500.000 Euro-Grand-Prix in Wellington (USA)

Zweiter Sieg in einem Fünf-Sterne-Grand Prix für Gangster Montdesir unter Richard Vogel

Springen
Erst seit September 2025 sind sie gemeinsam im Parcours unterwegs, aber das hielt Gangster Montdesir und Richard Vogel am Samstagabend unter Flutlicht in Wellington nicht davon ab, den bereits sechsten Sieg auf internationalem Parkett zu holen.

„Er ist grün auf diesem Niveau, aber wir setzen große Hoffnungen in ihn“, sagte Richard Vogel nach seinem Sieg mit Gangster Montdesir. Die Kurve des zehnjährigen Kannan-Sohns aus einer Cornet Obolensky-Mutter zeigt jedenfalls steil nach oben, seit der Europameister die Zügel übernommen hat. Zuvor hatte der braune Selle Français-Hengst bereits mehrere Stationen, unter anderem bei Jana Wargers, Karoline Sloth Kjaer (DEN) und Cian O’Connor (IRL). In den Sport gebracht worden ist er von dem Franzosen Simon Lorrain.


Für den Fünf-Sterne-Grand-Prix, gebaut vom Parcoursbauer der Olympischen Spiele 2024, Gregory Bodo, hatten sich einige prominente Paare angekündigt. Die waren Richard Vogel und seinem Hengst dicht auf den Fersen, allen voran Kent Farrington mit Greya, die ja erst im Dezember den Rolex Grand Prix in Genf für sich entscheiden konnten. Der US-Amerikaner sattelte seine OS-Stute in Wellington erstmals seit Genf wieder mit einem klaren Ziel: den Sieg zu holen. Letztlich hatten sie im Stechen die beste Zeit, aber kassierten unterwegs eine Stange. Damit war der Weg zum Sieg frei für den Europameister. Mit der fehlerfreien Runde in 42,65 Sekunden hielten Vogel und Gangster Montdesir die Konkurrenz am Ende drei Zehntelsekunden auf Abstand.



Gangster Montdesir „hoch motiviert“, Platz zwei an Ben Maher


Vogel sagte später über seinen Hengst: „Ich hatte sofort ein super Gefühl bei ihm. Er wollte von der ersten Show an immer gute Arbeit leisten. (…) Wenn man ein so talentiertes Pferd hat, das so schnell aufsteigt, muss man immer ein Gleichgewicht finden – wir wollen großartige Abende wie heute, aber wir wollen das Pferd niemals überfordern. Im Moment ist er hoch motiviert.“


Auf den zweiten Platz verwiesen die beiden den Olympiasieger von Tokio, Ben Maher, und den zwölfjährigen Wallach Enjeu de Grisien. 42,95 Sekunden lautete die Zeit für die fehlerfreie Runden im Stechen. Die Partnerschaft der beiden dauert schon länger, seit siebenjährig hat der Brite den Selle Français v. Toulon-Andiamo unter dem Sattel. Maher: „Er stand immer im Schatten einiger anderer Pferde und musste in den letzten Monaten einen Schritt da raus machen – er hat diese Rolle wirklich gut übernommen. Er hatte hier und da ein wenig Pech, aber er ist ein sehr aufgewecktes, energiegeladenes Pferd und lernt unglaublich schnell. Das ist seine größte Stärke; er will wirklich ein großartiges Pferd sein.“


Einer der Shooting Stars des vergangenen Jahres belegte im Stechen in Wellington um den Sieg Platz drei: Die Französin Nina Mallevaey mit Dynastie de Beaufour. Mit der 13-jährigen Stute gewann die 26-jährige Reiterin im vergangenen August den Fünf-Sterne-Grand-Prix in Brüssel. Am Samstagabend wurden es 43,37 Sekunden für Mallevaey und ihre Stute, die eine direkte Tochter des Stempelhengstes Diamant de Semilly ist.


Weitere Platzierte


Eine weitere Nullrunde im Stechen lieferte Lillie Keenan für die gastgebende Nation USA mit Argan de Beliard. Mit 44,56 Sekunden wurde es Rang vier Keenan vor Kent Farrington auf Platz fünf.


René Dittmer, der die Wintermonate wie Richard Vogel auch zumeist in den sonnigen Staaten der USA verbringt, war ebenfalls am Start in dieser Prüfung. Mit seinem Top-Pferd Corsica hatte er einen Fehler im Umlauf und rangierte am Ende an elfter Stelle. Simon Widmann gab im Normalparcours auf.


Alle Ergebnisse des Grand Prix in Wellington gibt es hier.


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