Breeder Rankings des Weltzuchtverbandsvereinigung WBFSH 2026 – ganz vorn: Stephan Kurz und Timm Peters
WBFSH Breeder Rankings – zwei deutsche Züchter an der Spitze
Superpferd trifft Züchter – Bull Run's Jireh beim Weltcup-Finale 2025 mit seinem Züchter Timm Peters.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Dressur – Stephan Kurz zum zweiten Mal an der Spitze
In der Dressur ist das Ranking recht vorhersehbar, da dies die einzige Disziplin ist, in der es eine Weltrangliste der Pferde gibt und die Vergabe der Punkte für die Weltrangliste und für das WBFSH sich beide an den internationalen Ergebnissen der Pferde orientieren. Dementsprechend wird das WBFSH Ranking in der Dressur zum zweiten Mal in Folge von Stephan Kurz angeführt, dem Züchter der Fidermark-Tochter Mount St. John Freestyle, die seit sie unter dem Sattel von Cathrine Laudrup-Dufour (DEN) ihre ganze Qualität entfaltet und von Erfolg zu Erfolg piaffiert. Auch wenn sie bei Championaten auf Silber abonniert ist, es gibt kein Dressurpferd, das erfolgreicher ist als sie. Sie führt die Weltrangliste unangefochten an.
Als Zweitplatzierter der Weltrangliste hat Justin Verboomens rheinischer Europameister Zonik Plus v. Zonik es auch ohne Medaille bei den Weltmeisterschaften geschafft, seinem Züchterstall Dressage Plus den Vizetitel zu sichern. An dritter Stelle des Rankings steht J.W. Rodenburg aus den Niederlanden, wo Charlotte Frys nun Vierfach-Weltmeister Glamourdale v. Lord Leatherdale das Licht der Welt erblickte.
Komplettiert werden die Top fünf von Dänemarks Kurt Gosmer als Züchter von Isabell Werths Sezuan-Tochter Wendy und Becky Moody, die bei Weltcup-Siegerin Züchterin, Ausbilderin, Besitzerin und Reiterin in Personalunion ist und ihn zum fünftbesten Dressurpferd der Welt gemacht hat.
Weitere deutsche Züchter unter den Top 10 in der Dressur
Dahinter schließt sich schon Christine Arns-Krogmann als Nummer sechs unter den Züchtern der Welt an. Sie stand auch schon mal ganz vorne, damals noch für Weihegold. Den sechsten Platz piaffierte nun Weihegolds Enkel Viva Gold OLD (v. Vivaldi) für sie zusammen. Allein für diese Lebensleistung als Züchterin gebührt ihr eigentlich ein Ehrenpreis.
Hinter dem Züchterstall Gerritsen aus den Niederlanden, der für Carl Hesters Bordeaux-Sohn Fame verantwortlich zeichnet, reiht sich das Gestüt Lewitz als Züchter der Oldenburger Stute Zantana RS2 OLD (v. Zonik) von Marieke van der Putten (NED) ein.
Und auch die Plätze neun und zehn gehen an Oldenburger Züchter, zum einen Friedrich Kuhlmann, bei dem Katharina Hemmers Destano-Sohn Denoix PCH das Licht der Welt erblickte, und zum anderen Renate Hormann, die den Mut hatte, Millennium an eine Christ-Stute anzupaaren und damit der ewig leistungsbereiten Maxima Bella von Sandra Sysojeva das Leben schenkte.
Springen – Timm Peters an der Spitze
Bei den Springpferdezüchtern ist es immer etwas spannender. Hier konnte der Holsteiner Züchter Timm Peters dieses Jahr die Spitzenposition erobern. Zu verdanken hat er das dem zwölfjährigen Holsteiner Wallach Bull Run’s Jireh v. Uriko-Colman, der unter anderem Vollbruder zu den gekörten Uno I und II ist sowie Halbbruder zu einigen anderen gekörten bzw. international erfolgreichen Pferden ist. Er wird von der US-Reiterin Kristen Vanderveen geritten, hat dieses Jahr sieben internationale Prüfungen gewonnen und war 18 (!) mal unter den Top Ten platziert – auf drei Kontinenten.
Züchterische Erfolgsgeschichte
Uno war einst auch der Name von Bull Run’s Jireh als er noch unter Lena Glisic seine ersten Parcourserfahrungen sammelte. Er ist das erste Fohlen der Conella v. Colman-Contender, die den Stamm 890 vertritt, der unter anderem auch das zweiterfolgreichste Vielseitigkeitspferd der Saison hervorgebracht hat, siehe unten. Conella war eine Entdeckung von Timm Peters. Er kaufte sie bereits als Fohlen und bewies damit Kennerblick noch ehe er seine züchterischen Fähigkeiten unter Beweis stellte.
