Entscheidung in der Vielseitigkeit bei der Pony-EM in Le Mans mit herausforderndem Springen und Bronze für Deutschland
Frankreichs Buschtalente holen Doppelgold bei Pony-EM in Le Mans, Bronze für Deutschland
Bitte recht freundlich! Die Mannschaftseuropameister im Busch aus Frankreich, Irland und Deutschland auf dem Treppchen bei der Pony-EM in Le Mans.
Foto: FEI/Libby Law Photography Frankreich vor Irland vor Deutschland – so lautete die Rangierung der Vielseitigkeit bei der Pony-EM Le Mans bereits gestern nach dem Cross, und so blieb sie auch heute nach dem Parcoursspringen. Wobei hier noch einige Nüsse zu knacken waren.
Doppelgold für die Gastgeber

Am besten gelang dies den Franzosen, die ihren 108,5 Minuspunkten nach dem Cross noch zwölf Strafpunkte hinzufügten. Zwei Stangen fielen bei Emilie Aunax auf Uriel de Tassine (47,7, Rang 14), eine bei Louane Achard auf Hold Up Graviere (24,0, Rang sieben). Fehlerfrei blieben Noa Pelle und Gin GT La Templerie.
Der 16-Jährige und sein zehn Jahre junger Hengst konnten sich so über Gold bei ihrer ersten und letzten gemeinsamen EM freuen. Sie waren mit 26,8 Minuspunkten nach der Dressur von Rang zwei in den Cross gestartet, hatten hier nur vier Zeitfehler, was sich als schnell herausstellte und brachten die heute ins Ziel.
Komplettiert wurde die französische Goldmannschaft durch Lou Cravedi und Celeste du Montier, die in allen drei Phasen das Streichergebnis bildeten, aber ankamen.
Silber für Irland
Frankreich blieb die einzige Mannschaft, die keinen „Verlust“ im Gelände zu beklagen hatte. Alle anderen Team hatten mindestens ein Paar, das ausschied. Bei den Iren war das Kitty Cullen auf Greenaun Russel. Aber die Talente von der grünen Insel erwiesen sich als stark im Parcours. Lillymai Walsh war mit Chapel Hill Dark Spark als 21. ins Gelände gegangen und beendete die Prüfung als Vierte nach nur sechs Zeitfehlern und einem makellosen Springen.
Anna Radford und Essenar Double Dutch hatten sich gestern mit nur 3,6 Zeitfehlern von Platz neun nach der Dressur auf die Silberposition vorgearbeitet und konnten diese heute mit fehlerfreiem Springen verteidigen. Im vergangenen Jahr waren die beiden erstmals in Le Mans bei einer EM am Start gewesen und beendeten sie damals als 27. mit einer Verweigerung im Gelände. Heute standen sie auf dem Treppchen.
Die zwölf Strafpunkte, die Irland heute noch zusätzlich sammelte, gingen auf das Konto von Tadgh O’Haire mit Ballinagore Hero, die das Turnier auf Rang 18 beendeten.
Das Gesamtergebnis der Iren belief sich damit auf 123,8 Minuspunkte.
Bronze für Deutschland
Wäre es bei den 120,2 Strafpunkten für Deutschland nach dem gestrigen Tag geblieben, hätte theoretisch die Chance bestanden, noch an Irland vorbeizuziehen. Aber es wurden 24 Fehler im Parcours für das verbliebene Trio nach dem Ausscheiden von Justus Hayessen auf Miss Windsor. Charlotte Eilers und Nadeshi sammelten acht Strafpunkte (47,7, Rang 15).
Riesengroß muss die Enttäuschung bei Anna von Helldorff sein, die mit ihrem Marlon nach einem super Geländeritt auf Platz drei in Medaillenposition lag. Aber 16 Fehler machten den Traum vom Treppchen zunichte. Es wurde Rang 19.
Einzig Lea Brügger und Golden Girl’s Nelly kamen fehlerfrei ins Ziel und arbeiteten sich damit trotz einer Verweigerung im Gelände auf den zehnten Rang vor. Damit waren sie bestes Paar der Mannschaft.
Die Bronzemedaille in der Einzelwertung ging stattdessen an die italienische Einzelreiterin Isabella Giovannoni auf Clonberne Leedy mit 39,2 Minuspunkten. Isabella ist 16, also ebenfalls in ihrem letzten Ponyjahr. Le Mans war ihr erster EM-Auftritt – ein großer Erfolg!
Die beiden deutschen Einzelreiterinnen, Greta Marie Löhr mit Rathcline Dream und Franziska Niehoff im Sattel von Metallica SGN, hatten beide einen Abwurf im Parcours und wurden 20. bzw. 33. der Gesamtwertung.
Springen: Briten und Iren ein eigener Liga
So wie vor allem Deutschland, aber auch Dänemark das Geschehen auf dem Dressurviereck von Le Mans bestimmten, so überlegen waren Iren und Briten im Parcours. Da hat Deutschland mit nur einer Finalistin und dem letzten Platz in der Mannschaftswertung noch Nachholbedarf.
Die neue Europameisterin der Ponyspringreiter kommt aus Großbritannien und heißt Sophia Rogers. Ihr Neil trug sie auch im Einzelfinale zweimal fehlerfrei über den Parcours und so sicherte sie sich nach Mannschafts- auch noch Einzelgold.
Dabei profitierte sie allerdings vom Fehler ihres schärfsten Konkurrenten. Das war der Ire Ted Fagan, der mit seiner Ballyfore Rosie das Turnier als Sieger des Zeitspringens mit dem Idealergebnis von null Strafpunkten begonnen hatte und dieses bis zum letzten Parcours halten konnte. Doch hier fiel eine Stange. So wurde es wie schon in der Mannschaftswertung die Silbermedaille.
Über Bronze konnte sich Lucia Nicole Caroline und Holly Blue ein weiteres britisches Duo freuen. Auch sie beendeten die EM mit blütenreiner Weste, was die Hindernisfehler angeht.
Henry Leggott und Blossom’s Big Calm sorgten für einen britischen vierten Platz. Dahinter reihten sich die beiden irischen Teamreiter Sam Widger auf BP Bon Jovi und Charlie Flynn im Sattel von Montana ein, ehe mit Raphaela Dawson und Woody Allen van Duyversputten wieder ein britisches Duo folgte. Was für ein Triumphzug der Reiter von den Inseln!
Die einzige Deutsche, die es ins Einzelfinale geschafft hat, war Janne Neumann im Sattel von Hegerie de Lanlore. Die beiden schlugen sich wacker und belegten Rang 15.
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