Westfalen Körung 2025

Beide NRW-Siegerhengste für den Klosterhof Medingen

Zucht
So Pefect aus der Schwester zu Dynamic Dream – so ist der NRW-Siegerhengst 2025 gezogen. Er wird auf dem Klosterhof Medingen stationiert. Foto: westfalenpferde.de So Pefect aus der Schwester zu Dynamic Dream – so ist der NRW-Siegerhengst 2025 gezogen. Er wird auf dem Klosterhof Medingen stationiert. Foto: westfalenpferde.de
100 Vertreter des Jahrgangs 2023 waren in Münster-Handorf zur Westfalen Körung 2025 angetreten. 40 Dressur- und 24 Springhengste erhielten das Go für die Zucht. Insgesamt 21 Hengste wurden zudem prämiert. Beide Siegerhengste waren verkäuflich und werden demnächst Kollegen auf der Station des Klosterhofs Medingen.

So Perfects erster Siegerhengst


Bereits in Oldenburg konnte der unter Leonie Richter bis Intermédiare II erfolgreiche 2019er OL-Reservesieger So Perfect v. Sezuan einen Prämienhengst stellen. In Münster-Handorf setzte er noch einen drauf und lieferte den Siegerhengst.


 


Die Nachkommen des So Perfect sind besonders begehrenswert angesichts dessen, dass ihr Erzeuger inzwischen Wallach ist und nach Schweden als Sportpferd für Tinne Vilhelmson-Silfven verkauft wurde. Diesen Weg gingen zuvor schon andere Hengste mit sehr guter Nachzucht, Benetton Dream und Bon Coeur. Sportlich hat man danach nicht mehr viel von ihnen gehört, züchterisch schon.


 


Zumindest letzteres gilt nun auch für So Perfect, der in Westfalen zwei Söhne stellte, die beide gekört wurden. Der Siegerhengst, der mit Schick, Charme und Antritt gefiel, ist auch mütterlicherseits interessant gezogen. Er stammt aus einer Vollschwester zu dem verhinderten Siegerhengst 2019, Dynamic Dream v. Dream Boy-Sir Donnerhall-Arpeggio. Züchter aller drei Pferde ist der Niederländer Catarinus van der Lahn. Aussteller des diesjährigen Siegerhengstes war neben dem Züchter Heinrich Gießelmann, wo der Youngster auch vorbereitet wurde.


 


Dynamic Dream war sein Siegerhengst-Titel seinerzeit wegen verbotener Medikation aberkannt worden. Aber da war er schon für 1,9 Millionen Euro an Helgstrand Dressage verkauft, wo er trotz fehlender Leistungsprüfung aufgrund einer irreparablen Verletzung bereits 43 gekörte Söhne zeugte. Ganz so teuer wie sein „Onkel“ war der 2025er Siegerhengst nicht. Er ging für 500.000 Euro an Kunden aus Frankreich, die ihn auf der Station des Klosterhofs Medingen aufstellen werden. Dort wird er unter dem Namen So Magic sein Vererber-Debüt geben.


Apropos Dynamic Dream …


… der hatte mit sieben Hengsten ja schon in Vechta eine 100-prozentige Ausbeute mit sieben gekörten Hengsten von sieben Kandidaten. Das gelang ihm auch in Westfalen, hier mit vier von vier. Und auch hier ging ein Nachkomme auf dem Prämienring und wurde in diesem Fall zum ersten Reservesieger ernannt: die Katalognummer 12 v. Dynamic Dream-Benicio-De Niro. Der Braune stammt aus der Zucht von Simon Kohlenbrenner, dem Macher hinter der Auktionsplattform PFERD24. Sein Hengst wurde allerdings an einen Kunden vor Ort verkauft – für 300.000 Euro. Er wird seine Karriere auf der Hengststation Pape beginnen.


