Eiken Sato – ein japanischer Springreiter im Portrait

Der Japaner im gelben Sakko, der im Tempel aufwuchs

Springen
Eiken Sato. Foto: Kim C. Lundin Eiken Sato. Foto: Kim C. Lundin
Gestern Dritter, heute Fünfter – Eiken Sato springt in Göteborg von Erfolg zu Erfolg. Seit einigen Monaten sieht man den japanischen Springreiter im gelben Jackett. Was es damit auf sich hat und wie er überhaupt nach Europa kam, hat er am Rande des schwedischen Weltcup-Turniers verraten.

Er wuchs in einem buddhistischen Tempel auf und stammt aus einem Land, das man nicht unbedingt mit Springreiten in Verbindung bringt – der japanische Reiter Eiken Sato. Er hat derzeit einen Lauf und ist in Göteborg, um Punkte für die Qualifikation zum Weltcup-Finale zu sammeln.


Wenn er dieses Wochenende so weitermacht, wie er begonnen hat, dürften am Sonntag einige hinzu kommen. Donnerstag war er Derzeit ist er Nummer 26 im Ranking, hat also noch acht Plätze gut zu machen, um das Ticket nach Fort Worth zu buchen. Sao ist zwar Japaner, aber da er in in den Niederlanden lebt, reitet er auch in der Westeuropa-Liga – ebenso wie sein neuer Chef.


Brasilianisch-japanische Co-Existenz


Seit sieben Monaten tritt der 40-jährige Sato in einem leuchtend gelben Sakko an – einer Farbe, die man von dem Brasilianer Yuri Mansur kennt. Der Grund ist einfach: Sato reitet inzwischen für Mansur.


„Ich bin sehr glücklich über unsere Zusammenarbeit. Yuri ist ein großartiger Reiter, Mensch und Trainer, daher verdanke ich meine Erfolge größtenteils ihm“, sagt Eiken Sato.


Bei der Gothenburg Horse Show ist Eiken mit aktuell Platz 198 der bestplatzierte japanische Reiter in der FEI-Weltrangliste. Platz drei auf Campai im 1,50-m-Springen am Donnerstag war schon die vierte Top drei-Platzierung im Jahr 2026.


„Ich bin zum ersten Mal in Göteborg. Die Arena und das Publikum haben mich schon jetzt beeindruckt“, sagt Eiken.


Aufgewachsen im Tempel


Japan ist nicht unbedingt für seinen Reitsport bekannt. Eiken wuchs auf dem Gelände des Myōshō-ji-Tempels auf. Im japanischen Buddhismus ist es Tradition, dass der älteste Sohn Mönch wird – obwohl die meisten ein normales Familienleben führen und regulären Berufen nachgehen. Eikens Vater ist Mönch, ebenso wie sein älterer Bruder.


„Ich bin mit dieser Kultur aufgewachsen, praktiziere sie aber heute überhaupt nicht mehr“, sagt Eiken.


Seine Eltern betrieben eine Reitschule, daher gehörten Pferde und Reiten ganz selbstverständlich zu seinem Leben. Schon früh wusste er, dass er nach Europa wollte, um den Turniersport intensiver zu erleben. Mit 18 Jahren verließ er die Insel im Pazifik, ohne ein Wort Englisch zu sprechen und das kam so:


„Jos Verlooy war Nationaltrainer in Japan und hat mir geholfen, eine Stelle bei Axel Verlooy zu bekommen. Dort habe ich mit Reitern wie Harrie Smolders zusammengearbeitet. Ich bin mit ihnen zu Wettkämpfen gereist und habe gelernt, mit Europäern zu kommunizieren und mich in Europa zurechtzufinden. Das ist ganz anders als in Japan“, so Eiken.


Europa-Tournee


Schließlich kam Eiken in den Stall des legendären Pferdetrainers Paul Schockemöhle, wo er mehrere Jahre arbeitete. Eine seiner Kolleginnen dort war die schwedische Reiterin Helena Torstensson, die bis heute von seinem Talent beeindruckt ist.


„Er hat ein unglaubliches Gespür für das Pferd, die Hindernisse und den Parcours. Ob es ein frisch angerittenes Pferd oder ein Olympiapferd ist – er bringt sie alle wunderschön zum Springen“, sagt Torstensson.


Eiken Sato ist da bescheiden: „Ich versuche immer mein Bestes zu geben – das gehört zum Job. Bei Schockemöhle bin ich alle möglichen Pferde geritten und habe versucht, von jedem etwas zu lernen.“


Ziel: Fort Worth


Wie eingangs erwähnt, ist Sato aktuell die Nummer 26 im Ranking der Westeuropa-Liga und muss noch acht Plätze gut machen, um zum Weltcup-Finale fahren zu dürfen. Er sagt: „Ich würde am Sonntag sehr gerne Punkte holen. Das würde mir in Helsinki etwas Druck nehmen. Idealerweise möchte ich unter die ersten Drei kommen.“


Er macht kein Geheimnis daraus, dass Erfolg sein Motor ist. „Ich liebe Pferde, und es ist mir wichtig, dass sie gut versorgt werden und dass ich ein gut funktionierendes Team habe, das sich bestmöglich um sie kümmert. Wettkampf und Erfolge sind das Ziel – das gilt für jeden.“


PM Gothenburg Horse Show, bearbeitet/ergänzt von EP


Ähnliche Beiträge

Greve und Grandorado gewinnen in Göteborg
Greve und Grandorado gewinnen in Göteborg Zum Artikel
Hinners Zweite im arabischen Weltcup-Springen
Hinners Zweite im arabischen Weltcup-Springen Zum Artikel
Vogel ist schneller, aber Ward gewinnt in Wellington
Vogel ist schneller, aber Ward gewinnt in Wellington Zum Artikel
WP Wehrmann Publishing