Global Tour und nationaler Verband mit Fünf-Jahres-Plan um Lebensumstände der Arbeitspferde in Ägypten zu verbessern
Global Tour gibt Fünf-Jahres-Plan bekannt, um Pferdewohl in Ägypten zu verbessern
Pieter Devos und Casual DV Z vor den Pyramiden von Gizeh. Foto: LGCT/Stefano Grasso Man mag es kritisieren, dass die Global Champions Tour ausgerechnet an einem Ort gastiert, an dem nur wenige Meter weiter hungernde Pferde vor Schwäche zusammenbrechen. Auf der anderen Seite tun sie das auch, während die Global Champions Tour im Hafen von Monaco Station macht. Nur schaut die Öffentlichkeit dann kaum nach Ägypten. Wohl nur selten waren die schrecklichen Bilder halb verhungerter, leidender und schwer verletzter Arbeitspferde so häufig in den Medien zu sehen und wurden so nachdrücklich ins Bewusstsein der Menschen gerückt, wie in den letzten Tagen. Insofern hatten die Obszönität der Gegensätze zwischen krassester Armut einerseits und Luxusleben andererseits für die Arbeitspferde vielleicht sogar etwas Gutes. Zumal es nicht so ist, dass die Reiter darauf nicht reagiert hätten. Es gab verschiedene Stimmen, die öffentlich ihr Entsetzen bekundet und Konsequenzen gefordert haben.
Fünf-Jahres-Plan für Ägyptens Arbeitspferde
Heute kam nun eine Erklärung der Global Champions Tour, dass man zusammen mit dem ägyptischen Pferdesportverband einen Fünf-Jahres-Plan erarbeitet hat, durch den die Lebenssituation der Arbeitspferde vor Ort verbessert werden soll. Ebenfalls beteiligt sind die „General Organization für Veterinary Services“ (GOVS), die Regierung in Ägypten, Orascom Pyramids und die auf Pferdewohl spezialisierte Wohltätigkeitsorganisation Brooke.
Maßnahmen, die Pferde zu registrieren, zu impfen und tierärztlich zu untersuchen habe es laut Mitteilung auch schon vorher gegeben, initiiert vom Ägyptischen Reiterverband. Darauf aufbauend, soll das Programm sich nun darauf konzentrieren, die Gesundheit der Pferde, ihre Pflege und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Zunächst werde das Programm für 700 Pferde zur Anwendung kommen. In einer zweiten Phase soll es auf rund 2000 Tiere ausgeweitet werden. Dazu hat man einen Plan erstellt, der folgende Punkte priorisiert:
- Versorgung mit Futter, Wasser, tierärztlicher Betreuung und Medikamenten
- Weiterbildung für die Besitzer und Verantwortlichen, die für die Betreuung der Tiere verantwortlich sind
- Etablierung einer kontinuierlichen Überwachung des Tierwohls sowie klarer Erwartungen an eine verantwortungsvolle Pferdehaltung
- Entwicklung eines zweckgebundenen Finanzierungsmechanismus zur Unterstützung langfristiger Verbesserungen – gespeist durch Beiträge beteiligter Organisationen sowie durch Möglichkeiten für Reiter, Eigentümer, Sponsoren und die breite Öffentlichkeit, einen eigenen Beitrag zu leisten
Unabhängige Kontrollinstanz
Dafür, dass es nicht bei hehren Zielen und schönen Worten bleibt, soll Jenny Ellis sorgen. Sie ist die Europäische Repräsentantin der Internationalen Pflegervereinigung (International Grooms Association, IGA) und soll das Programm mit überwachen. Sie habe bereits Erfahrung mit der Verbesserung des Pferdewohls in Kairo und soll dazu beitragen, dass die Initiative sich auf praktisch umsetzbare Maßnahmen mit messbaren Ergebnissen konzentriert.
Ellis: „Sinnvolle Verbesserungen des Tierschutzes bei Pferden erfordern mehr als nur kurzfristige Maßnahmen. Sie setzen eine konsequente Betreuung, Aufklärung, Verantwortungsbewusstsein sowie ein klares Verständnis der Herausforderungen voraus, mit denen Arbeitspferde und ihre Besitzer konfrontiert sind. Als jemand, der sich in Kairo intensiv mit Tierschutzfragen bei Pferden befasst hat, begrüße ich die Möglichkeit, an einem Programm mitzuwirken, das die nötige Fachkompetenz und die entsprechenden Ressourcen bündelt – mit dem Ziel, langfristig praktische und messbare Verbesserungen zu erzielen.“
Erste Maßnahmen
Einen unmittelbaren positiven Effekt durch die Global Champions Tour vor Ort gibt es bereits. Nicht benötigte Futtervorräte von Global Tour Partner „Red Mills“ inklusive Heu sollen an die Arbeitspferde verteilt werden. Die an der Veranstaltung teilnehmenden Pfleger haben vorbehaltlich entsprechender Kontrollen und Verteilungsvereinbarungen auch ungenutzte Ausrüstung und Veterinärbedarf angeboten.
EEF und LGCT haben zugesagt, einen finanziellen Beitrag zur Initiative zu leisten. Außerdem ist ein spezieller Spendenmechanismus geplant, um eine breitere Unterstützung seitens der Reitsportgemeinschaft und der Öffentlichkeit zu ermöglichen.
Weitere Einzelheiten zur Steuerung des Programms, zu den Finanzierungsvereinbarungen und zum schrittweisen Umsetzungsplan werden bekannt gegeben, sobald diese abgeschlossen sind.
Stimmen
Dr. Ismail Shaker, der Präsident des ägyptischen Pferdesportverbandes, sagt: „Diese Initiative stellt einen wichtigen Fortschritt in unseren laufenden Bemühungen dar, das Wohlergehen von Arbeitspferden in Gizeh zu verbessern. Indem wir die zuständigen Behörden, Veterinärfachleute, Tierschutzorganisationen und die internationale Pferdegemeinschaft zusammenbringen, eröffnet sich uns eine großartige Gelegenheit, auf den bereits erzielten Fortschritten aufzubauen und einen koordinierten, langfristigen Ansatz zu etablieren, der für diese Tiere spürbare Verbesserungen bewirkt.“
Das ist auch das Ansinnen von Global Champions Tour Gründer und Präsident Jan Tops: „Das Wohl der Pferde ist ein Grundpfeiler unseres Sports. Daher setzen wir uns dafür ein, den Ägyptischen Reiterverband und seine Partner bei der Entwicklung eines nachhaltigen Programms zu unterstützen, das die Lebensbedingungen von Arbeitspferden in der Region verbessert. Wir sind uns bewusst, dass dauerhafte Veränderungen Zeit brauchen, und möchten einen konstruktiven Beitrag zu diesem Prozess leisten.“
