Marcus Ehnings Siegerhengst, dreifacher Weltcup-Finalist, WM-Zehnter und Olympiapferd Cornado NRW lebt nicht mehr

Abschied von Marcus Ehnings Cornado

Springen
Marcus Ehning und Cornado NRW, hier bei der WM in Caen (FRA) 2014, die die beiden als Zehnte in der Einzelwertung abschlossen. Foto: sportfotos-lafrentz.de Marcus Ehning und Cornado NRW, hier bei der WM in Caen (FRA) 2014, die die beiden als Zehnte in der Einzelwertung abschlossen. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Er war schön, sprang gigantisch und war über zehn Jahre mit Marcus Ehning eine feste Größe im internationalen Springsport: Cornado NRW, Siegerhengst aus dem Landgestüt Warendorf musste am 28. April 2026 eingeschläfert werden. Ein Blick auf sein Wirken und sein Vermächtnis.

Cornado, beziehungsweise Cornado NRW, wie er offiziell hieß, war ein Sohn des Cornet Obolensky. Seine Mutter war eine Holsteiner Tochter des Acobat aus einer Cantus-Mutter. In vierter Generation ging der Schimmel auf Cor de la Bryère zurück. Züchter ist Antonius, „Tönne“ Schulze-Averdiek aus Rosendahl.


Siegerhengst – Beginn einer großen Karriere


Die Karriere von Cornado begann als Siegerhengst der westfälischen Körung im Jahr 2005. Auch wenn zwischenzeitlich die sportliche Nutzung in der Karriere Priorität hatte, blickt der ehemalige Körchampion züchterisch auf ein großes Erbe zurück: Aktuell sind allein im deutschen Sport 258 Nachkommen mit Platzierungen verzeichnet. 21 seiner Söhne wurden gekört und anerkannt, die vielleicht bekanntesten sind Cordynox und Cadbury. Zu den erfolgreichen Sportpferden, die Cornado NRW gezeugt hat, zählt unter anderem Büttner‘s Minimax, der unter Janne Friederike Meyer-Zimmermann erfolgreich im internationalen Sport ging.


Die Nachkommen von Cornado NRW haben insgesamt mehr als 1,4 Millionen Euro verdient. Er selbst hat eine Lebensgewinnsumme von 2.041.559 Euro.


216 seiner Nachkommen sind auf S-Niveau im Springsport in Deutschland erfolgreich. Er hat unter anderem Bundeschampions und Top-Pferde bei den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde gezeugt.


Vom Bundeschampionat in die Weltspitze


Als junges Pferd war er unter anderem erfolgreich beim Bundeschampionat. Damals noch unter dem Sattel des heutigen Co-Bundestrainers der deutschen Springreiter, Marcus Döring, der ihn ins Finale der Fünfjährigen im Jahr 2008 ritt. Im Folgejahr saß dann Franz Josef Dahlmann im Sattel. Unter „Peppi“ Dahlmann ging Cornado NRW seine ersten internationalen Springen in Klasse S.


International erfolgreich mit Marcus Ehning


Ab dem Jahr 2012 stand der Schimmelhengst dann im Stall von Marcus Ehning. Es sollte eine zehnjährige Partnerschaft auf höchstem sportlichem Niveau sein. Stilecht beendete der Schimmel im Januar 2021 mit einer Platzierung bei der Amadeus Horse Show in Salzburg seine illustre Karriere. Zehn Jahre lang waren Ehning und Cornado NRW gemeinsam am Start.


Dreimal Weltcup, einmal WM


Die größten internationalen Erfolge der beiden waren zwei vierte Plätze bei den Weltcup-Finals in Lyon, 2014, und Göteborg, 2016. 2018 wurden sie in Paris Zwölfte der Gesamtwertung beim Weltcup-Finale.


Bei den Weltreiterspielen im französischen Caen gehörte die westfälische Kombination 2014 zum deutschen Aufgebot. Team Germany landete auf Platz vier. In der Einzelwertung schafften es Marcus Ehning und Coronado NRW als zweitbestes deutsches Paar auf Rang zehn. 2016 waren sie nominiert für die Olympischen Spiele in Rio. Unglücklicherweise war der Schimmel Hengst unmittelbar vor der ersten Prüfung lahm, so dass es zu keinem Olympia-Einsatz kam


Ab 2021 stand dann die züchterische Nutzung von Cornado NRW im Landgestüt Warendorf im Vordergrund. Dort musste der Schimmel am 28. April 2026 eingeschläfert werden. Ein Tumorleiden ließ den Verantwortlichen keine andere Chance als den Schimmelhengst zu erlösen.


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