Weltcup-Finale Springen - in drei Prüfungen und maximal vier Runden plus (evt.) Stechen geht es um 1,5 Millionen Euro

Was man zum Weltcup-Finale Springen in Fort Worth/Texas wissen sollte

Springen
Daniel Deußer ist vor 19 Jahren erstmals beim Weltcup-Finale am Start gewesen. In Fort Worth reitet er Gangster Montdesir, der Tobago Z zum Vater hat. Foto: sportfotos-lafrentz.de Daniel Deußer ist vor 19 Jahren erstmals beim Weltcup-Finale am Start gewesen. In Fort Worth reitet er Gangster Montdesir, der Tobago Z zum Vater hat. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Vier deutsche Reiter gehen beim Weltcup-Finale Springen 2026 in Fort Worth an den Start. Einer von ihnen hat schon mal das Weltcup-Finale gewonnen, einer ist amtierender Europameister und noch einer Olympiasieger. Wer Daniel Deußer, Richard Vogel und Christian Kukuk live auf dem Bildschirm erleben möchte braucht in Sachen Zeitplan starke Nerven. Hier eine Zusammenfassung der Facts rund ums Weltcup-Finale Springen.

Die Pferde sind gut in der Dickies Arena eingetroffen. Die Halle, die Platz für 14.000 Zuschauer bietet, ist nach einem Sportartikelhersteller benannt. Fort Worth mit seinen eine Million Einwohnern hat sich herausgeputzt. Vierbeiner haben in der Geschichte der texanischen Stadt immer eine große Rolle gespielt. Aber vor allem Rinder, Longhorns. Deren imponierenden Hörner sind ein Wahrzeichen der Stadt.


Wer reitet für Deutschland im Parcours?


Im Springen sind vier Kombinationen aus Deutschland am Start. Ursprünglich hatte auch Philipp Schulze Tophoff nach Texas reisen wollen, aber seine Stute war nicht in der Form, die den Aufwand gelohnt hätte. So ist es nun ein deutsches Quartett, das sich in der Dickies Arena mit 32 anderen Reiterinnen und Reitern misst:


Daniel Deußer und Otello de Guldenboom


Daniel Deußer reitet Otello de Guldenboom. Der Hengst ist ein Sohn von Tobago Z, der selbst zweimal, 2019 (4.) und 2023 am Weltcup-Finale teilgenommen hat.Otello de Guldenboom war 2025 siegreich in Verona, im Februar Zweiter in der Weltcup-Qualifikation von Bordeaux und Sechster in Göteborg. Für Daniel Deußer ist es der insgesamt achte Start. Vor 19 Jahren war er das erste Mal beim Weltcup-Finale und wurde mit Air Jordan Z Zweiter.


Richard Vogel und Gangster Montdesir


Das dritte Mal sattelt Richard Vogel beim Weltcup-Finale. Seine Wahl ist auf Gangster Montdesir gefallen. Den zehnjährigen Hengst aus Frankreich reitet Vogel seit dem Sommer 2025 und gewann unter anderem den 5* Grand Prix im Februar in Wellington. Außerdem stehen fünf weitere Top 10-Platzierungen bei den vergangenen 16 Starts seit September 2025 auf dem Konto der beiden.


Patrick Stühlmeyer und Baloutaire PS


Eine Premiere steht für „Stühli“ an. Der deutsche Meister des Jahres 2024 war mit Baloutaire PS, gezüchtet auf dem Gestüt Lewitz von Patrick Stühlmeyers Chef Paul Schockemöhle, u.a. Vierter in Amsterdam in der Weltcup-Qualifikation und Dritter in Mechelen.


René Dittmer und Cody


Schließlich komplettieren René Dittmer und Cody das Kleeblatt, das vor Ort von Bundestrainer Otto Becker betreut wird. Auch Dittmer reitet sein erstes Weltcup-Finale. Der 32-Jährige aus Stade bei Hamburg nimmt den Holsteiner Cody v. Casall mit nach Texas. Der kam bei dem Mannschaftsweltmeister von 1994, Sören von Rönne, zur Welt. Dittmer war in den vergangenen Wochen sehr erfolgreich unterwegs in den USA.


