Beat Mändli gewinnt kurioses Weltcup Springen in Traverse City, Michigan, USA

Christian Kukuk und der Deutsche Meister Dritte im Weltcup Springen von Traverse City

Springen
Olympiasieger Christian Kukuk mit Akarad Tivoli Z, hier bei den Deutschen Meisterschaften in Balve, heute erfolgreich in Traverse City
Foto: sportfotos-lafrentz.de. Olympiasieger Christian Kukuk mit Akarad Tivoli Z, hier bei den Deutschen Meisterschaften in Balve, heute erfolgreich in Traverse City Foto: sportfotos-lafrentz.de.
Traverse City in Michigan war heute Schauplatz der ersten US Weltcup-Station der Springreiter, sah einen Schweizer Sieger und einen drittplatzierten Christian Kukuk.

Schon nach der Parcoursbesichtigung für den Umlauf der ersten US Weltcup-Etappe der Springreiter in der Saison 2026/27 in Traverse City stellte der gebürtige Schweizer Beat Mändli fest: „Wer hier null bleibt, hat ein Pferd fürs Finale.“ Gut zwei Stunden später kann Beat Mändli nun sagen: Seine zehn Jahre junge Moskito van het Hellehof-Tochter Qoachella ist definitiv ein Pferd fürs Finale! Nicht nur, dass sie das einzige Pferd war, das zweimal fehlerfrei sprang, sie ließ dabei unter anderem die amtierenden Weltcup-Sieger hinter sich, Kent Farrington und Greya.


Die hatten ebenso einen Zeitfehler im ersten Umlauf wie McLain Ward und Jordan Molga M, die bis auf die Hundertstelsekunde die gleiche Zeit hatten. Das war nicht die einzige Kuriosität dieses Weltcup-Springens.


Das Stechen


Fünf Paare hatten sich fürs Stechen qualifiziert, Charlotte Jacobs zog ihren Playboy JT Z zurück, blieben also noch vier. Beat Mändli und Qoachella (deren Mutter übrigens von Ferro abstammt) eröffneten den Reigen. Mändli sagte später, ihm sei klar gewesen, dass es keinen Sinn haben würde, mit der erst zehnjährigen Stute schneller als alle anderen zu reiten, erst recht angesichts des Starterfeldes im Stechen mit Shane Sweetnam und James Kann Cruz sowie Olympiasieger Christian Kukuk auf seinem Deutschen Meister Akarad Tivoli Z. Aber auch die müssen erstmal reiten, wie sich heute einmal zeigte.


Mändli ging die Sache also zügig, aber überlegt an und Qoachella spielte perfekt mit. Fehlerfreie Runde zum Auftakt, 38,03 Sekunden, eine absolut schlagbare Zeit. Dann Christian Kukuk und Akarad Tivoli Z. Der ebenfalls erst zehnjährige Zangersheider Wallach hat noch nicht allzu viel Erfahrungen mit schnellen Springen. Kukuk versuchte es trotzdem und bezahlte den Mut zum Risiko mit einem deutlichen Fehler. Schneller war er allerdings: 37,68 Sekunden.


Dann Shane Sweetnam und James Kann Cruz. Auf dem Papier waren die Falsterbo-Sieger und Championatspartner die haushohen Favoriten und der Rolle wurden sie auch bis zum letzten Sprung voll gerecht. Hier vermeterte sich der Ire allerdings völlig und nahm den Sprung voll mit, da nützten auch die 35,61 Sekunden nichts. Immerhin damit setzte er sich auf Rang zwei.


Nur noch Israels Mark Bluman und der Selle Français Hengst Genial de B’Neville v. Kapitol d’Argonne standen nun zwischen Mändli und dem Weltcup-Sieg. Aber ihnen unterlief nicht nur ein Lapsus, sondern zwei.


National-Hymne der Schweiz? Müssen wir erstmal suchen …


Damit stand Beat Mändli als erster Sieger einer Weltcup-Etappe der Saison 2026/27 fest. Shane Sweetnam, der immer wieder den Kopf über sich selbst schüttelte und seinen aufgeregten Schimmel zu beruhigen versuchte, wurde Zweiter, Kukuk Dritter.


Bei der Siegerehrung kam die übliche Ansage: „Wir ehren den Sieger mit der Nationalhymne und bitten Sie, wenn möglich, sich von Ihren Plätzen zu erheben.“ Die Zuschauer mussten ganz schön lange stehen, denn anscheinend hatte man in Traverse City nicht mit einem Schweizer Sieger gerechnet. Es dauerte Minuten und so langsam breitete sich Unruhe aus. Aber schließlich erklangen die vertrauten Töne, Mändli und Qoachella zu Ehren. Die beiden haben nun die ersten 20 Punkte auf dem Weg zum Weltcup-Finale 2027 in der Tasche.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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