Westfalenchampionate 2026 an Moon River, Famous Rubin, Be my Sunshine, Zacolar und weitere
Das Westfälische Pferdestammbuch hat seine Champions gekürt

Wer häufiger bei Verbands- und Bundeschampionaten zugegen ist, weiß, es gibt nicht jedes Jahr das eine Pferd, über das alle reden. In Westfalen gab es dieses Jahr gleich mehrere Pferde, die das Potenzial zum Gesprächsthema Nummer eins haben, angefangen bei der neuen Siegerstute, die nun auch Reitpferdechampionesse wurde: Moon River.
Dreijährigen Championesse Marke Traumpferd
Es ist ein bisschen der Dante’s Pearl-Effekt: Da kommt ein Pferd in die Bahn, das nicht nur lackschwarz und bildschön ist, sondern das kann sich dann auch noch märchenhaft bewegen. So ist es bei der dreijährigen Stute Moon River, über ihren Vater Maxim v. Toto Jr. eine Totilas-Urenkelin aus einer Mutter v. Escolar, die wiederum eine Halbschwester zum gekörten, prämierten und S-erfolgreichen Hengst Goldberg ist. Moon River stammt aus der Zucht des Gestüts Gut Neuenhof, wo Vater Maxim, Muttervater Escolar und „Großonkel“ Goldberg in der Zucht im Einsatz sind.
Moon River war mit Danica Duen im Sattel schon in der Qualifikation zum heutigen Finale nicht zu schlagen. Bei der Stutenschau hatte sie starke Konkurrenz, konnte am Ende aber alle hinter sich lassen. Und so war es auch heute in der finalen Reitpferdeprüfung, wo zwei Richtergruppen ihre Bewertungen abgaben. Die Noten für den Trab: 8,5 vom einen, 9,5 vom anderen, für den Galopp: 9,0 und 8,5, für den Schritt: zweimal 9,5, für die altersgemäße Erfüllung der Skala der Ausbildung (kurz: Ausbildung): 9,5 und 9,0, fürs Gebäude: zweimal 8,0. Das ergab eine Durchschnittsnote von 8,9 und damit den deutlichen Sieg.
Silber ging an den Wallach Be the One v. Be my Dancer-Ampere aus der Zucht von Heinz Fockenberg und vorgestellt von seiner Besitzerin Melanie Klein. Hier gab es u.a. im Galopp eine 9,5 und eine 9,0 sowie zweimal 9,0 in der Ausbildung. Gesamtergebnis: 8,50.
Über Bronze konnte sich Julia Große-Geldermann als Reiterin von Fräulein Bonds JH v. Flashbang-Bonds (Z.: Hermann Reckmann, B.: Julia und Hermann Reckmann) freuen. Mit einem glatten „gut“ in allen Bereichen und einer 8,5 für den Galopp kamen die beiden auf eine Gesamtnote von 8,05.
Die Stute Penny Lane v. Santos aus der Zucht von Christine Arns-Krogmann, die bei der Eliteschau eine 2. Reservesiegerinnen war und die beste Stutenleistungsprüfung des Jahrgangs abgelegt hatte, wurde mit 7,75 Fünfte der Prüfung.
Die Bundeschampionesse ist wieder da
Im vergangenen Jahr war die westfälische Benicio-For Dance-Stute Be my Sunshine NRW umjubelte Bundeschampionesse in Warendorf und hätte danach eigentlich über die Auktion verkauft werden sollen. Sie erhielt einen Zuschlag bei einer sechsstelligen Summe, gehört aber nach wie vor ihren Züchtern, der Familie Ulmker. Und so war es Christiane Ulmker, die Be my Sunshine auch dieses Jahr in Münster-Handorf in jeder Hinsicht vorbildlich in Szene setzte.
Die Stute ist nun vierjährig und analog zum Bundeschampionat hatten die Westfalen beschlossen, auch bei ihnen die Entscheidung im Rahmen einer Dressurpferdeprüfung Klasse A auszutragen. Be my Sunshine hatte damit keinerlei Probleme. Sie gewann die Prüfung mit einer starken 9,1 und positionierte sich damit schon einmal für Warendorf, wo sie auch im vergangenen Jahr u.a. mit ihre vorbildlichen Ausbildung punktete.
Ein Hengst, der sich immer mehr ins Gespräch bringt mit seinen Nachkommen, ist der Zoom-Sohn Zanetti. Er stellte mit der von Sina Aringer vorgestellten Zauberfee (Mutter v. Florenciano) die Silbermedaillengewinnerin. Züchter ist Markus Schulze Finkenbrink, Besitzer Mathieu Beckmann. Die Wertnote für Zauberfee: 8,8.
