Heidemarie Dresing und Regine Mispelkamp sind Deutsche Meisterinnen der Para-Dressurreiter 2026
Europameisterinnen rocken DM der Para-Dressurreiter, Überraschungen bei Silber
Regine Mispelkamp mit Highlander Delight's. Foto: sportfotos-lafrentz.de Die Deutschen Meisterschaften der Para-Dressurreiter werden in drei Prüfungen entschieden: den „Grand Prix“ Aufgaben der jeweiligen Grades I bis V sowie der Kür. Dabei werden die Grades I bis III und IV/V gemeinsam gewertet.
Heidemarie Dresing zum sechsten Titel
Das Gefühl, als Deutsche Meisterin gefeiert zu werden, kennt die Doppeleuropameisterin Heidemarie Dresing gut. Fünf Goldmedaillen hat sie schon zuhause, heute kam noch eine sechste hinzu. Nach deutlichen Siegen in den ersten beiden Wertungsprüfungen hatte sie mit ihrer Stute Poesie aka „Püppi“ die Führung übernommen, und auch in der Kür ließen die beiden nichts anbrennen. Alles in allem kamen die beiden auf 233,017 Prozent und sicherten sich so mit Abstand den Titel.
Dresing, die vor ihrer Diagnose mit Multipler Sklerose im Jahr 2011 im Regelsport bis Klasse S erfolgreich war, erklärt: „Ich habe in Grade V angefangen, jetzt bin ich in Grade II. Ich suche die Pferde danach aus, wo meine Schwächen sind. Die Pferde müssen das mitbringen, was ich von zuhause nicht kann.“ Und Poesie bringt eine Menge mit: „Sie schwingt schön und nimmt mich dabei immer gut mit“, beschreibt Dresing das Reitgefühl auf der elfjährigen Fürstenball-Tochter.
Silber an ein neues Duo
Mit ziemlichem Abstand (217,199), aber großer Freude sicherte sich Gianna Regenbrecht im Sattel von First Florentine XT die Silbermedaille. Auch dies ist eine elfjährige Fürstenball-Tochter, gezogen und im Besitz von Dr. Stefan Tietje. Die Partnerschaft zwischen Regenbrecht und First Florentine ist noch jung. Stefan Tietje war von sich aus auf Gianna Regenbrecht zugegangen und hatte ihr den Beritt der Stute angeboten.
Sie sagt: „Das ist ein totales Match, das harmoniert so toll mit ihr und sie bringt ganz viel innere Gelassenheit mit. Sie hat einen super Schritt, einen tollen Trab, ein tolles Interieur und ein schönes Seitenbild. Der Galopp ist ihr allerdings nicht in die Wiege gelegt worden, aber in meinem Grade wird kein Galopp geritten.“ Also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
Bronze an Mannschaftseuropameisterin Nummer zwei
Ein erfolgsverwöhntes Duo sind die frühere Verdener Auktionsreiterin Melanie Wienand und ihr Lemon’s Loverboy. Wienand ritt früher den Vater ihres Sportpartners, Bundeschampion Lemony’s Nicket, als der für einen damaligen Rekordpreis versteigert wurde. Von den Qualitäten dieses Hengstes überzeugt, investierte Wienand in ein Fohlen von Lemony’s Nicket. Dann hatte sie einen schweren Reitunfall, der ihr Leben völlig auf den Kopf stellte. Sie musste fast alles neu lernen. Das Reiten war Teil ihrer Therapie. Mit Lemony’s Nicket hat sie sich im Para-Dressursport längst einen Namen gemacht. Letztes Jahr gewannen sie in Balve Silber, nun mit 215,622 Prozent Bronze.
Mispelkamp holt Gold in Grade IV/V
Deutlich knapper war die Entscheidung in der Wertung der Grades IV und V. Hier gab es quasi ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Einzel- und Mannschaftseuropameisterin Regine Mispelkamp mit Highlander Delight’s und Newcomerin Helen Schildhauer auf Vulkan Vegas IB, die erst seit letztem Jahr im Para-Dressursport im Einsatz sind.
Regine Mispelkamp und Highlander Delight’s gewannen den Grand Prix A. Doch in der zweiten Wertung mussten sie sich der Medizinstudentin Schildhauer und ihrem erst achtjährigen Vitalis-Sohn Vulkan Vegas IB geschlagen geben. 74,279 Prozent waren es bei Schildhauer, 74,079 bei Mispelkamp.
Heute in der Kür baute Helen Schildhauer mit 77,675 Prozent Druck auf. Aber das erfahrene rheinische Duo Mispelkamp und Lights ließ sich davon nicht beeindrucken. Mit 78,333 Prozent sicherten sie sich den Gesamtsieg. 225,745 zu 224,963 Prozent lautete der Endstand an der Spitze.
Über Bronze (218,30) freute sich riesig Anna-Lena Niehues im Sattel von Vive L’amour. Die Medaille ist der Lohn für viel Geduld und Mühe, wie Niehues berichtete: „Vicky war ein größeres Projekt, ich habe sie im Prinzip als Problempferd übernommen und ich schenke solchen Pferden irgendwie mein Herz, ich gebe mir da solche Mühe mit und es ist so schön, wenn ich dieses Vertrauen dann zurück bekomme und das macht mich einfach glücklich, da bin ich schon manchmal den Tränen nahe.“ Das kann wohl jeder Reiter nachvollziehen.