen.


In ihrer Zusammenfassung der Neuerungen schreibt die FEI, der Grand Prix Special bleibe unverändert. In der Protokollvorlage selbst ist allerdings zu sehen, dass an der kurzen Seite nach dem Angaloppieren aus der Passage Überstreichen gefragt ist, und zwar für drei bis vier Galoppsprünge.


CDI2* Tour mit neuem Namen


Die sogenannte „Mittlere Tour“ heißt jetzt nicht mehr Intermédiate A und B, sondern Intermédiaire II A und Intermédiaire II B. Außerdem gibt es einen neuen Grand Prix A (nicht zu verwechseln mit dem aus der Para-Dressur), der bei CDI2*-Turnieren und in der Diamond Tour bei Amateurveranstaltungen geritten werden soll.


Wie schon zuvor darf die Piaffe zwei bis drei Meter im Vorwärts gezeigt werden und hat keinen Koeffizienten.


Kleine Tour ebenfalls mit Zügel aus der Hand kauen lassen und Überstreichen


Zügel aus der Hand kauen lassen wird nun auch im Prix St. Georges eingeführt, wobei die Reiter sich auch hier aussuchen können, ob sie dabei leichttraben oder aussitzen. Neu in der Intermédiaire I ist analog zum Grand Prix Special ein Überstreichen im Galopp für drei bis vier Sprünge, gefordert nach den Dreierwechseln und vor den Pirouetten an der kurzen Seite bei C, also vor den Richtern.


Prüfungen für Nachwuchsreiter


Bei den Jungen Reitern wurde analog zu den CDI Aufgaben sowohl ein Zügel aus der Hand kauen lassen in der Mannschaftsaufgabe als auch ein Überstreichen in der Einzelaufgabe eingeführt.


In der Mannschaftsaufgabe der Junioren bleiben sowohl das Rückwärtsrichten als auch die Schrittpirouetten erhalten. In der Einzelaufgabe fallen letztere hingegen weg. Außerdem wird der einfache Wechsel mit einem Koeffizienten versehen.


Bei den Ponyreitern wurde vor allem die Einzelaufgabe angepasst, indem man ein Rückwärtsrichten und ein Zügel aus der Hand kauen lassen eingeführt hat.


Bei den Children wurde insbesondere die Galopptour in der Einzelaufgabe verändert. Es habe sich gezeigt, dass die Schlangenlinien im Außengalopp und der einfache Wechsel von Außengalopp zu Außengalopp zu anspruchsvoll für die Reiter dieser Altersgruppe sind, besonders wenn noch kleinere Kinder auf großen Pferden reiten.


Prüfungen für Nachwuchspferde


Die Jungpferdeprüfungen wurden für Fünf-, Sechs- und Siebenjährige jeweils um eine vereinfachte Qualifikationsaufgabe (Preliminary A) ergänzt, die allerdings nur bei „normalen“ Turnieren zum Einsatz kommt. Bei Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde und den Qualifikationen dafür kommt Preliminary B zum Einsatz.


Bei den Sechsjährigen muss beispielsweise auch hier schon ein Zügel aus der Hand kauen lassen gezeigt werden.


Bei den Fünfjährigen wurde die Galopptour angepasst, die nun zwei einfache Wechsel erhält und insgesamt länger ist. Leicht angepasst wurden auch die Linienführungen im Schritt.


Bei den Siebenjährigen wurde die bisherige Qualifikation durch eine neue Aufgabe als Preliminary B ersetzt, die unter anderem ein Kurzkehrt enthält. Die zweite Trabverstärkung wurde hinter die Galopptour gelegt, um den Pferden die Möglichkeit zu geben, hier eine Verbesserung nach dem Galopp zu zeigen.


Ganz neu ist ein internationaler Grand Prix für acht- bis elfjährige Pferde, der sich an den Anforderungen der mittleren Tour orientiert und ebenfalls ein Zügel aus der Hand kauen lassen enthält.


Die Übersicht über alte und neue Aufgaben finden Sie hier.


 


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