Stadl Paura: Steuertrickserei im Pferdezentrum?
Fragwürdiger Umgang mit Spendengeldern in Stadl Paura?
Pferdezentrum Stadl Paura Das Pferdezentrum Stadl Paura ist ein großer Betrieb. 100 Lehrpferde, Turniere, Hengstleistungsprüfungen, historische Gebäude. Die Anlage atmet Tradition. Und das kostet.
Seit 2018 ist Johannes Mayrhofer Geschäftsführer der GmbH, die die Reitanlage führt. Bis dahin wirtschaftete das Pferdezentrum defizitär. Kurze Zeit, nachdem er den Posten angetreten hatte, wurde er auch Vorsitzender des Reitclubs Pferdezentrum Stadl-Paura, der u. a. für die Organisation der Reitturniere verantwortlich ist. Dieser Verein ist gemeinnützig.
Verein spendet knapp 900.000 Euro an Stadl Paura GmbH
Wie die Kronen-Zeitung recherchiert hat, hat dieser gemeinnützige Verein in den Jahren 2018 bis 2021 knapp 900.000 Euro an die GmbH für „Denkmalpflege“ gespendet. Auf den ersten Blick erscheint das plausibel. Die Gebäude stammen aus der Habsburger Zeit. Es bedarf nicht viel Phantasie, sich vorzustellen, wie an einem der hellgelb gestrichenen Stallgebäude ein Landauer mit Kaiserin Sisy vorfährt. Das Problem: Die Vereinsstatuten, so schreibt die Kronen Zeitung, sehen Denkmalpflege nicht als Vereinsziel vor. Laut Aussagen der Zeitung könnte auf diese Weise eine nicht durch Vereinsrecht abgesicherte Querfinanzierung stattgefunden haben. Dabei, so das Blatt weiter, seien Steuern nicht gezahlt worden. Ein Umstand, der schon einmal bemerkt und nach Aussage von Geschäftsführer Mayrhofer 2021 auch einer „korrekten abgabenrechtlichen Abwicklung zugeführt“ worden.
So sei, laut Kronen Zeitung, immerhin Umsatzsteuer nachgezahlt worden. Erst 2024 wurden die Vereinsstatuten dahingehend abgeändert, dass tatsächlich auch denkmalschützerische Aktivitäten als Vereinsziel angeführt werden. Die knapp 900.000 Euro aus den Vorjahren sind davon demnach nicht gedeckt. Damit steht die Frage im Raum, ob steuerlich korrekt mit diesen Spenden umgegangen worden ist.
Johannes Mayrhofer wird ab kommendem Jahr nicht mehr als Geschäftsführer fungieren. Schon bei seinem Amtsantritt 2018 hatte er gesagt, er wolle in dieser Funktion nicht länger als zehn Jahre tätig sein. Mayrhofer ist auch Vizepräsident des Österreichischen Pferdesportverbandes (OEPS).