FEI League of Nations Abu Dhabi
Sieg für Frankreich, Kutscher Held des Tages für Deutschland bei League of Nations-Auftakt
Shiny happy people auf dem League of Nations Podium von Abu Dhabi mit Jeanne Sadran, die nur im ersten Umlauf am Start war, Simon Delestre, Olivier Perreau und Nicolas Sers rund um Equipechef Edouard Couperie. Foto: FEI In Runde eins sah es noch so aus, als sei Freitag der 13. Vier-Fehler-Tag für die deutschen Springreiter. Daniel Deußer und seine quirlige Fuchsstute Pepita van’t Meulenhof (die optisch nicht verleugnen kann, dass sie eine mütterliche Halbschwester von Emerald van’t Ruytershof ist) hatten ebenso einen Abwurf wie Sophie Hinners mit Lommers und Jörne Sprehe auf dem zwölfjährigen Hannoveraner Hengst Toys v. Toulon.
Lediglich Marco Kutscher und sein 14-jähriger Holsteiner Catelly blieben ohne Fehl und Tadel. Seit einem guten Jahr sind die beiden nun zusammen im Parcours unterwegs. Schon bei den Nationenpreisen in Hickstead und Dublin hatten sie großen Anteil am Sieg bzw. zweiten Platz für Deutschland. Und auch heute erfüllte der Catalido-Sohn alle Erwartungen, nicht nur im ersten, sondern später auch im zweiten Umlauf.
Zweiter Umlauf
Nach Runde eins hatte Deutschland acht Fehler auf dem Konto. Angeführt wurde das Ranking durch Frankreich und Irland, die mit weißer Weste dastanden. Vier Fehler schlugen bei Großbritannien und UAE zu Buche. Die USA, Schweiz und Brasilien hatten wie Deutschland acht Fehler.
Im zweiten Umlauf treten in der League of Nations pro Mannschaft nur noch drei Reiter an. Es zählte also jedes Ergebnis. Da wurden die Karten neu gemischt. Daniel Deußer und Pepita weckten die Hoffnungen der deutschen Fans, als sie fehlerfrei ins Ziel galoppierten. Doch bei Sophie Hinners und ihrem Carrera VDL fiel ein Stein aus der Mauer. Der Hauch einer Berührung und dann war es geschehen. Nun waren es zwölf Fehler, die für Otto Beckers Team zählten. Der Druck auf Marco Kutscher und Catelly als drittes und letztes Paar war dementsprechend groß. Doch der einstige Doppeleuropameister und Olympia-Bronzegewinner behielt mit all seiner Erfahrung die Nerven: nochmal null Fehler. Damit blieb es bei zwölf Fehlern für Deutschland.
Das gleiche Ergebnis erzielte Brasilien, wo Luciana Diniz und Vertigo du Desert zweimal fehlerfrei gesprungen waren. Die anderen Mannschaften, sowohl die mit vier als auch die mit acht Strafpunkte aus dem ersten Umlauf, schossen sich durch Abwürfe ins Aus.
Die Entscheidung
Aber Frankreich konnte seine Form halten. Zumindest das erste Paar, die Olympia-Dritten mit der Mannschaft, Olivier Perreau und die selbstgezogene Kannan-Tochter Dorai d’Aiguilly, sprangen erneut fehlerfrei. Als Nicolas Sers mit Eleven de Riverland einen Abwurf hatte, schrumpfte der Vorsprung. Nun hatten Simon Delestre und sein zehnjähriger Diamant de Semilly-Sohn Golden Boy es in der Hand. Einen Fehler durften sie sich leisten, bei zweien hätte es ein Stechen um den Sieg gegeben. Doch dazu kam es nicht. Zwar leisteten Delestre und Golden Boy sich am drittletzten Sprung einen Lapsus, aber dabei blieb es.
Damit stand Frankreich mit acht Fehlern als Sieger der ersten League of Nations Etappe 2026 fest. Deutschland belegte mit zwölf Strafpunkten dank der schnelleren Zeit Platz zwei vor Brasilien (12) und der Schweiz (16).