CCI4*-S Luhmühlen: 2026: Julia Krajewski führt nach Gelände vor Lara de Liederkerke-Meier (BEL) und Malin Hansen-Hotopp
Julia Krajewski klar auf DM-Kurs in Luhmühlen
Julia Krajewski und Nickel führen nach dem Gelände in der CCI4*-S von Luhmühlen und sind auf dem Weg zum Deutschen Meistertitel Nummer fünf. Foto: sportfotos-lafrentz.de Es war fast schon etwas arrogant, wie leicht und einfach die Runde von Julia Krajewski und Nickel im Gelände des CCI4*-S von Luhmühlen aussah. 3.874 Meter, 24 Hindernisse, ein Bild – ein Begriff: souverän! „Beide Pferde haben mich sehr, sehr stolz gemacht“, bilanziert Krajewski. Nickel sei mittlerweile ein „echter Profi“. Von Hause aus nicht der größte Galoppierer, aber einer, den man gut „auf der Linie reiten“ kann. Das hilft, dicht an die Idealzeit heranzukommen. Diese zu knacken, schaffte keines der 43 Paare, die die Geländeprüfung beendeten. Zehn Sekunden über der Idealzeit kam die Olympiasiegerin ins Ziel. „Ich war sehr stolz auf mich, weil ich nicht zu viele Extra-Galoppsprünge gemacht habe“, sagt sie mit einem selbstbewussten Lächeln.
Krajewski auf DM-Kurs
Julia Krajweski hat vor dem Springen am Sonntag mit ihren 26,9 Strafpunkten einen Vorsprung von 4,2 Punkten auf die Belgierin Lara de Liederkerke-Meier und Kiarado d’Arville (31,3). Einen Abwurf könnte sie sich also theoretisch erlauben.

Die Belgierin fokussiert sich voll auf die Weltmeisterschaft in Aachen. „Er ist zehn Jahre alt und soll mein Aachen-Pferd sein. Deswegen sind wir nach Luhmühlen gefahren. Hier ist der Kurs kurvig, ich denke da gibt es viele Ähnlichkeiten mit dem, was wir in Aachen erwarten können“. Auch de Liederkerke-Meier brauchte zehn Sekunden länger als die berechnete Idealzeit. „Ich hätte schneller sein können, aber ich bin stolz, dass ich es nicht getan habt“, sagt sie.
Das doppelte Rippchen
Dass Malin Hansen-Hotopp mit dem Handicap einiger Rippenbrüche von einem Trainingssturz an den Start gegangen war, war bekannt. Auch Julia Krajewski hat möglicherweise eine Rippe, die derzeit nicht ganz so stabil ist, wie vorgesehen. Krajewski trägt’s mit Leichtigkeit, zuckt nur mit den Schultern.

Malin Hansen-Hotopp ritt genau wie Julia Krajewski zwei Pferde in der internationalen Prüfung, in der die Deutschen Meisterschaften entschieden werden. Zuerst Callfield, der älter ist als Quidditch und wendiger. „Ich habe mich gewagt, das Pony zuerst zu reiten“, sagt Hansen-Hotopp. „Er ist immer vor einem, so schnell wie man möchte, so clever.“ So praktisch der Braune ist, so sehr unterscheidet er sich vom Mannschafts-Europameister Quidditch. „Der hat einen großen Galopp. Das macht es nicht einfacher, weil die Aufgaben doch eher knapper bemessene Distanzen vorsahen“. Auch die Runde des Holsteiner Schimmels sah aus wie aus dem Lehrvideo. Quidditch geht von Position drei (33,8) ins entscheidende Springen. Callfield ist auf Rang 20.
Das Wetter – weniger schlimm als erwartet
Schwül war es, aber nicht tropisch heiß an dem Nachmittag in Luhmühlen. Alle Athleten, vier- wie zweibeinig, schienen gut vorbereitet. Auch wenn bei einigen Pferden am Ende der Strecke die Luft etwas raus war.
Große Sätze im Klassement nach vorn konnten mehrere Reiter machen. Beispielsweise Christoph Wahler: Mit seinem Badminton-Siebten D’Accord FRH ist er als viertbester Deutscher jetzt Achter (36,0). 13 Ränge gut gemacht hat Felix Etzel mit dem Trakehner TSF Polartanz, 25. nach der Dressur und jetzt an Position 12 aufgeführt.
Ausfälle im Gelände
Fünf Pferde schieden im Gelände aus, zwei Reiter gaben auf. Weil ein Sicherheitssystem (MIM) nicht auslöste, kam es bei der Polin Malgorzata Korycka-Kaminska zu einem der berüchtigten „Rotational Falls“ beim Einsprung des zweiten Wasserkomplexes. Das Pferd blieb dabei unverletzt, die Reiterin wurde sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht. Sie war aber jederzeit ansprechbar.
Zu den Pferden, die nach einem Sturz ausscheiden musste, zählte auch der talentierte Schimmelwallach Bronco von Arne Bergendahl. Der Westfale war an einem Oxer kurz vor Schluss der Strecke vorne hängengeblieben und darauf zu Boden gegangen. Als er aufstand, zuckte er zunächst auffällig im Hinterbein, konnte aber im Schritt geführt werden. Eine halbe Stunde nach dem Vorfall sei der Wallach aber unauffällig im Gangbild gewesen, hieß es auf der Pressekonferenz.
Das CCI4*-S, gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft 2026, wird am Sonntag ab 13.50 Uhr entschieden. Der NDR überträgt ab 15 Uhr aus Luhmühlen.
Sollte Julia Krajewski den Titel gewinnen, wäre das ihr fünfter nationaler Triumph bei den Senioren in der Vielseitigkeit.
Zwischenergebnis CCI4*-S Luhmühlen 2026 nach Gelände