Kooperation zwischen Landgestüt Redefin und Hengststation Tebbel

Chacco’s Son II wird Beamter

Zucht
Chacco's Son II mit René Tebbel beim Bundeschampionat 2017. Foto: sportfotos-lafrentz.de Chacco's Son II mit René Tebbel beim Bundeschampionat 2017. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Das Landgestüt Redefin und die Hengststation Tebbel arbeiten nun zusammen. So ist der S-erfolgreiche zweifache Bundeschampionatsfinalist Chacco's Son II bereits nach Mecklenburg-Vorpommern umgezogen.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der Hengststation René Tebbel und darüber, dass Chacco’s Son II bereits seine Box in Redefin bezogen hat“, heißt es von Seiten des Landgestüts Redefin. Nachdem es im vergangenen Jahr zwischenzeitlich hieß, man suche einen Käufer für das Landgestüt bzw. private Investoren, kam Anfang November die Nachricht, dass die Teilprivatisierung vorerst vom Tisch ist.


Mit Chacco’s Son II hat auf jeden Fall ein interessanter Neuzugang Einzug gehalten in den zum Teil 300 Jahre alten Stallkomplex. Er ist ein Sohn des Chacco-Blue, lange Zeit weltbester Springpferdevererber und aktuell die Nummer drei im WBFSH Sire Ranking. Der viel zu früh verstorbene Ausnahmevererber war selbst Mecklenburger und kam nur etwa eine Autostunde Fahrt entfernt zur Welt, ehe er sportlich und züchterisch im Stall Schockemöhle Karriere machte.


Züchterischer Hintergrund von Chacco’s Son II


Chacco’s Son II kam hingegen 2011 bei Wilhelm Schwenker in Hille, Westfalen, zur Welt. Die Mutter Lancley ist eine Tochter des in NRW segensreichen Landgraf I-Sohnes Lancer III, angepaart an eine Mutter, die mit Pinocchio einen Pilot-Sohn zum Vater hat und dann auch noch aus einer Pilot-Mutter stammt. Der Pilatus-Sohn, der lange Zeit prägender Springpferdevererber in Westfalen war, ist hier also fest im Pedigree verankert.


Dass die Anpaarung mit Chacco-Blue funktioniert, zeigte sich bereits beim gleichnamigen Vollbruder von Chacco’s Son II. Der 2007 geborene Chacco’s Son I war das Pferd, das Maurice Tebbel in den Spitzenspringsport trug, von Silber mit der Mannschaft bei der U21-EM 2015 bis hin zum ersten Seniorenchampionat, den Europameisterschaften 2017 in Göteborg. Die beiden gehörten 2017 zum siegreichen Nationenpreisteam in Aachen, waren im Jahr zuvor Zweite im Preis von NRW, dann 2018 Zweite in Hamburg und doppelnull im Nationenpreis von La Baule. Um nur eine Auswahl zu nennen.


Eigenleistung und Vererbung


Chacco’s Son II machte als junges Pferd beim Bundeschampionat von sich reden. Fünf- und sechsjährig war er im Finale, wobei er sechsjährig Platz fünf belegte. Später sprang er erfolgreich bis zur schweren Klasse.


Von Anfang an machte er mit seinen Fohlen von sich reden. 2015 wurde er zum Oldenburger Hauptprämiensieger erklärt, nachdem er unter anderem das Siegerfohlen des Deutschen Fohlenchampionats in Lienen stellte.


Die Emsbürener Box bleibt nicht leer


Auf der Hengststation Tebbel steht weiterhin der große Bruder den Züchtern zur Verfügung. Und noch ein anderer ehemalige Erfolgspartner von Maurice Tebbel ist heimgekehrt: Don Diarado. Mit dem heute 17-jährigen Rheinländer v. Diarado-Lancer II hat Tebbel nicht nur Bronze mit der Mannschaft bei den Weltreiterspielen 2018 gewonnen, sondern auch die Olympischen Spiele in Tokio bestritten.


Don Diarado gehörte bereits damals der Familie Müter vom Elmgestüt Drei Eichen. Im Winter 2021/2022 holten sie den Hengst zu sich für ihren Stallreiter Harm Lahde. Doch den beiden blieb der große Durchbruch versagt. Lahde ritt den Hengst 2022 auf Turnieren. Danach pausierten sie. Erst im Dezember 2023 kehrte Don Diarado noch einmal für eine CSI1*-Prüfung zurück. Es war der letzte öffentliche Auftritt von „Donni“.


Vor Weihnachten verkündete die Hengststation Tebbel dann Don Diarados Rückkehr. „Ein Moment, der für unsere Familie unglaublich emotional war — denn Don Diarado ist für uns weit mehr als nur ein Sportpartner.“


Er steht den Züchtern nun per Frischsamen zur Verfügung.


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