Zwei Reservesieger an Helgstrand


In Westfalen gibt es stets mehrere Reservesieger, diesmal waren es zwei Junghengste, die sich den Titel des zweiten Reservesiegers teilten und die beide an Helgstrand Dressage verkauft wurden. Das war zum einen die Katalognummer 22 v. Extra Gold-Charmeur-Dream of Glory aus der Zucht der ZG Labohm in Halsenbach und ausgestellt durch Bernd Hollmann in Gronau. Der Vater v. Escolar, mütterlicherseits ein Weihegold-Enkel, war 2021 Siegerhengst in Westfalen und stellt somit einen Prämienhengst aus seinem ersten Jahrgang, der durch enorme Elastizität gefiel. Bei 415.000 Euro fiel der Auktionshammer.


 


Hedda Ottmann-Droege ist die stolze Züchterin des zweiten Reservesiegers Nummer zwei v. Follow Him’s Schönweide-De Kooning-Weltmeyer. Ihr Gut Dalmer stellte den kraftvollen Fuchs aus, dessen Mutter auch den S***-erfolgreichen NRW-Landbeschäler Selectric brachte. Er kostete 350.000 Euro.


 


Die weiteren Prämienhengste


Acht weitere Dressurhengste wurden prämiert, aber nicht rangiert. Begehrt waren sie trotzdem.


 


Das war zum einen die Katalognummer 3 v. Bonderas-San Amour-Depardieu. Gezogen wurde er in Österreich von der Fotografenkollegin Petra Kerschbaum. Aussteller und Vorstellen in Personalunion war Pascal Kandziora. Der Auktionshammer für den Rappen fiel bei 150.000 Euro.


 


Im Landgestüt Celle hat der prämierte Sohn des Escanto PS-Top Gear-Vitalis (Z. u. Ausst.: Christian Schulze-Topphoff, Telgte) für 76.000 Euro ein neues Zuhause gefunden. Die Großmutter stellte die Reservesiegerin der Westfälischen Eliteschau 2025, St.Pr.St. Jolie Coeur As v. Jovian.


 


Ein schon von der Farbgebung her auffälliger Hengst war der prämierte Dunkelfuchs mit hellem Behang v. Fanegro-Dancier-Gribaldi (Z.: Heinrich Aarnink, Nordhorn; Ausst.: Mathieu Beckmann, Wettringen). Er kostete 85.000 Euro.


 


Als Züchterin und Ausstellerin konnte sich Raphaelle Borgmann aus Ostbevern über die Prämierung der Nummer 34 v. For Romance I-Don Frederico-Rubin Royal freuen. Aus dem Stamm gingen mehrere Grand Prix-Pferde hervor, allen voran Ingrid Klimkes Dresden Mann aus der dritten Mutter Floh v. Florestan. Der Vollbruder der Mutter ist der ebenfalls bis S*** erfolgreiche Duke Royal.


 


Aus dem Hannoveraner Stamm der Dubissa entspringt der prämierte Sohn des Secret-Don Nobless-Worldly (Z. u. Ausst.: Christian Link, Lünne). Er wurde für 42.000 Euro nach Ungarn verkauft.


 


Keine Körung mehr ohne Vivaldi-Nachfahren. Von denen mit dem „V“ vorne wurden zwei prämiert. Das war zum einen der Hannoveraner Vitalis-Fürstenball-Samarant-Sohn aus der Zucht Welling GbR, Wietmarschen und ausgestellt von der Sportpferde Beckmann GmbH & Co.KG. Dieser sehr von seinem Vater geprägte Fuchs kam für 70.000 Euro unter den Hammer.


 


Bereits vor der Körung war der nun ebenfalls prämierte Hannoveraner Sohn des Celler Landbeschälers Von und Zu aus einer Don Crusador-Warkant-Mutter (Z.: Werner und Iris Bellmann, Ottersberg) an das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse) verkauft worden. Er wurde auf den Namen Von Lindenau verkauft.