36 zweibeinige, 39 vierbeinige Athleten


Nach der Absage von McLain Ward (USA) sind es 36 Reiterinnen und Reiter, die nach Fort Worth gereist sind. Sie kommen aus 18 Nationen. Unter den Qualifizierten sind mehrere ehemalige Weltcup-Sieger wie Steve Guerdat und Martin Fuchs (SUI) oder Daniel Deußer.


Mönche, Söhne, Mathematiklehrerinnen


Das Starterfeld umfasst ganz unterschiedliche Reiterinnen und Reiter, von denen einige nicht automatisch darauf programmiert waren, im Parcours Karriere zu machen. Der Japaner Eiken Sato ist, das ist bekannt, im Myōshō-ji Tempel als Sohn eines buddhistischen Mönchs großgeworden. Die Irin Jessica Burke hat die Qualifikation in Bordeaux gewonnen. Sie war vorher Mathematiklehrerin.


16 Reiterinnen und Reiter debütieren, darunter auch Johan-Sebastian Gulliksen. Der 29-jährige Norweger hat einen erfahrenen Coach: Sein Vater Geir ist fünf Weltcup-Finals geritten.


Eine der jüngsten Starterinnen ist die US-Amerikanerin Mimi Gochman. Sie ist 21. Auch ihre Teamkameradin Skylar Wireman ist so alt. Einer der Top-Favoriten ist ebenfalls US-Amerikaner: Kent Farrington, die Nummer zwei der aktuellen Weltrangliste, sattelt die immens erfolgreiche Stute Greya. Die älteste Starterin ist Laura Kraut (USA, 60).


Der Weg ins Finale


An drei Tagen geht es über insgesamt vier Parcours. Zunächst gibt es ein Zeitspringen, pro Abwurf kommen drei Sekunden zum Ergebnis hinzu. Die Resultate werden umgerechnet, sodass der Sieger einen Punkt mehr als Teilnehmer am Springen hat. Der Zweitplatzierte erhält zwei Punkte weniger als der Sieger, der Drittplatzierte drei weniger usw.


Aus dem zweiten Springen, das mit einem Stechen ausgeschrieben ist, qualifizieren sich die besten 30 für die erste Runden des Final-Springens am Sonntag. Hier wird das Ranking anders errechnet. Der Führende erhält null Punkte. Die individuelle Differenz zwischen den Punkten der hinter ihm rangierenden Reiterinnen und Reiter wird mit 0,5 multipliziert. Die 20 besten Kombinationen dieser Prüfung haben dann im Finale die Möglichkeit, das Weltcup-Finale Springen im B-Parcours zu gewinnen.


Wie hoch ist es?


Alle Prüfungen sind mit Hindernissen bis 1,60 Meter Höhe ausgeschrieben. Das letzte Springen ist das technisch anspruchsvollste.


Was gibt es zu gewinnen?


Insgesamt ist das Weltcup-Finale Springen mit 1,3 Millionen Euro dotiert. Im ersten Springen geht es um 100.000 Euro (Sieger: 23.000 Euro), im zweiten um 150.000 Euro n (Sieger: 34.500 Euro), im dritten um 300.000 Euro (Sieger: 69.000 Euro).


Lukrativ ist die Weltcup-Endwertung: Hier erhält der Sieger 172.500 Euro, der Zweite 131.250 und der Drittplatzierte 78.750 Euro.


Wann wird geritten?


Weltcup-Finale in den USA, das bedeutet kurze Nächte. Je weiter westlich, desto größer der Zeitunterschied. Fort Worth liegt sieben Stunden hinter Deutschland. Entsprechend wird es kaum ein Springen zu sehen geben, das vor nächtlicher Stunde in Europa beginnt.


Der Zeitplan


Donnerstag, 9. April, 14 Uhr (21 Uhr deutscher Zeit): erste Qualifikation (Zeitspringen)

Freitag, 10. April, 19 Uhr (Samstag, 11. April, 2 Uhr morgens): zweite Wertung (evt. mit Stechen)

Sonntag, 12. April, 8 Uhr Vetcheck (Sonntag, 12, April, 15 Uhr in Deutschland)

12 Uhr (Sonntag, 19 Uhr) Finale Teil A (die besten 30 Reiter aus den zwei Wertungsprüfungen)

15 Uhr – Finale! Die besten 20 aus dem A-Parcours (22 Uhr  bzw. 5 Uhr morgens, Montag 13. April).


 


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