Mecklenburger Körung 2025

Großzügige neue Körkommission, Siegerhengste v. Glamdale und Conthargos

Zucht
Der zweite Reservesieger der Mecklenburger Körung 2025: T-Roc v. Total Diamond PS. Foto: pzvmv.de Der zweite Reservesieger der Mecklenburger Körung 2025: T-Roc v. Total Diamond PS. Foto: pzvmv.de
Im Dressurlot der 35. Mecklenburger Körung in Redefin wurden fast 80 Prozent der Kandidaten gekört, bei den Springhengsten knapp 71 Prozent. Von den Dressurhengsten wurde der einzige Sohn des Vize-Dressurpferdeweltmeisters von 2024, Glamdale, als Siegerhengst herausgestellt. Im Springbereich dominierte der früh verstorbene OS-Hengst Conthargos.

In der Mecklenburger Körkommission gab es dieses Jahr personelle Veränderungen. So gehörte ihr erstmals Dr. Thomas Nissen an, der frühere Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes. Er beurteilte die Junghengste gemeinsam mit Jörg Kotenbeutel, Armin Spierling, Springreiter Thomas Kleis und Dressurreiter Ronald Lüders.


Siegerhengst v. Glamdale


Die Kommission körte großzügig. 27 von 35 Kandidaten im Dressurlot erhielten das Go für die Zucht, zwölf von ihnen zudem eine Prämie.


 


Zum Siegerhengst kürte die Kommission einen Oldenburger Sohn des Glamdale, der seinen ersten Körjahrgang präsentiert. Glamdale wirkt auf der Station Rüscher-Konermann und ist seinerseits ein Sohn von Charlotte Frys Weltmeister Glamourdale aus einer Vollschwester des Bonhomme-Hengstes Maracanà. Glamdale gewann Bronze beim Bundeschampionat und wurde Vize-Weltmeister der jungen Dressurpferde.

Und nun kann Glamdale direkt aus seinem ersten Geburtsjahrgang auf einen Siegerhengst verweisen. Sein Sohn präsentierte sich maskulin und nobel. In dieser Hinsicht ähnlich er seinem Vater, den Züchter Lothar Ackermann für seine bis zur Klasse M erfolgreiche Filia Aurica v. Foundation-Donnerhall-Argentan ausgewählt hat. Das nun zum Mecklenburger Siegerhengst gekürte Ergebnis steht im gemeinschaftlichen Besitz der Schockemöhle Hengsthaltung GmbH und der Morningstar GmbH & Co. KG und war nicht verkäuflich.


Die Reservesieger


Auch der erste Reservesieger gehört der Hengsthaltung Schockemöhle. Es handelte sich um den einzigen Dynamic Dream-Sohn des Lots, einen Hannoveraner aus einer Dancier-Worldly-Wendenburg-Mutter, der bei Carolin Kapp in Clüversborstel zur Welt kam.

Der zweite Reservesieger stammt aus der Zucht von Volker Kückelhaus, dessen Pferdezucht ihn auch ausstellte. Der Vater des großlinigen Fuchses ist der Schockemöhle-Hengst Total Diamond PS, der hier mit einer Fürst Wilhelm-Ehrentusch-Rivellino xx-Mutter angepaart wurde.


 


Der Youngster war verkäuflich und lieferte im Rahmen der anschließenden Online-Auktion den Spitzenpreis von 130.000 Euro. Nach einem Bieterduell zwischen Kunden aus Österreich und der Schweiz erhielten letztere schließlich den Zuschlag. Wobei sich hinter der Schweizer Flagge das Gut Schönweide verbirgt, das sich das Totilas-Blut für seine Hengststation in Schleswig-Holstein gesichert hat. Einen Namen hat der Fuchs auch schon: T-Roc.



Prämienlot mit PS




Für die Pferde von Paul Schockemöhles Gestüt Lewitz ist das nur etwa 30 Minuten entfernt liegende Redefin quasi eine Hofkörung. Dementsprechend viele Pferde aus Lewitzer Zucht sind dort regelmäßig vertreten. In diesem Jahr stammten elf Hengste der Dressurkollektion aus Lewitzer Zucht, bei den Springhengsten waren es drei. Von den weiteren neun Prämienhengsten im Dressurbereich hatten zudem fünf Väter, die zur Station Schockemöhle in Mühlen gehören.