Peters zu seinem Erfolg: „Für meine Familie und mich ist diese Auszeichnung etwas ganz Besonderes. Vor 26 Jahren habe ich die Zucht von meinem Vater übernommen und seitdem und durften wir schon den einen oder anderen Erfolg, aber auch einige Rückschläge, erleben. Mit Jireh nun dieses weltweit beachtete Ranking anzuführen, erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit.“
Irland und Belgien auf den Plätzen
Shane Sweetnams Kannan-Sohn James Kann Cruz sei Dank rangiert der irische Züchter Patrick Connolly an zweiter Stelle. Bemerkenswert: Die Mutter von James Kann Cruz, TSF Telly Cruz v. Cruising-Clover Hill, hatte insgesamt sechs Fohlen, die als Irish Sport Horse registriert wurden, von denen alle im internationalen Sport gehen oder gegangen sind.
An dritter Stelle reihen sich A. Strobbe und T. Ramann als Züchter von Thibeau Spits‘ Superstar Impress-K van’t Kattenheye ein, dessen Geschichte Sie hier nachlesen können. Der Sohn des Indoktro-K van’t Kattenheye vertritt das Stutbuch Zangersheide.
Die weiteren Züchter unter den Top Ten bei den Springpferden
Rang vier unter den Springpferdezüchtern belegt H. Versnick, bei dem Daniel Deußers Mannschaftsweltmeister und Weltcup-Zweiter Otello de Guldenboom v. Tobago Z zur Welt kam. Der Hengst vertritt den belgischen Warmblutzuchtverband BWP.
Auch das Gestüt auf Rang fünf verdankt seinen Erfolg einem deutschen Reiter. Es ist das Haras Montdesir, wo Richard Vogels Selle Français-Hengst Gangster Montdesir v. Kannan zur Welt kam.
Shane Sweetnam sitzt auch im Sattel des Pferdes, das für Rang sechs des Gestüts Mivaro im Züchterranking verantwortlich ist: Coriaan van Klapscheut Z, Zangersheider Hengst v. Comme il faut.
Dahinter reiht sich der Franzose Eric Levallois als Züchter von Nina Mallevaeys Dynastie de Beaufour ein. Vater der Selle Français-Stute ist Diamant de Semilly, der Hengst, der Eric Levallois als Reiter und Züchter berühmt gemacht hat und der ohne Frage zu den besten Springvererbern der Welt zählt
Ein weiterer deutscher Züchter unter den Top Ten im Springlager ist Wilfried Sandmann. Er ersann die Anpaarung seiner Contender-Tochter Contessa mit dem im Stall Beerbaum sportlich wie züchterisch erfolgreichen Colestus. Heraus kam die OS-Stute Greya, die dieses Jahr Kent Farrington zum Weltcup-Sieger machte – und ihren Züchter zur Nummer acht der Welt.
Auf den Plätzen neun und zehn landeten das Heras D’Ick als Züchter von Simon Delestres Selle Français-Hengst Golden Boy DK, einem weiteren Beispiel für die herausragenden Vererber-Qualitäten des Diamant de Semilly, sowie das Haras des Sagr Dames, wo der belgische Sportpferde-Wallach Itchcock des Dames v. Marius Claudius geboren wurde, der heute mit Jad Dana im Sport geht.
Vielseitigkeit – Holsteiner Züchter auf Rang zwei
Mit zwei Punkten Vorsprung setzte sich Justin Burke als Irischer Sportpferdezüchter in der Vielseitigkeit gegen Holsteiner Züchter Fritz Maschmann durch.
Herausragendes Pferd von Justin Burke ist der elfjährige HSH Blake v. Tolan R-Kannan, der mit der US-Eventerin Caroline Pamukcu 2023 Einzelgold bei den Pan-Amerikanischen Spielen holte und schon einige Fünf-Sterne-Platzierungen auf dem Konto hat. Letztes Jahr waren die beiden Vierte in Maryland. Im Frühjahr belegten sie Rang zwei in Kentucky, wurden dann für Aachen nominiert, schieden bei der WM jedoch aus. Das frühe Ende im Cross öffnete den beiden allerdings die Tür für eine Teilnahme in Burghley, wo sie als drittbestes Paar abschlossen.
Das Erfolgspferd aus der Zucht von Fritz Maschmann ist der 14-jährige Diarado-Aljano-Sohn Diabolo, der mit Will Coleman ebenfalls für die USA erfolgreich ist. Sehr erfolgreich. Die beiden waren u.a. Vierte bei der WM und hatten zuvor zum zweiten Mal den CCI5*-L von Kentucky gewonnen.