 


Der Zack-Sohn Zoom, der mit Helen Langehanenberg inzwischen international Grand Prix-platziert ist, war lange Zeit einer der meist frequentierten Hengste des Landgestüts Warendorf. Nun bekommt er dort Gesellschaft von einem seiner Söhne, dem prämierten Zoom-Escolar-Lauries Crusador xx-Sohn aus der Zucht und ausgestellt von Christoph Rawert in Coesfeld-Lette. Obwohl westfälisch registriert, liegt auch hier ein Hannoveraner Mutterstamm zugrunde, der S-erfolgreiche Pferde in Dressur, Springen und Vielseitigkeit gebracht hat. Das Landgestüt gab 77.000 Euro für den Youngster aus, der auf den Namen Zu Ehren getauft wurde.


Evergreen Chacco Blue


Unter den 24 Springhengsten in Münster-Handorf waren noch zwei direkte Chacco Blue-Söhne. Derjenige, der zum Siegerhengst ernannt wurde, hat nicht nur einen Vater, der im Spitzensport omnipräsent ist, sondern kommt auch aus einem Mutterstamm, der wie kaum ein Zweiter für erfolgreiche Springpferde bekannt ist: der der Guten Sitte, BWP-Prestatiestam 36. Ein Aganix de Seigneur ging daraus hervor, natürlich dessen Vater Ogano Sitte selbst und viele viele mehr. Und nun eben auch dieser Siegerhengst, optisch ganz im Look seiner mütterlichen Vorfahren, gezogen von Alexander Onischenko, ausgestellt vom Gestüt Sprehe. Die Mutter Elyra Sitte v. Ogano Sitte-Parco war selbst S-erfolgreich. Dieses genetische und sportliche Komplettpaket brachte auf der Auktion eine Viertelmillion Euro und wie eingangs erwähnt, wird auch dieser Hengst auf dem Klosterhof Medingen debütieren. Sein Name: Chacco’s Creed.


Die Reservesieger


Zum ersten Reservesieger kürte die Kommission einen noch recht jugendlich daherkommenden Sohn des 1,60-Springers Nixon van het Meulenhof aus der Holsteiner Stute Design ZL v. Cassini-Con Air-Amigo xx. Die ZG Linnenbrink GbR hatte den Youngster gezogen, ausgestellt wurde er von Manfred von Allwörden, der ihn als Fohlen auf der Auktion in Zeiskam entdeckte und erwarb. 125.000 Euro kostete der athletische Youngster. Er wird auf der Hengststation Tebbel in Emsbüren aufgestellt, wo er sich nun von Don Diarado erklären lassen kann, wie großer Sport funktioniert, denn der WM-Bronzemedaillengewinner von Tryon ist ja vor kurzem wieder nach Hause zurückgekehrt.


 


Auch bei den Springhengsten gab es zwei zweite Reservesieger. Der eine kam in Bayern bei Iganz Berger zur Welt und wurde auch von ihm ausgestellt, ein Sohn des Chaka aus einer Lanciano-Lacros-Pikör-Mutter. Im fallenden Stamm sind aus jeder Generation S-Pferde hervorgegangen – und das nicht nur im Parcours, sondern auch im Viereck. Der Auktionshammer von Thomas Münch fiel bei 92.000 Euro.


 


Auch bei dem anderen zweiten Reservesieger ist die IB Berger GmbH als Aussteller verzeichnet, hier zusammen mit der Sportpferde Beckmann GmbH. Es handelt sich um den Emerald van het Ruytershof-Quo Vados I-Carano-Sohn aus der Zucht der PBM Pfefferle GmbH. Die dritte Mutter brachte unter anderem Hansi Drehers Topspringer Colore sowie fünf weitere gekörte Hengste, darunter Corfu de la Vie, und dazu acht international bis z.T. 1,60 erfolgreiche Sportpferde. Ein Cardento ging aus diesem Holsteiner Stamm 741 hervor, ein Cardenio, ein Colorit und viele andere. Der deutlich im Hengsttyp stehende Braune wird Beamter in Sachsen. Für 52.000 Euro sicherte sich das Landgestüt Moritzburg das Kraftpaket.