 




Dazu gehörten die beiden Söhne des Bundeschampions Escanto PS, die beide in der Lewitz gezogen wurden. Einer von ihnen stammte aus der Secret-Tochter Secret Zone PS, deren Mutter Zantana v. Zonik-Sir Donnerhall bei der EM in Crozet mit Marieke van der Putten für die Niederlande antrat und eine Halbschwester zu Total U.S. ist. Diese Zantana brachte auch die gekörten Fürst Zonik PS und Debütant PS hervor.


 




Der zweite Prämienhengst vom Escanto PS wurde ebenfalls in der Lewitz geboren und hat eine Vitalis-Hotline-Classiker-Mutter. Aus diesem Stamm stammt unter anderem das Dressurpferd Weltclassiker von Bianca Kasselmann.


 




Starvererber Vitalis stellte ebenfalls einen Prämienhengst, einen Oldenburger aus einer For Romance-Lauries Crusador xx-World Cup I-Mutter, der bei Beate und Berthold Schmidt in Herleshausen zur Welt kam und von Heinrich Ramsbrock in Redefin präsentiert wurde. Aus diesem Stamm gingen unter anderem Wolfgang Schmitz-Heinens Grand Prix-Pferd Gucci sowie zahlreiche gekörte Hengste hervor.


 




Der zehnjährige Fürst Toto stellte einen Nachkommen, der ebenfalls zum Kreis der Prämienhengste zählte. Wie sein Vater wurde auch er in der Lewitz geboren. Die Mutter Charming Girl PS v. Charmeur-Sandro Hit stammt aus dem gleichen Mutterstamm wie der prämierte Escanto PS-Vitalis-Sohn, dem Hannoveraner Stamm der Dodo.


 




Einmal tauchte Totilas noch als direkter Vater eines Junghengstes auf. Dieser wurde prämiert und war damit die Nummer sechs mit Schärpe für das Gestüt Lewitz, gepaart mit der Morricone-Tochter My Diva PS, die bereits mehrere gekörte Hengste vorweisen kann und aus der Bundeschampionesse Special Diva v. Sir Donnerhall-Diamond Hit stammt.


 




Prämienhengst Nummer sieben für die Lewitz war ein Sohn des Aushängeschildes der bayerischen Station Wadenspanner, Va Bene. Die Mutter des eleganten Oldenburger Youngsters, Fine Gesina PS v. Foundation, ist eine Tochter der Gesina, die auch den S***-erfolgreichen Starvererber For Romance, die Bundeschampionesse Fasine, Siegerhengst Feinrich, die Oldenburger Siegerstute Fürstin Gesine und andere hervorbrachte.


Prämienlot ohne PS


Matthias Alexander Raths EM-Partner von 2023, Thiago, kann nun ebenfalls auf einen prämierten Nachkommen verweisen. Dieser entstand aus der Anpaarung mit der Rassolini-Benvenuto-Rubinstein-Tochter Rico’s Deneres, für die Rico Sahlke verantwortlich zeichnete. Ausgestellt wurde der Hannoveraner Fuchs von der Dressage Horses – Christian Heinrich GmbH. Bei der Online-Auktion kostete der Youngster 39.500 Euro.




 


Fynch Hatton stellte zwei Nachkommen für das Mecklenburger Körlot, beide wurden gekört, einer prämiert. Dieser stammte aus der Westfalen-Stute Reidun, die eine Trakehner Abstammung hat (Millennium-Cadeau-Benz) und der Vollblutfamilie entstammt, die bedeutende Hengste wie Windeis xx, Barsoi xx, Galahad xx und Mordskerl xx hervorbrachte. Dieser Prämienhengst wurde bei Hedda Ottmann-Droege geboren und ebenfalls von Heinrich Ramsbrock ausgestellt.




 


Der auf der Station Reesink beheimatete Oldenburger Morricone I-Sohn McLaren stellte ebenfalls einen Prämienhengst, einen Oldenburger aus einer Bordeaux-Di Versace-Figaro-Mutter, der in den Niederlanden zur Welt kam und in Redefin von der Besitzergemeinschaft Teichert aus Wildeshausen ausgestellt wurde. Aus diesem Stamm stammt unter anderem der Vitalis-Sohn Veneno von der Hengststation Schult. Sechs Interessenten gaben 16 Gebote ab, bis der Hammer bei 27.000 Euro fiel.




Das Springlot: Stempelhengst Conthargos




Von den 24 Springhengsten wurden 17 gekört und sieben prämiert. Der prägende Vererber des Lots war der 2023 verstorbene Conthargos, ebenfalls ein Schockemöhle-Hengst. Er stellte den Siegerhengst, den 1. Reservesiegerhengst und war zudem Muttervater des 2. Reservesiegers.




