Vayron NRW

Groß, größer, Vayron – hier nach dem Ritt zum Sieg im Grand Prix Special der CDI Tour beim CHIO Aachen 2025. Foto: sportfotos-lafrentz.de
- Name: Vayron NRW
- Geschlecht: Männlich
- Jahrgang: 2011
- Rasse: Westfale
- Vater: Vitalis
- Muttervater: Gloster
- Züchter: Heinrich Sterthoff
- Größte Erfolge: EM-Mannschaftsgold mit Ingrid Klimke, Team-Silber Olympia 2024 und Team-Bronze EM 2023 mit Daniel Bachmann Andersen
Wenn Braxxi das, was ihm an Zentimetern fehlte, mit seinem Löwenmut und seinem Kämpferherz wettmachen konnte, hat Ingrid Klimke in ihrem neuen Star auf dem Viereck, dem Westfalen-Hengst Vayron, das Gegenstück. Der Vitalis-Sohn misst gut und gerne 1,90 Meter Stockmaß. Aber spätestens bei den Europameisterschaften in Crozet konnte man sehen, dass schon eine unbekannte Treckerspur außerhalb des Vierecks ihn ziemlich aus dem Konzept bringen kann. Vayron ist so sensibel wie talentiert. Eine Aufgabe für Klimke? Sicherlich, aber vor allem: „Was für ein Geschenk, dieses besondere Pferd jeden Tag reiten zu dürfen!“
Und das kam so…
Erst mal groß werden lassen
Zur Welt kam Vayron bei Heinrich Sterthoff in Hamm. Bereits als Fohlen entdeckte Rudolf Spiekermann diesen Vitalis-Sohn aus der Hannoveraner Stute Gloria v. Gloster-Ramiro Z-Perser xx. Der Stamm dieses Hengstfohlens hat auch einige S-Spring- und Vielseitigkeitspferde hervorgebracht. Doch wer Vayron hat traben sehen, weiß, dass dieses Pferd ins Viereck gehört. Erstmal wollte er allerdings nur wachsen. Erst fünfjährig im Herbst stellte Stefanie Serowy ihn einmal in einer Dressurpferdeprüfung der Klasse A vor – Platz drei mit 7,8.
Nach Zwischenstationen bei Uwe Schwanz in Bayern und auf dem Hof Kasselmann übernahm Helen Langehanenberg die weitere Ausbildung des Riesen. Die Jungpferdetour ließen sie aus. Sechsjährig ging Vayron gar kein Turnier. Mit sieben stellte Langehanenberg ihn in einer einzigen Dressurpferdeprüfung der Klasse M vor – die gewann er auf Anhieb mit 8,7.
So ging es achtjährig weiter. Erster Start in Klasse M: Platz eins, erster Start in Klasse S: Platz eins, erster Start in Prix St. Georges: Platz eins, erster Start in Intermédiaire I. Nur sein erster Auftritt in Aachen war nicht direkt ein Sieg. 2020 gab er sein S***-Debüt und konnte sich auch platzieren, doch Corona hatte die Turnierlandschaft bekanntlich fest im Griff. 2021 hatten die beiden mehrere Auftritte in Prüfungen für Nachwuchs-Grand Prix-Pferde, konnten sich jedoch nicht fürs Louisdor-Preis Finale qualifizieren.
Dänisches Intermezzo
2022 bekam Vayron einen neuen Reiter: den Dänen Daniel Bachmann Andersen, der von der Körpergröße her perfekt zu Vayron passte. Die beiden fanden recht schnell zueinander. Bereits 2023 wurden sie für das EM-Team in Riesenbeck nominiert, das Bronze gewann. 2024 schafften sie den Sprung ins dänische Olympia-Team. Diesmal wurde es die Silbermedaille mit der Mannschaft und in der Einzelwertung belegten sie einen tollen siebten Platz. Doch die Familie Spiekermann wollte ihren Star wieder näher bei sich haben. Ingrid Klimke wohnt sozusagen um die Ecke und Sandra Spiekermann erklärte damals gegenüber Kim Kreling, sie den Stil der Reitmeisterin schon immer gemocht – für Klimke eine Riesenchance (im wahrsten Sinne des Wortes) nach der Verabschiedung von Franziskus!
Riesenchance für Klimke
Eine Chance, aber auch eine Herausforderung, wie Klimke nach ihrem Sieg im Grand Prix des CDI5* von Hamburg berichtete: „Ich habe noch nie ein so großes, rechteckiges Pferd gehabt!“ Das seiner Größe entsprechend auch noch mit Siebenmeilenstiefeln gesegnet ist. Darum habe sie „erstmal die Bügel übergeschlagen und Aussitzen geübt“. Seitdem sie Vayron im Oktober 2024 übernommen hat, war Bundestrainerin Monica Theodorescu jede Woche bei ihr im Stall, um ihr zu helfen. Dir Fortschritte waren schnell zu erkennen und so wurden sie für die EM in Crozet nominiert.
Nachdem Vayron besagte Treckerspur Vayron im Grand Prix jedoch vollkommen aus der Fassung gebracht hatte, bildeten sie das Streichergebnis der Mannschaft. Dass sie dennoch zu Recht nominiert worden waren, zeigten sie im Grand Prix Special, wo ihnen eine gute Runde gelang, mit der sie es auch unter die Top 18 geschafft hätten, die sich für die Kür qualifizieren. Da hier jedoch nur drei Reiter pro Nation an den Start gehen dürfen, war die EM für sie einen Tag früher zu Ende. Aber wenn sie weiterhin solche Fortschritte machen, werden neue Chancen kommen.