Deußer siegt in Göteborg

Deußer und Otello fegen die Konkurrenz aus dem Parcours

Springen
Daniel Deußer und Otello de Guldenboom. Foto: Kim C. Lundin Daniel Deußer und Otello de Guldenboom. Foto: Kim C. Lundin
Nein, weder Daniel Deußer noch sein Otello de Guldenboom waren heute Gentlemen im höchstdotierten Springen am Freitag beim Weltcup-Turnier in Göteborg. Sie waren einfach nicht bereit, den beiden Vertreterinnen der Gastgeber und ihren Stuten den Vortritt zu lassen.

Peter Schumacher ist dieses Wochenende für den Parcoursaufbau in Göteborg verantwortlich und hatte den 30 Paaren in dem 1,55 Meter-Fehler-Zeitspringen einen Parcours mit zwölf Hindernissen und 14 Sprüngen in den Weg gestellt.


Auf dem Papier hatten Daniel Deußer und sein zwölfjähriger belgischer Hengst Otello de Guldenboom, der ein Sohn seines großartigen Tobago Z ist, nicht die besten Aussichten, heute Abend den Sieg in Göteborg abzuräumen. Sie waren bereits drittes Starterpaar. Aber Deußer ließ nichts anbrennen und Otello legte in 56,84 Sekunden eine Runde hin, die der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance ließ. Selbst mit Abwürfen kam die Konkurrenz nicht mal in die Nähe dieser Zeit. Das bedeutete den Sieg und 15.000 Euro für die Haferkasse.


Für Deußer war dies übrigens der 30. Sieg im seiner Karriere in einem Fünf-Sterne-Springen über 1,55 Meter. Und es war der erste Sieg für einen deutschen Springreiter in einer der 5*-Prüfungen von Göteborg seit 2020, als Deußer selbst zum letzten Mal hier siegreich war, damals mit Calisto Blue.


Zu seinem heutigen Ritt sagte er: „Ich habe nicht das schnellste Pferd, also habe ich nach Wegen gesucht, wo ich innen oder drum herum reiten kann. Ich habe kurz gezögert, aber es dann riskiert und es hat funktioniert. Otello war heute wirklich bei mir.“ Er wird den Hengst auch am Sonntag im Weltcup-Springen reiten.


Zweimal Schweden


Das Nachsehen hatte ein schwedisches Damenquartett. Deußers Stallkollegin bei den Stephen Stables, Petronella Andersson, war auf der zwölfjährigen Zazu-Tochter Odina van Klapscheut in 58,26 Sekunden noch am dichtesten dran am Sieger. Auf Rang drei (61,29) reihte sich Mannschaftsolympiasiegerin Malin Baryard-Johnsson auf ihrer Erfolgsstute Indiana ein, die inzwischen 18-jährig, aber nach wie vor topfit ist.


Andersson sagte: „Es ist natürlich immer toll zu siegen, aber der Parcours war heute nicht ideal für mein Pferd und ich wollte nicht zu viel riskieren. (…) Ich habe nicht erwartet, heute zu gewinnen – besonders nicht nachdem ich Daniels Runde gesehen habe. Mein Pferd ist aber von Natur aus schnell, also war mein Ziel ein Platz in den Top Ten.“


Auch Malin Baryard-Johnsson begrub ihre Träume von Platz eins nachdem sie Daniel Deußer zugeschaut hatte: „Es ist ein tolles Gefühl, vor schwedischem Publikum eine Nullrunde abzuliefern – die Zuschauer sind absolut super. Indiana fühlte sich heute super an. Als ich Daniel so schnell und gut habe reiten gesehen, dachte ich, ich muss den Sieg heute wahrscheinlich ziehen lassen. Aber der Ritt fühlte sich sehr gut an!“


Weitere deutsche Ergebnisse


Aus Deutschland waren noch vier weitere Paare am Start, die jedoch heute mit Abwürfen aus dem Parcours kamen. Vier Fehler waren es bei Patrick Stühlmeyer und HH Chaccothargo, acht bei Philipp Schulze Topphoff und Vivantas. Beide Reiter können sich noch berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz im Weltcup-Finale machen. Schulze Topphoff ist aktuell die Nummer 18 der Liste und befindet sich somit auf dem Schleudersitz, denn 18 Reiter der Westeuropa-Liga dürfen nach Fort Worth. Stühlmeyer ist die Nummer 21., also auch noch in Sichtweite des Tickets.


Ebenfalls mit acht Fehlern verließen Johanna Beckmann und ihr 15-jähriger Westfale Alphabet v. Arpeggio das Viereck. 16 kamen heute für Sandra Auffarth und den Holsteiner Crunch-Sohn C’est A la Vie zusammen.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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