 


Das erinnert daran, wie groß der Verlust war, als Conthargos im Alter von 19 Jahren wegen Hufrehe eingeschläfert werden musste. Der Converter-Nachkomme zählt nach aktuellem Stand fast 40 Kinder, die im großen Springsport auf höchstem Niveau unterwegs sind. Hinzu kommen 78 gekörte Söhne. Und wie man in Redefin gesehen hat: Es werden immer noch mehr.




 


Zum Siegerhengst ernannte die Körkommission einen blutgeprägten Braunen aus einer Lordanos-Quattro B-Mutter. Cinzia Beyer aus der Schweiz ist die Züchterin des OS-Youngsters. Die Esselin Sporthorses in Lastrup stellte ihn aus. Aus diesem Stamm stammt beispielsweise Simone Böckmanns Erfolgspferd Bantu. Der Hengst war verkäuflich, und kostete laut Auktionsplattform 27.000 Euro. Als Verbleib wird die Schweiz angegeben.




Die Reservesieger




Reservesieger wurde ein Youngster, der bereits einen Namen hat: Conthalou de Zélande Z v. Conthargos-Balou du Rouet-Kannan. Der bunte Fuchs wurde in den Niederlanden geboren und ist auf der Hengststation Tebbel zuhause. Der Mutterstamm verspricht für die Zukunft einiges. Es ist einer der erfolgreichsten Springstämme Belgiens, der BWP-Prestatiestam 34, der neben Klassepferden wie Toupie de la Roque (Pieter Devos) auch Zucht- und Sportgrößen wie Kasanova de la Pomme für Belgien und Million Dollar für Holstein hervorgebracht hat.




 


Der zweite Reservesieger stammt aus der Lewitzer Zucht und vereint Conthargos auf der Mutterseite mit einem anderen verstorbenen erfolgreichen Schockemöhle-Springvererber auf der Vaterseite: Chacoon Blue. Die Mutter Conthina war selbst mit Patrick Stühlmeyer im Sport erfolgreich. In ihrem Pedigree finden sich Armitage und Baloubet du Rouet. Aus dem ursprünglichen Holsteiner Stamm stammt unter anderem der Starvererber Calido und in jüngerer Zeit die erfolgreichen Chaccothage Blue PS und Chaccothargos PS mit Philip Rüping und Patrick Stühlmeyer.




 


Keiner der Reservesieger stand zum Verkauf.




Prämienhengste Springen




Die vier prämierten Springhengste stammten ab von Congress, Maverik Z, Emerald van’t Ruytershof und Valensky.




 


Der Congress-Sohn ist ein Mecklenburger und kommt aus der Zucht von Mathias Wandschneider in Lützow. Aussteller war die BG Lützow & Maack. Die Mutter Barcelone ist eine Brantzau-Catoki-Landgraf-Tochter. Die Landgraf-Stute brachte mehrere S-erfolgreiche Springpferde hervor.




 


Ebenfalls als Mecklenburger eingetragen ist der Maverik Z-Sohn aus der Zucht und dem Besitz der Schmidt & Schmidt GbR in Werder. Die Mutter Columbine v. Cellestial-Capriol-Mistral II ist die Vollschwester des S-erfolgreichen, gekörten Cucaracha sowie der Mecklenburger Siegerstute Clementine.




 


Drei Weltklassehengste in Folge finden sich im Pedigree von Prämienhengst Nummer drei: Emerald van’t Ruytershof-Uricas van de Kattevennen-Comme il faut. Der Zangersheider Fuchs wurde in den Niederlanden gezogen und vom Zuchthof Tebbel in Emsbüren ausgestellt. Die Großmutter Colibelle Hero Z ist selbst auf Fünf-Sterne-Niveau erfolgreich mit Darragh Kenny (IRL). Aus dem niederländischen Stamm 260 stammen Hengste wie Gerco Schröders London, Mumbai, Picobello van’t Roosakker und andere.




 


Last but not least erhielt der Hannoveraner Viko v. Valensky-Qualito-Iberio-Foxhunter aus der Zucht der ZG Deegen eine Prämie. Er war im Springbereich neben dem Siegerhengst der einzige Schärpenträger, der über die Auktion ging. Hier wird der Zuschlagspreis mit 22.500 Euro angegeben.



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