Die Bronzemedaille ging an Special Effect v. Segantini-Lemony’s Nicket mit Thomas Schulze im Sattel. Die Stute steht noch im Besitz der Züchtergemeinschaft Matthias Wehr und Thomas Schulze. Ihre Wertnote: 8,6.
Überflieger Zacolar
Die gleiche Züchter-Besitzergemeinschaft wie bei Zauberfee zeichnet auch für den Champion der vierjährigen Hengste verantwortlich, und auch dies ist ein Zanetti-Sohn, allerdings aus einer Mutter v. Escolar: Zacolar, 2024 zweiter Reservesieger seiner Körung. Auch er wurde von Sina Aringer vorgestellt. Die beiden waren erstes Paar der ersten von drei Abteilungen und im Grunde stand danach der Sieger bereits fest. Zacolar erhielt mehrfach die 10, sowohl im Galopp als auch im Gesamteindruck. Alle anderen Teilnoten standen dem kaum nach, waren den beiden Richtergruppen ebenfalls eine 9 vor dem Komma wert. Er kam auf eine satte 9,6.
Platz zwei ging an einen direkten Sohn des Zoom mit Namen Zake. Ludger Wigger-Pieper hat ihn aus der De Niro-Mutter gezogen, die 2023 den Siegerhengst der Westfalen-Körung stellte. Zake gehört Helgstrand Dressage und wurde in Münster von Emma Gömmer für eine 8,8 vorgestellt.
Platz drei ging an den Marbacher Landbeschäler Danubio v. Damaschino-Dimaggio aus der Zucht von Karl-August Schulze-Varendorff und mit Linus Keller im Sattel (8,3).
Champion der dreijährigen Hengste
Bei den dreijährigen Hengsten setzte sich Famous Rubin v. Friedrich der Große-Goldberg aus der Zucht von Heinrich Ramsbrock mit 8,3 gegen seine Konkurrenten durch. Beatrice Arturi präsentierte ihn für das Gestüt Sprehe.
Knapp geschlagen geben musste sich mit 8,2 der von Kim Leonie Ricke vorgestellte Virtuoso, ein Sohn von Isabell Werths Valdiviani aus einer Pik Labionics-Mutter (Z.: Peter Thomas, B.: Gestüt Schafhof).
Dahinter reihte sich der Bonds-Sohn Bellingham unter Melanie Geßmann ein. Der schicke Fuchs hat eine Franziskus-Mutter. Seine Großmutter ist die hoch erfolgreiche Stute Señorita Meyer v. Sir Donnerhall, die Züchter Bernhard Ilting-Reuke in Anpaarung mit F-Hengsten fünf gekörte Söhne, darunter den Siegerhengst und Bundeschampionatsfinalisten Fynch Hatton brachte.
Die Champions im Parcours
Der For Pleasure-Sohn Forlee aus Katrin Eckermanns einstiger Bundeschampionesse und Springpferde-Weltmeisterin Chao Lee v. Comme il faut-Chacco Blue hat dem Westfalenchampionat der vierjährigen Springpferde seinen Stempel aufgedrückt. Er stellte sowohl den mit 8,8 bewerteten Sieger Forfire (Mutter v. Captain Fire, Z. u. B.: Georg Sievert) unter Wiebke Sievert als auch die Bronzemedaillengewinnerin Fontana, die bei der Sportpferde Merschformann GmbH zur Welt kam, eine Stakkatol-Mutter hat und von Malte Merschformann für eine 8,5 präsentiert wurde.
Dazwischen schob sich der von Marie Ligges präsentierte Hengst Emerthago v. Emerald van’t Ruytershof-Cornet Obolensky (8,6).
Conthalou-Carolino ist die Abstammung des Champions der Fünfjährigen mit Namen Conthalino SP, den Mario Maintz für Züchterin und Besitzerin Silvia Palster präsentierte. Über Silber konnte sich Vivien Schauren auf dem Diathago-Quo Vados-Sohn Daiquiri freuen (Z.: ZG Brockhaus u. Gläser, B.: Wolfgang Balzereit). Die Bronzemedaille ging an Diamant de Soleil v. Diamant de Casall-Quintero, den Manuel Feldmann für Züchterin und Besitzerin Laura Lenatz präsentierte.
Mario Maintz saß auch auf dem Champion der Sechsjährigen, der im Rahmen einer Springprüfung Klasse M** mit Stechen ermittelt wurde. Mit I’m alive v. I’m Special de Muze-Capitalist (Z. u. B.: Bernd Gerlach) lieferte er die schnellste der sieben fehlerfreien Runden im Stechen. Silber ging an Doris Grey v. Dominator Z-Lord Pezi (Z. u. B.: Klaus Brüggemann) mit Jacqueline Hempe, Bronze an Coco Casca EST mit Katrin Eckermann. Züchter ist hier Sjaak Bindels, Besitzerin Annegret Eckermann.