Carl Hester präsentiert Zukunftshoffnung Monet X
Carl Hesters neuer Star gewinnt ersten Grand Prix
Carl Hester, hier mit seinem EM-Pferd von 2021, En Vogue. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Seit rund vier Monaten hat Carl Hester auf seiner ansonsten stark dezimierten Berittliste einen neuen Namen stehen: Monet X, ein hochgewachsener Rappwallach, neun Jahre jung, abstammend von den holländischen Hengsten Guardian S (v. Moorland Bodyguard und damit ein Gribaldi-Enkel) und Bretton Woods.
Ausgebildet wurde der Wallach von Daniel Bremner, der auch Mitbesitzer ist. Bremner ist ein ehemaliger Mitarbeiter im Stall von Carl Hester, hat hier seine Frau kennen- und lieben gelernt. Die beiden haben geheiratet, zwei Kinder bekommen und nun festgestellt, dass deren Erziehung plus die Ausbildung eines Pferdes wie Monet X auf Dauer doch etwas viel wird. Darum sind sie an ihren ehemaligen Chef herangetreten und haben Hester gefragt, ob er die weitere Ausbildung von Monet X nicht übernehmen wolle.
„Ich habe gesagt, ich kann nichts versprechen. Aber wenn er mir gefällt, versuchen wir es.“ Offensichtlich hat Monet X seinem neuen Reiter gefallen, denn er steht nun schon seit einigen Wochen in dessen Stall in Gloucestershire. Der erste Turniereinsatz war eine Intermédiaire B in Hickstead, die sie mit 75,05 Prozent gewannen. Letztes Wochenende stand die Feuertaufe in der Königsklasse auf dem Programm.
Grand Prix Premiere für Hester und Monet
Für den ersten Grand Prix hatte sich Carl Hester das Wellington International Festival of Dressage ausgesucht. Dort war sowohl eine internationale als auch eine nationale Grand Prix Tour ausgeschrieben. Letztere war ideal für Newbie Monet. Der hat seinen Reiter nicht enttäuscht. Mit beachtlichen 74,094 Prozent in seinem ersten Grand Prix setzte der neunjährige Monet sich gegen 26 weitere Konkurrenten durch.
Dabei erzielte er in den Piaffen Wertnoten von 7 bis 9, ebenso in den Traversalen. Auch in den Passagen zückten die Richter vor allem die 8. Die Übergänge steigerten sich im Verlauf der Prüfung. Stand beim ersten Passage-Piaffe-Passage noch eine 6,0 im Protokoll, waren es beim letzten die Wertnoten 7,5, 8 und 7, die die drei Richter vergaben.
Dem gegenüber stand eine 6,5 von allen drei Richtern im starken Schritt und in der Versammlung zweimal 6,5, einmal 5. Trotzdem wären noch mehr Punkte drin gewesen, hätten die beiden nicht Probleme in der ersten (doppelt zählenden) Pirouette gehabt.
Dies war die einzige Prüfung, die der Rappe an diesem Wochenende ging.
Und sonst in Wellington?
Carl Hester hatte auch ohne einen zweiten Auftritt von Monet gut zu tun in Wellington. Er hatte auch den Bordeaux-Sohn Fame dabei, sein Olympiapferd von Paris und EM-Partner von Crozet. Mit ihm gewann er den internationalen Grand Prix mit 78,261 und die Kür mit 85,210 Prozent.
Außerdem war er als Trainer im Einsatz, unter anderem für Fiona Bigwood, die sich im Sattel ihrer selbst gezogenen Donna Bella Platz zwei im Grand Prix (74,609) und den Sieg im Special sicherte (73,447). Donna Bella ist die zehnjährige Tochter der dänischen Oldenburger Stute Atterupgaards Orthilia, die Bigwood nach schwerer Krankheit die Rückkehr in den Sport ermöglichte, ehe sie nach Dänemark verkauft wurde, und hier noch sehr erfolgreich für das Gestüt Blue Hors war. Donna Bellas Vater ist der französische (bzw. abstammungsmäßig niederländische) Starvererber Don Juan de Hus. Die Stute wird als WM Option für die Briten gehandelt.
Letztes Wochenende setzten sich Bigwood und Donna Bella beide Male gegen Charlotte Dujardin durch, die den zwölfjährigen Oldenburger Brave Heart v. Bordeaux präsentierte. Der Wallach ist ein Vollbruder zu Sandra Nuxolls einstigem Louisdor-Preis Sieger und inzwischen für die Schweiz erfolgreichen Bonheur de la Vie. Dujardin übernahm ihn im vergangenen Herbst von seiner Besitzerin Ellen McCarthy, die ihn bis dato selbst auf Turnieren präsentiert hatte. Mit Brave Heart hatte Dujardin Mitte Oktober ihr erstes internationales Turnier nach Ablauf ihrer Sperre bestritten.
Neben Fiona Bigwood waren Sadie Smith und Swanmore Dantina in Wellington unterwegs, die von Carl Hester unterstützt wurden. Sie wurden Vierte im Grand Prix und im Special mit 71,435 und 70,893 Prozent. Mehr zum Hintergrund der schön reitenden Britin und ihrer Dante Weltino-Tochter lesen Sie hier.