Lillie Keenan gewinnt CSI4* Grand Prix in Wellington

Nach Highway nun mit Fasther – Lillie Keenan unstoppable

Springen
Lillie Keenan und Fasther auf dem Weg zum Sieg in Wellington. Foto: Sportfot Lillie Keenan und Fasther auf dem Weg zum Sieg in Wellington. Foto: Sportfot
Gestern Abend stand in Wellington der mit 215.000 Dollar dotierte CSI4*-Grand Prix auf dem Programm. Die Konkurrenz war groß, aber das konnte die US-Reiterin Lillie Keenan nicht aufhalten.

Denn was ist man, wenn man Fast(h)er reitet? Lillie Keenan. Und was noch? Schneller. Immerhin elf der 43 Starter im Großen Preis unter Flutlicht hatten es ins Stechen geschafft. Da waren Namen wie Cian O’Connor (aufgegeben mit Canbella Blue PS), Jessica Mendoza mit In the Air (12 Fehler), McLain Ward auf I Know (8 Fehler), Nina Mallevaey mit My Clementine (8 Fehler) oder Nicola Philippaerts auf Cornethagos PS (4 Fehler), die es nicht in den zweiten Umlauf geschafft haben.


Aber neben Lillie Keenan waren unter anderem auch Christian Kukuk und Just be Gentle sowie Richard Vogel auf dem von seiner Partnerin Sophie Hinners übernommenen neun Jahre jungen Abou-Chaker darunter.


Kukuk und Just be Gentle schon im Normalparcours gleich erstes Paar der Prüfung gewesen und zeigten, wie es geht. So blieben sie auch im Stechen null. Die Zeit (41,96) Sekunden reichte am Ende für Platz sechs.


Richard Vogel war mit dem Alaba-Sohn Abou-Chaker aus der Zucht von Katrin Eckermanns Vater Otmar Eckermann zwar schneller (41,52), hatte aber einen Abwurf. Für den einstigen Bundeschampionatsfinalisten war dies das bei weitem schwerste Springen seiner bisherigen Karriere.


Keenans „Herzenspferd“


Da verhält es sich mit Lillie Keenan und ihrem 16-jährigen KWPN-Wallach Fasther v. Vigo d’Arsouilles ganz anders. Die beiden sind seit sieben Jahren ein Paar und haben schon einiges zusammen erlebt. Das zahlte sich gestern aus, als sie mit einigem Mut zum Risiko in fehlfreien 40,56 Sekunden zum Sieg sprangen.


Das Nachsehen hatte der irische Olympiareiter Shane Sweetnam auf seiner neunjährigen Zukunftshoffnung Rural Juror SCF (40,87), gefolgt von dem australischen Olympiapaar von Paris, Thaisa Erwin mit Hialita B (41,28).


Keenan schwärmte später vor allem von ihrem Pferd: „Er ist mein Herzenspferd. Er hat ein Feuer in sich. Er liebt es zu springen, aber noch mehr liebt er es zu galoppieren“, beschrieb sie. Das habe es ihr nicht immer leicht gemacht. „Anfangs hatten wir große Schwierigkeiten mit der Rittigkeit. Aber ich bin an ihm gewachsen. Ich vertraue ihm vollkommen und er versucht alles für mich.“


Was das bedeutet? „Es gibt Momente, in denen ich an einen Sprung komme und denke, das hätte ich besser reiten müssen, und er stellt sich auf den Kopf, um hinüber zu kommen. Er tut das für mich – ich glaube nicht, dass er das für jeden machen würde.“


Fasther sei das erste Pferd gewesen, dass ihr Trainer McLain Ward für sie ausgesucht hat. Insofern repräsentiere er auch, wie wichtig Ward für sie als Mentor ist.


Für Lillie Keenan war das schon der dritte Sieg in vier Wochen in Wellington nach dem Großen Preis mit Neuzugang Highway und einem weiteren 1,50-Triumph mit Chagrin d’Amour. Keenan: „Ich bin in der unglaublich glücklichen Lage, mehrere Pferde zu haben, die auf diesem Niveau springen können. Aber das ist kein Zufall. Ich habe das von langer Hand geplant und daraufhin gearbeitet“, so die 29-Jährige, die schon als Ponyreiterin in Wellington unterwegs gewesen war. „Ich habe einige ältere, sehr erfahrenere Pferde und einige jüngere auf dem Sprung nach oben. Das baut man über Jahre auf, und ich will das Beste aus diesem Moment herausholen.“


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


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