An dritter Stelle stehen die Preci Spark Sporthoses, wo neben vielen anderen international hoch erfolgreichen Vielseitigkeitspferden, die ein „Tre“ (für Cornish „Dorf“) in der ersten Silbe ihres Namens tragen, auch Treworra von Katie MaGee zur Welt kam. Der britische Sportpferdewallach und seine ebenfalls britische Reiterin waren dieses Jahr unter anderem Fünfte in Badminton und Zweite in Burghley. Bei fünf Vier- und Fünf-Sterne-Starts waren sie jedesmal unter den Top Ten platziert.
Ein noch viel prominenterer Vertreter des britischen Sportpferdezuchtprogramms SHBGB ist der von Pennie Wallace im Lordship Stud gezogene Grafenstolz-Sohn Lordships Graffalo, mit Ros Canter (GBR) Mannschaftsweltmeister und Einzelzweiter bei der WM in Aachen, Sieger in Badminton und Burghley (nicht nur einmal). Ihm verdankt Pennie Wallace Rang vier im Züchterranking.
Nicht ganz so bekannt wie ein bunter Hund ist der elfjährige Selle Français-Wallach Filao de Perle v. Upsilon, der mit seinem Besitzer Benjamin Massie für Frankreich im Einsatz ist. Er ist noch nie ein Championat gegangen, war aber vor genau einem Jahr Siebter des CCI5*-L in Pau und beendete dieses Jahr die Fünf-Sterne-Klassiker Badminton und Burghley auf den Plätzen neun und acht. Damit verschaffte er seinem Züchter Daniel Sorain einen Platz unter den Top fünf der weltbesten Vielseitigkeitszüchter.
Die weiteren Züchter unter den Top Ten
Ebenfalls für Frankreich ist das Pferd im Einsatz, das Jane Young zu Rang sechs im WBFSH Züchter Ranking Vielseitigkeit verholfen hat: die AES-Stute Zaragoza (v. Cevin Z), die unter Gaspard Maksud zuletzt unter anderem Siebte in Burghley 2025 und Badminton 2026 war und zudem Fünfte bei der WM in Aachen wurde.
Die irische Sportpferdezucht von John Connolly verbirgt sich hinter dem Kürzel TJM Equestrian, das auf Platz sieben des WBFSH Rankings steht dank dem zehn Jahre jungen Cooley Park Muze v. Pollux de Muze Z, der mit Gemma Stevens (GBR) dieses Jahr sechsmal in CCI4*-S- und -L-Prüfungen am Start war, und dabei zweimal siegreich und schlechtestenfalls Sechster war.
John Reid hat es dank des ebenfalls britisch registrierten Chicko auf Rang acht geschafft. Chicko ist ein 16-jähriger Sohn des Holsteiners Corea aus einer Mutter v. Limmerick-Wendepunkt, die zwar irisch registriert ist, aber nicht nur einen Holsteiner Vater hat, sondern auch einen Hannoveraner Mutterstamm. Chicko wird von Chinas Alex Hua Tian geritten und war mit ihm dieses Jahr unter anderem Zwölfter der WM in Aachen.
Andrew Hoys Evergreen Vassily de Lassos, 17-jähriger Anglo Araber-Wallach v. Jaguar Mail mit der Erfahrung von u.a. zwei Olympischen Spielen und Sechster der WM in Aachen, hat noch einmal dafür gesorgt, dass sich M. Jérôme Berges, Sonia Eyraud und Jean-Louis Beth als seine Züchter unter den Top Ten wiederfinden.
Last but not least kann sich mit Gary Doherty ein weiterer Züchter des irischen Sportpferdes über einen Platz unter den ersten zehn freuen. Er verdankt diesen Erfolg dem zwölfjährigen Tolan R-Sohn Cooley Nutcracker, der nach dem Unfall seiner Ausbilderin Liz Halliday von Boyd Martin weitergeritten wird und mit ihm letztes Jahr Dritter in Pau war und dieses Jahr Elfter in Kentucky. Außerdem beendeten sie die WM auf Rang 13.
Weitere erfolgreiche deutsche Züchter
Nicht mehr unter die Top Ten haben es die deutschen Züchter Ocke Riewerts, Dr. Hilmer Meyer-Kulenkampff und Volker Göttsche-Götze geschafft. Riewerts, bei dem Laura Colletts Holsteiner Landos-Sohn London zur Welt kam, ist Elfter. Meyer-Kulenkampff, der für den Hannoveraner Weltmeister Chipmunk v. Contendro von Michael Jung verantwortlich zeichnet, ist die Nummer 15. Volker Goettsche-Götze hatte vor zwei Jahren dem Holsteiner Diarado-Sohn JL Dublin von Tom McEwen sei Dank das Ranking noch angeführt, nun ist er die Nummer 20.
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