Junge Reiter holen Gold in der Dressur bei den Europameisterschaften in Pilisjaszfalu

Erste Goldmedaille 2026 für Deutschland

Dressur
Vom Preis der Besten über die Future Champions (Foto) haben Julie Sofie Schmitz-Heinen und Attractive bewiesen, dass sie im U21-Lager angekommen sind. Nun haben sie ihr erstes EM Gold in dieser Altersklasse.
Foto: Mirka Nilkens Vom Preis der Besten über die Future Champions (Foto) haben Julie Sofie Schmitz-Heinen und Attractive bewiesen, dass sie im U21-Lager angekommen sind. Nun haben sie ihr erstes EM Gold in dieser Altersklasse. Foto: Mirka Nilkens
Die Jungen Reiter auf dem Dressurviereck der Europameisterschaften in Pilisjaszfalu haben abgeliefert und ihren Titel verteidigt. Doch es war spannend bis zum Schluss!

Mit 216,029 Prozent aus der Addition der besten drei Ritte setzte das deutsche Junge Reiter Team sich bei den Europameisterschaften in Pilisjaszfalu gegen die Niederlande und Dänemark durch. Das Team Oranje kam auf 214,5 Zähler, was wirklich nur ein Hauch mehr war als das dänische Ergebnis mit 214,206 Prozent.


Marie Sohler mit Personal Best


Bereits gestern waren es Lana-Pinou Baumgürtel auf Escalla und Nele Klaus mit Bonfire gewesen, die die deutsche Mannschaft mit Ü70 Prozent-Ritten in Führung gebracht haben. Untermauert wurde das ganze noch durch die Vorstellung der dritten Teamreiterin, der U18-Europameisterin von 2024, Marie Sohler (damals noch mit Global Player OLD) im Sattel von Askehavens Beau Sancy, die nach einer sehr harmonischen Runde ihr bisheriges Bestergebnis in der Teamaufgabe der Jungen Reiter um rund ein Prozent steigern konnten und mit 71,50 Prozent die vorläufige Führung übernahmen.


Die dreifachen Europameister haben geliefert


Als letztes Paar für Deutschland gingen die dreifachen Junioren-Europameister des Vorjahres ins Viereck, Julie Sofie Schmitz-Heinen und ihr westfälischer AC DC-Sohn Attractive. Die beiden lieferten eine schwungvolle Vorstellung in schöner Anlehnung und Harmonie mit Highlights zum Beispiel in den Trabtraversalen, den sehr ausbalancierten und zentrierten Pirouetten (besonders der nach links) sowie sicheren Serienwechseln. Der Lohn waren 73,588 Prozent, mehr als die beiden je zuvor erzielt haben. Damit lieferten sie nicht nur aus deutscher Sicht das beste Ergebnis, sondern auch in der Gesamtwertung. Das blieb so bis zum Schluss.


Silberteam angeführt von Jamesons Schwester


Dass es so knapp wurde in der Endabrechnung, lag also nicht an etwaigen Patzern der deutschen Paare, sondern daran, dass die Konkurrenz so stark unterwegs war. Für die Niederlande punkteten vor allem Lara van Nek und die zwölfjährige All at Once-Tochter Jatilinda.


Jatilinda ist eine Halbschwester zu unter anderem dem Hengst Jameson RS2 (Marieke van der Putten) und hat sowohl in der Optik (Rappe mit viel Weiß) als auch im Bewegungsablauf einige Ähnlichkeit zu dem beliebten Vererber, der mehrfach bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde am Start war – was übrigens auch auf Jatilinda zutrifft, die dieses Jahr für Verden einen Sohn schickt, Obsession Taonga, ebenfalls mit Lara van Nek. Aber das ist Zukunftsmusik. Heute ging es erst einmal um EM-Meriten für Jatilinda und Lara van Nek. Und da haben die beiden bei ihrem ersten EM-Einsatz mit ebenfalls einer neuen persönlichen Bestmarke von 72,971 Prozent den Löwenanteil zur Silbermedaille für die Niederlande beigetragen.


Das zweitbeste Paar der Niederlande hatte schon im letzten Jahr zur Silbermannschaft der jungen Reiter gehört: Anniek van Dulst mit My First Choice - Dutopia. In Kronberg waren sie mit 71,853 Prozent Fünfte der FEI Mannschaftsaufgabe gewesen. Jetzt wird es mit 71,588 Prozent Rang vier, knapp vor Marie Sohler und Askehavens Beau Sancy.


Die beiden Paare, die bereits gestern an der Reihe waren, Esmee Boers auf Montreux (69,941) und Dominique van Dilsen mit Just Johnson (69,412), belegten am Ende die Plätze zwölf und 13.


Dänemark – der letzte Ritt hat’s entschieden


Bis zum letzten Paar hätte Dänemark theoretisch auch noch Gold oder Silber holen können. Mit Sophia Boje Obel Jørgensen hatte die Mannschaftsleitung eine ihrer erfahrensten Reiterinnen mit der Aufgabe betraut, die Schlussreiterin zu sein. Um eine andere Medaillenfarbe als Bronze zu holen, hätten sie und ihre erste neunjährige Stute Atterupgaards Delahaye ihr bisheriges Bestergebnis von 70,588 Prozent allerdings um ein bis zwei Prozent steigern müssen. Gesteigert haben sie sich. 71,059 Prozent wurden es. Aber es reichte nicht, um an den Niederlanden oder gar Deutschland vorbeizuziehen. Sie waren damit als Siebte der Gesamtwertung drittbestes dänisches Paar.


Die Bestleistung für Dänemark lieferten Michella Skovsager und die von Cathrine Laudrup-Dufour ausgebildete neunjährige Stute Zimillione mit 72,059 Prozent. Die beiden „Overnight-Leader“ vor dem heutigen Finale, Anna Have Larsen-Ledet und Finnigin-Voitz, belegten mit 71,088 Prozent Platz sechs der Gesamtwertung. Paar Nummer vier für Dänemark waren Andrea Hamann Sand und Blue Hors Victor (68,529).


Bestes Paar der Briten mit einem alten Bekannten


Der undankbare vierte Platz ging an die Briten. Beste Reiterin war hier Fiona Bigwoods Tochter Mette Dahl, die ein Pferd vorstellte, das in Deutschland gut bekannt ist: Daytona Platinum.


Der imposante Dunkelbraune ist nun 15 und stammt aus einem der ersten Geburtenjahrgänge des Dante Weltino. Daytona Platinum war der erste Hinweis darauf, dass Olympiahengst Dante Weltino das Zeug haben würde, das Erbe seines Ahnherren Donnerhall lebendig zu halten. 2016 tauchte er plötzlich mit Lukas Fischer im Sattel beim Bundeschampionat auf. Er gewann die Qualifikation mit 8,9. Im Finale wurde er „nur“ Sechster, aber dennoch – er war das Pferd, von dem in diesem Jahr jeder sprach. Später wurde dann bekannt, dass er nach England an Fiona Bigwood verkauft wurde, die ihn bis Grand Prix international vorstellte.


Schon in ihrer Junioren-Zeit ritt Mette Dahl den imposanten Wallach einige Male auf dem Turnier. Dieses Jahr ist ihre erste Junge Reiter Saison und ihre erste EM eröffneten sie mit einer sehr schönen Vorstellung, die den Richtern 70,971 Prozent und Rang acht wert war.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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