Das Leben kann so schön sein - der EQUI PAGES Newsletter
Der Newsletter auf EQUI PAGES. Immer aktuell. Immer montags. Immer wissen, was Sache ist. Foto: sportfotos-lafrentz.de Es gibt diese Momente, von denen man länger etwas hat, die „etwas mit einem machen“. Ich hatte mehr als einen dieser Momente bei den VR Classics, dem Reitturnier in der Holstenhalle Neumünster am vergangenen Wochenende. Zum 75. Mal fand das Event statt. Schon das nötigt einem Respekt ab.
Der frühe Vogel – das bin ja ich!
Sechs Uhr am Morgen (ja, für wenig geübte Frühaufsteher „Morgengrauen“…), Training der Dressurpferde. Das ist zwar nicht fürs Publikum, wohl aber für die Presse zugänglich. Allen voran Justin Verboomen, die Nummer eins der Welt, beim Training zu beobachten – Gänsehaut! (ja, der Begriff ist abgenutzt, weswegen ich ihn auch ungern verwende, aber wenn es nun mal so war, muss es auch so geschrieben werden).

Die Ruhe und Konzentration, mit der der Belgier seinen Fuchs Djembe de Hus arbeitete, war einfach schön anzusehen. Dass es kaum 24 Stunden später auf Social Media schon wieder Kommentare gibt, die anhand einer kurzen Videosequenz schlechtes Reiten dort sehen wollen, war vielleicht (leider) zu erwarten. Es nervt aber. Nicht mehr und nicht weniger. Wer das Abreiten in Neumünster verfolgt hat – ich habe natürlich nicht alles und jeden gesehen, aber eine komplette Trainingssession –, der kommt nicht umhin zu sehen, wie viele Reiterinnen und Reiter bemüht sind, immer noch ein bisschen besser zu reiten. Dass dabei Nasenlinien auch mal hinter die Senkrechte rutschen, Pferde (für den Moment) nicht reell ans Gebiss herantreten – geschenkt. Der Weg ist das Ziel. Und das, von meiner Warte aus betrachtet, richtige Ziel hatten doch sehr viele der Aktiven in Neumünster vor Augen. Nicht alle, aber sehr viele.
In Amsterdam war es beim Abreiten für die die Weltcup-Prüfungen noch zu kontroversen Szenen beim Abreiten gekommen. Da fühlten sich Promis zu sehr ins Visier genommen.
Schön, wie schön der „Nachwuchs“ reitet
Neumünster ist immer ein Pflaster, auf dem Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu etwas ausprobiert. Zu den etablierten „Jungs“, Raphael Netz und Moritz Treffinger, gesellte sich als Debütantin Laura Strobel in der Weltcup-Kür. Ein Trio, das einen schon vom Sitz her grün vor Neid werden lässt. So soll man auf dem Pferd sitzen. Und: So soll man mit dem Pferd arbeiten. Wie viel man von dem Ziel dann im Prüfungsviereck abrufen kann, steht auf einem anderen Blatt. Es ist nicht zu viel verraten, wenn man für dieses deutsche Trio, das von Ingrid Klimke komplettiert wurde, feststellt: eine ganze Menge.
Nicht zu vergessen Juliane Brunkhorst, deren Weltcup-Pferd zwar mit der Atmosphäre überfordert war, die aber in den nationalen Grand Prix-Prüfungen zeigte, wie man Hochkaräter behutsam in den großen Sport bringt.
Weniger schön war die Meldung, dass die Sichtung für den Preis der Besten in München abgebrochen werden musste. Der Hintergrund: tierschutzrelevante Vorkommnisse. In einer Pressemitteilung nahm die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) Stellung. Was konkret geschehen ist, darüber konnte man zunächst nur mutmaßen. Wir haben recherchiert und mit jemandem gesprochen, der vor Ort war.
Für alle Jecken, Narrhalesinnen und Narrhalesen – fröhliches Feiern bis Aschermittwoch und allen anderen beste Grüße und bis nächsten Montag!
Jan Tönjes
jan.toenjes@equi-pages.de
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