Neue FEI-Athletenvertreter gesucht
Die Kandidaten für die Wahl zum FEI-Athletenvertreter
Bettina Hoy – Weltklassereiterin, Weltklassetrainerin und immer "hands on", war bislang Athletenvertreterin der Vielseitigkeitsreiter, steht nun aber nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung.
Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Im November soll bekannt gegeben werden, wer die neuen FEI-Athletenvertreter in den sieben Disziplinen sind. Sie werden für die nächsten vier Jahre, also bis 2030, im Amt sein und Vertretern ihre Kollegen in den Technischen Komitees der jeweiligen Disziplin und im Athletenkomitee. Sie sind diejenigen, die bei Entscheidungsfindungsprozessen die Sicht der Sportler einbringen und so beispielsweise Einfluss auf Regeländerungen nehmen können.
Um kandidieren zu können, müssen die Reiter u.a. nachweisen, dass sie in den letzten 10 Jahren keinen Verstoß gegen die Dopingbestimmungen der FEI begangen haben und in den letzten vier Jahren nicht in einen Fall von verbotener Medikation verwickelt waren.
Springen
Im Springsport steht der derzeitige Reitervertreter Rodrigo Pessoa, Brasiliens Olympiasieger von 2004, zur Wiederwahl zur Verfügung. Gegenkandidat ist Abdulla Al Marri aus Dubai, der in seiner Heimat in leitender Position bei der Polizei tätig war, im Athletenrat des Nationalen Olympischen Komitees der Emirate saß und die UAE bei den Olympischen Spielen 2024 vertreten hat.
Eigentlich stand mit Sheikh Ali Al Nuaimi noch ein weiterer Reiter aus den Emiraten auf der Liste der Kandidaten, doch er hat zurückgezogen.
Dressur
In der Dressur steht die Dominikanerin Yvonne Sylvia Losos de Muñiz zur Wiederwahl zur Verfügung. Gegenkandidatin ist die Belgierin Larissa Pauluis, die für Belgien schon im Ponyalter bei Championaten im Einsatz war und zwei Olympische Spiele erlebt hat, 2021 und 2024.
Vielseitigkeit
In der Vielseitigkeit endet die Amtszeit von Bettina Hoy. Für die Nachfolge haben zwei Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen, beides hoch erfahrene Sportler. Das ist zum einen der Australier Stuart Tinney, der als Reiter u.a. Gold bei den Olympischen Spielen in Sydney gewonnen hat und die Aussis zu zwei Weltmeisterschaften (2018 und 2022) als Equipechef begleitet hat.
Deutlich jünger als der 1964 geborene Tinney ist der zweite Kandidat, der Franzose Gaspard Maksud, geboren 1993 und wohnhaft in England. Er ist seit zehn Jahren als Profi im Vielseitigkeitssport im Einsatz, war zuvor u.a. Working Student bei Andrew Nicholson und hat Frankreich u.a. bei der WM 2022 vertreten sowie bei der EM 2023, wo er als Achter im Einzel einen wertvollen Beitrag zur Bronzemedaille des Teams geleistet hat. Zudem kann er auf Top Ten Platzierungen in Burghley und Badminton verweisen.
Para-Dressur
Bislang war Erin Orford aus Großbritannien diejenige, die die Interessen der Para-Dressurreiter bei der FEI vertreten hat. Sie steht nun nicht mehr zur Wahl. Beworben hat sich zum einen die Belgierin Manon Claeys. Sie bringt bereits Erfahrungen in der Funktionärsrolle mit, ist aktuell noch Mitglied der Athleenkommission beim belgischen Paralympics und Olympiakomitee. Zudem hat sie Belgien bei zwei Olympischen Spielen vertreten und mehrere Championatsmedaillen gewonnen.
Gegenkandidat ist Saudi-Arabier Ahmed Sharbatly, Inhaber einer Baufirma und Teilnehmer an den Paralympics 2021 und 2024, den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 sowie den Asian Games 2024.
Fahren
Im Fahrsport steht der Luxemburger Franz Schiltz zur Wiederwahl zur Verfügung. Ebenfalls beworben haben sich u.a. der deutsche Zweispännerfahrer Sebastian Warneck, Staatsanwalt mit der Erfahrung von zehn WM-Teilnahmen, sowie der Italiener Cristiano Cividini. Für letzteren ist das Fahren auch Beruf. Er betreibt ein Speditionsunternehmen und hat nebenbei mit seinem Einspänner allein bei zwölf Weltmeisterschaften teilgenommen.
Voltigieren
Bei den Voltigierern steht der frühere Welt- und Europameister Lambert Leclezio als Franzose mit Wurzeln auf Mauritius zur Wiederwahl zur Verfügung. Einzige Gegenkandidatin wäre die Kanadierin Averill Saunders, die sowohl mit der Gruppe als auch als Einzelathletin WM-Erfahrung vorzuweisen hat und zudem als Longenführerin und Coach im Einsatz ist.
Distanz
Im Distanzsport könnte die Deutsche Sabrina Arnold für eine weitere Amtsperiode gewählt werden. Ebenfalls beworben haben sich die Amerikanerin Margaret Sleeper und der Franzose Julien Lafaure.
Die biographischen Eckdaten sowie die Anschreiben der neuen Kandidaten kann man hier einsehen.