Die Prämienhengste


Unrangiert prämiert wurden zudem fünf weitere  Youngster.


Ein Pferd zum Verlieben ist der Schimmel, den das Gestüt Gut Neuenhof nach Münster schickte, ein Sohn des Caressini aus der Unsere Cera v. Come On-Contender (Z.: u. Ausst.: Gestüt Gut Neuenhof KG, Nideggen). Der Name der Mutter lässt es bereits erahnen, dieser Youngster ist ein Vertreter des Erfolgsstammes der Fein Cera, jener Holsteiner Stute aus der Zucht der Familie Thormählen, die den US-Amerikaner Peter Wylde zu WM-Einzelbronze 2002 und Mannschaftsgold bei Olympia 2004 trug. Nach ihrer überragenden Laufbahn im Sport ging die Landadel-Tochter beim Familie Thormählen in die Zucht und wurde so nicht nur Hengstmutter, sondern auch Großmutter der Olympiastute Ornellaia (John Whitaker) und der Derby-Siegerin Zera (Pato Muente). Im Bieter-Duell bei der Auktion nach der Körung erhielt die Station Maas J. Hell den Zuschlag. Dort wird der Schimmel Stallgassenkollege seines Vaters.


 


Ein sportiv aufgemachter Zangersheider Hengst v. Casago-Canturano I aus niederländischer Zucht und im Besitz der BB Sporthorses GmbH, Havixbeck, wurde ebenfalls auf den Endring berufen. Er kam für 40.000 Euro unter den Hammer.


 


Nicht verkäuflich war der auffalende bunte Fuchs v. Casall-Quidam de Revel (Z.: Landpferdehoof Schwartz-Hafter GbR, Hochdonn), den Sylwia Grau, Meerbusch, in Münster-Handorf präsentierte. Der Holsteiner vertritt den Stamm 628B, aus dem diverse erfolgreiche Sportpferde sowie die gekörten Hengste Casillero H, Quintino, Cabachon, Cheenook und andere hervorgingen.


 


Ein echter Athlet, durch und durch geprägt von seinem Vater, aber viel großrahmiger ist der prämierte Westfalen-Hengst v. Comme il faut-Caretino aus der Zucht von Helga Spallek, Ibbenbüren. Ex-Bundestrainer Kurt Gravemeier stellte ihn aus und erlebte mit, wie der Hengst für 110.000 Euro neue Besitzer fand. Aus dem hoch erfolgreichen Mutterstamm kommen Weltmeister Cumano (Jos Lansink), Felix Haßmanns Deutscher Meister Cayenne WZ und unzählige weitere Spitzenpferde.


 


Ein Junghengst im Großformat ist der patent springende Sohn des Okawango-Asca Z aus der Zucht von Christoph Seite, Friedrichsruhe, und ausgestellt von der Matthias Schlamminger GmbH, Regensburg. Auch er erhielt eine Prämie und kam anschließend für 36.000 Euro unter den Hammer.


Statistik


Insgesamt wurden von 56 angebotenen gekörten Hengsten 46 verkauft. Sie brachten durchschnittlich knapp 100.000 Euro. Bei den nicht gekörten Hengsten waren 20 im Angebot und 18 fanden einen neuen Besitzer. Hier lag der Durchschnittspreis bei 26.750 Euro. Den Höchstpreis erzielte hier übrigens der fuchsfarbene Secret-Sohn mit Escamillo-Mutter, ein Vertreter des Dodona-Stamms (Ahlerich, Rembrandt, Rubinstein & Co.), aus der Zucht von Johannes Buers in Hamminkeln. Er wurde Kunden aus Deutschland online bei 55.000 Euro zugeschlagen.


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