EM Vielseitigkeit Junioren und Junge Reiter in Segersjö
Deutscher Vielseitigkeitsnachwuchs auf EM-Goldkurs
Einige sehr besondere Hindernisse in Segersjö, aber die konnten weder Mathies Rüders Hjoptimus noch die anderen deutschen Pferde schrecken.
Foto: FEI/Kim C. Lundin Besser hätten Dressur und Gelände bei der EM Vielseitigkeit Junioren und Junge Reiter im schwedischen Segersjö aus deutscher Sicht kaum laufen können. Beide Teams liegen in Führung und jeweils zwei Mannschaftsreiter ebenfalls.
Junioren
Von 57 Paaren, die ursprünglich für die Junioren EM (CH-EU-J-CCI2*-L) genannt waren, kamen 52 ins Ziel des Geländes und 25 sogar in der erlaubten Zeit. Die deutschen U18-Talente hatten bereits gestern nach der Dressur mit 81 Minuspunkten die Führung übernommen und fügten dem nur wenige Strafpunkte hinzu. 84,8 sind es nun, ein Spring- und wenige Zeitfehler Vorsprung auf die Briten auf Silberkurs (89,6) und die derzeit drittrangierten Iren mit genau der gleichen Anzahl an Minuspunkten. Da aber die drei Teamreiter der Briten die bessere Summe der Einzelplatzierungen aufweisen, sind sie vor den Iren auf Rang zwei.
Apropos Einzelplatzierungen. Auch da kann sich die Bilanz der Deutschen mehr als sehen lassen. Teresa Leowald führt das Ranking ihrer ersten Junioren-EM im Sattel ihres Diacontinus-Sohns DJ Continus an. Die beiden hatten bereits nach der Dressur mit 25,8 Minuspunkten die Pole Position übernommen und ließen heute im Gelände nichts anbrennen.
Mit Iliane Hannalisa Hein gelang es auch der zweiten Teamreiterin ihren zweiten Platz nach der Dressur dank fehlerfreiem Cross zu verteidigen. Sie ist mit ihrem DSP-Wallach Akeby’s Quemiro Silla v. Quaterback in Segersjö am Start und der lieferte gestern eine 26,1 Minuspunkte-Dressur ab.
Einzelreiter Lukas Wilhelm Sühling hat sich auf seinem neunjährigen Westfalen Allnightparty v. À la Carte an aussichtsreicher vierter Position halten können (27,5). Auf Bronzekurs ist derweil ein Paar aus Irland, Maeve Deverell mit Annaharvey Dunowen (26,8).
Das zweite deutsche Einzelpaar, Jona Isabell Heine und Chantilly, sind mit ihrem Dressurergebnis von 31,7 Minuspunkten ins Ziel gekommen (Platz 14).
Die beiden weiteren Teamreiterinnen, Pia Sophie Schreiber auf Cliemann und Milla Staade mit Christ William rangieren momentan an 20. (32,9) bzw. 40. Position (40,1).
Junge Reiter
Noch überlegener als die Junioren sind die Jungen Reiter unterwegs. Schon ihr Auftritt in der Dressur war fantastisch: nur 76,9 Minuspunkten. Und heute im Gelände zeigten alle vier, dass sie auch Cross können, drei davon sogar ohne weitere Strafpunkte.
Allen voran sind die Leistungen von Carl Voigt mit dem neunjährigen Zweibrücker Destacado-Sohn DSP Descansado und von Mathies Rüder im Sattel seines acht Jahre jungen schwedischen Carambole-Sohns Hjoptimus hervorzuheben. Beide lieferten ein Personal Best auf dem Viereck mit gerade mal einem Zehntelpunkt Unterschied. Voigt erhielt 23,6 Minuspunkte, die er heute verteidigen konnte. Bei Rüder waren es 23,7. Auch hier blieb es bei einer weißen Weste im Cross.
Derzeit Vierte ist Pita Schmid auf ihrer Erfolgsstute Favorita V. Die zehnjährige Hannoveraner Stute v. Nymphenburg’s First Ampere ging eine 29,6 Minuspunkte Dressur. Das war zunächst Rang neun. Aber nach dem heutigen Tag konnten sie sich dank eines weiteren Top Geländeritts auf den vierten Platz vorschieben.
Bei den Jungen Reiterin ist es ein britisches Paar, das mit 25,6 Minuspunkten Anspruch auf Bronze erhebt: Elizabeth Barratt mit Ride for Thais Chaman Dumontceau. Hinter dem Namen dieses Pferdes steckt eine tragische Geschichte. Der 14-jährige Schimmel war die große Zukunftshoffnung des französischen Talents Thais Meheust. Die 22-Jährige träumte davon, mit diesem Pferd Olympia zu reiten. 2019 hatten die beiden jedoch einen furchtbaren Unfall. Thais starb. Ihre Eltern beschlossen, den Wallach Stéphane Landois zur Verfügung zu stellen. Er ritt ihn für Thais bei den Olympischen Spielen in Paris und holte dort Silber mit der französischen Mannschaft. Danach wurde Chaman Dumontceau an Barratt verkauft. Aber seinen Namenszusatz hat er behalten.
Die weiteren deutschen Ergebnisse
Zurück nach Segersjö. Neben den genannten drei Paaren sind auch Silva Kelly und Calypso im Dienste der Mannschaft unterwegs. Nach ihrer Dressur mit 32,2 Minuspunkten kamen heute im Gelände noch 18,4 Zeitfehler hinzu, so dass sie derzeit das Streichergebnis sind.
Für Einzelreiterin Liv Hartmann und ihre OS-Stute La Diva verlief das Turnier bislang allerbesten: Rang 16 nach der Dressur mit 31,4 Minuspunkten und Platz sieben nach dem Gelände mit dem gleichen Ergebnis.
Nicht ganz so gut war der Tag für Ella Krüger und ihren Englischen Vollblüter Königsblauer xx. Nach der Dressur hatten die beiden noch auf einem aussichtsreichen achten Rang gelegen. Heute im Cross hatten sie aber Probleme an Sprung 17c und kassierten so 20 Strafpunkte und Zeitfehler. Damit fielen sie auf Rang 35 zurück.
Alle Ergebnisse aus Segersjö gibt es hier.