Julia Krajewski und Tullabeg Platinum siegreich in Montelibretti
Julia Krajewski und ihr Kader-Newcomer mit Start-Ziel-Sieg zum Saisonauftakt
Prima Auftakt in die WM-Saison auch für Vielseitigkeitsolympiasiegerin Julia Krajewski und ihre Pferde, wobei Nickel nur Dressur und Springen ging. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Montelibretti bot den Reitern drei Prüfungen ein: einen CCI*-Intro, einen CCI2*-S und einen CCI4*-S. Für die Vier-Sterne-Tour hatte Julia Krajewski ihre aktuelle Nummer eins gesattelt, den Holsteiner Numero Uno-Sohn Nickel. Allerdings war von Anfang an geplant, dass der WM-Kandidat noch keine Geländeprüfung gehen soll, sondern nur Dressur und Springen. Das tat er allerdings mit Bravour – Führung nach der Dressur mit 27,2 Minuspunkten, null Strafpunkte im Springen.
Japanischer Nachwuchsreiter mit Professor
Nachdem Krajewski auf einen Start im Gelände verzichtet hatte, war der Weg an die Spitze frei für den Japaner Kento Nagura. Der 27-Jährige ist seit 2025 in Europa ansässig und reitet ein hoch verdientes Pferd: den inzwischen 17-jährigen Vinci de la Vigne.
Der Selle Français-Wallach ging zunächst mit Astier Nicolas für Frankreich, unter anderem bei den Weltreiterspielen in Tryon, wo sie als Einzelpaar unterwegs waren und einen starken siebten Platz belegten. In Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im eigenen Land investierte die Japan Racing Association – die sich anders als der Name vermuten lässt, nicht nur im Galopprennsport engagiert – in den Wallach und gab ihn Kazuma Tomoto zum Reiten. Seither trägt Vinci de la Vigne die Abkürzung „JRA“ hinter seinem Namen.
Tomoto und Vinci de la Vigne belegten in Tokio einen überragenden vierten Platz in der Einzelwertung. Bei der WM 2022 in Pratoni del Vivaro wurden sie Achte. Und bei ihrem letzten Auftritt unter dem olympischen Feuer in Paris 2024 trugen sie mit ihrem fünften Platz im Einzel einen Gutteil zum historischen Mannschaftsbronze für Japan bei. Es war das letzte gemeinsame Turnier der beiden.
Danach wechselte Vinci de la Vigne zu Kento Nagura, der mit ihm im Oktober 2025 in Kronenberg (NED) seine erste Vier-Sterne-Prüfung bestritten hatte und auf Platz 13 beendete. Montelibretti war der erste Start der Saison, gleich auf Vier-Sterne-Niveau und gleich ein Sieg – wobei auch nur sieben Paare am Start waren. Mit 31,3 Minuspunkten zeigten sie die drittbeste Dressur, sprangen fehlerfrei und ließen sich im ersten Gelände des Jahres reichlich Zeit. Da waren sie allerdings in guter Gesellschaft, so dass auch gut 20 Zeitfehler ihren Triumph nicht gefährdeten.
Krajewskis siegreicher Saisonauftakt mit Tullabeg Platinum
Deutlich stärker besetzt war der CCI2* mit 32 Paaren – kein Problem für Julia Krajewski und ihren zwölfjährigen Iren Tullabeg Platinum. Der Wallach war von Jan Matthias in den Sport gebracht worden und seit 2025 sitzt Julia Krajewski im Sattel. Die beiden haben sich beinahe von Turnier zu Turnier gesteigert und hatten nur bei ihrem ersten Auftritt einen Springfehler. Danach waren sie immer null in der dritten Phase. Mit einem tollen dritten Platz im CCI4*-L von Strzegom hatten sie ihre formelle Championatsqualifikation in der Tasche und Anfang 2026 wurde Tullabeg Platinum neben Nickel als Kaderpferd für Krajewski berufen. Eine Entscheidung, deren Richtigkeit der Ire mit einem Start-Ziel-Sieg im CCI2*-S von Montelibretti noch einmal unterstrich. Zu den 28,90 Minuspunkten aus der Dressur kam kein einziger hinzu.
Zudem platzierte Krajewski ihren Deutschen Meister von 2023, den zwölfjährigen Selle Français-Wallach Ero de Cantraie, mit 41,80 Minuspunkten auf Rang acht. Zu den 31,80 Zählern aus der Dressur wurden ein – Krajewskis Aussage in ihrer Instagram-Story nach zu urteilen – der Übermotivation geschuldeter Hindernisfehler im Parcours und sechs Zeitstrafpunkte im Cross hinzu addiert.
Internationale Premiere für den Bundeschampionats-Fünften
Neben ihren arrivierten Stars hatte Krajewski auch den sechsjährigen Hannoveraner Wallach Fox Tonic v. Nathan de la Tour AA mit nach Montelibretti gebracht. Der Schimmel hatte die Saison 2025 mit einem starken fünften Platz beim Bundeschampionat abgeschlossen. Nun läutete er 2026 auf Rang vier ein. Er beendete die Prüfung mit seinem Dressurergebnis von 31,20 Minuspunkten.
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