Grand Prix Special von München an Charlott-Maria Schürmann und Dante's Pearl
Traumrunde von Traumpferd – Dante’s Pearl mit deutlichem Special-Sieg in München
Charlott-Maria Schürmann und Dante's Pearl OLD in München, wo das Paar mit über 77 Prozent den Grand Prix Special gewann. Foto: Hubert Fischer Es war ein kleines aber feines Starterfeld im Grand Prix Special von München. Nur sechs Paare waren hier am Start, aber alle sechs haben das Zuschauen lohnenswert gemacht. Allen voran Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Pearl.
Bereits gestern im Grand Prix waren die beiden auf der Siegerstraße, als es auf der letzten Mittellinie zu einem Missverständnis kam und die zehnjährige Dante Weltino-Tochter bei X die vorsichtige halbe Parade ihrer Reiterin als Aufforderung zum Halten statt zum Übergang in die Piaffe missverstand. Einen solchen Lapsus gab es heute nicht. Stattdessen herrlich fließende und geschmeidig gestellte und gebogene Traversalen, in denen die Stute mit ihrer Schulterfreiheit brilliert. Okay, in den Passagereprisen schlichen sich vereinzelte Spannungstritte ein und die ersten beiden Piaffen waren gestern sicherer in Takt und Gleichmaß als heute. Aber das waren auch schon die einzigen Sequenzen, in denen die beiden unter ihren derzeitigen Möglichkeiten blieben. Ansonsten begeisterte die Stute mit ihrer Eleganz, ihrer Zufriedenheit und ihrem Arbeitseifer, von Schürmann gefühlvoll und wirksam in Szene gesetzt.
Die Freude der Reiterin war zu Recht riesengroß nach der zweiten Grußaufstellung. Die Richter belohnten den Auftritt mit 77,191 Prozent. Das war eine neue persönliche Bestleistung – und vielleicht sogar ein Fingerzeig in Richtung WM.
Wie Bundestrainerin Monica Theodorescu auf die Frage, ob das Paar sich mit ihrer Vorstellung heute für größere Aufgaben empfohlen hat, antwortete: „Da waren heute mehrere Paare mit Perspektive am Start.“
Die Platzierten
Die WM in Aachen wäre auf jeden Fall auch der Traum von Raphael Netz. Eigentlich sind er und sein Johnson-Sohn Great Escape Camelot ja echte Kür-Spezialisten und haben sich als solche 2024 im Weltcup-Finale an fünfter Stelle platziert. In München haben sie gezeigt, dass sie auch Special können. 74,298 Prozent gab es für den wie immer fein anzusehenden Auftritt des Paares.
Dahinter reihte sich Netz‘ ehemalige Chefin ein, die vierfache Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl. Wie gut sie und die elfjährige Kismet inzwischen zusammengewachsen sind, lässt sich schon daran ablesen, dass von Bredow-Werndl unter einem Magen-Darm-Infekt litt und gar nicht sicher war, ob sie überhaupt würde reiten können. „Kismet, du hast mich im wahrsten Sinne des Wortes durch diese Prüfungen getragen“, schrieb sie später auf Instagram. Und das ziemlich gut. Die Stute hatte in der Trabtour richtig Zug zur Hand – was im starken Schritt leider auch heute fehlte. Auch Fehler in beiden Einerwechseltouren waren teuer. Aber dem gegenüber standen Highlights wie beispielsweise in den Traversalverschiebungen und den Pirouetten. 73,489 Prozent wurden es für die beiden, heute Rang drei.
Dahinter belegten Jessicas Bruder Benjamin Werndl und sein Louisdor-Preis Dritter Quick Decision Platz vier. In der Prüfung der beiden hätte man sich heute zeitweise mehr Fluss nach vorne gewünscht. 73,064 Prozent wurden es.
Katharina Hemmer und Special Gold wurden mit 71,362 Prozent Fünfte vor den Louisdor-Preis Finalsiegern von 2024, Carina Harnisch und Sheldon Cooper, die für ihre schöne Runde, die leider sowohl in den Einer- als auch in den Zweierwechseln Fehler hatte, 70,319 Prozent erhielt.

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