Ü80 Prozent-Sieg in der Grand Prix Kür von Ising für Jessica von Bredow-Werndl und Kismet
Aha-Erlebnisse für die Geschwister Werndl in der Kür von Ising
Jessica von Bredow-Werndl und Kismet, hier bei der DM in Balve.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Die auf Gut Ising war nicht die erste Grand Prix Kür, die Jessica von Bredow-Werndls Kismet in ihrem Leben gegangen ist, aber es war die erste, die sie gewonnen hat. 83,750 Prozent vergaben die Richter, von denen allerdings nur drei am nationalen Viereck saßen und nicht wie international üblich fünf. Zu sehen bekamen Richter und Zuschauer eine schöne Kür von Kismet.
Das Halten zu Anfang und Ende hätte die Ampere-Tochter sich zwar lieber gespart, aber dazwischen hatte sie viele wirklich schöne Momente, etwa die Traversalverschiebungen im Trab entlang der Mittellinie, der Schritt, vor allem der versammelte, und die Pirouette-Traversal-Sequenzen im Galopp. Auch in den Piaffen zeigte die Stute sich deutlich verbessert, machte willig mit, besonders in den Piaffe-Pirouetten. Die Zweierwechsel gelangen sicher, aber etwas schwankend, die Einer klappten im zweiten Anlauf.
„Man merkt, ihr seid ein gutes Team“, kommentierte Christoph Hess. Ein schöneres Kompliment hätte er Jessica von Bredow-Werndl wohl nicht machen können, denn das zu werden, daran arbeitet sie, seitdem sie die heute elfjährige Kismet 2024 von Charlotte Dujardin übernommen hat. Jessica von Bredow-Werndl sagte: „Ich bin total dankbar. Ja, gut, das erste Halten, da war sie ein bisschen ungeduldig. Wir hatten sie kurz zum Glück den Moment, wo sie wirklich gestanden hat, aber dann wollte sie los, was natürlich ein positives Zeichen ist.“ Dankbar ist sie aber vor allem für die Entwicklung der Stute in den letzten Wochen. „Ich glaube, wir sind jetzt voll auf dem richtigen Weg. Die Pause, die wir uns gegönnt haben, war genau richtig und ich glaube, jetzt kriegt sie wirklich die Kraft. Ich bin ganz viel zum Loslassen gekommen und jetzt fängt sie an, wirklich zu tragen und von da aus, ist es jetzt Finetuning die nächsten hoffentlich acht Jahre.“
Quick Decision auf Platz zwei
Championatsreiter Nummer zwei im Starterfeld der Kür war Benjamin Werndl mit seinem DM-Pferd Quick Decision. Die beiden begannen mit einer tollen, weil wirklich reell gesetzten, Last aufnehmenden, taktsicheren und aktiven Piaffe-Passage-Tour. Überhaupt hatte man den Eindruck, dass „Quicks“ gestern Abend auf Gut Ising richtig Lust auf Kür hatte. Er war voller Energie und Go, so dass der WM-Vierte von 2022 ihn über weite Teile der Prüfung sicher vor sich hatte und ihn in lehrbuchreifer Anlehnung präsentieren konnte. Nur die Einerwechsel wollten auch ihnen im ersten Anlauf nicht gelingen und im zweiten nur mit Spannung. Am Ende wurde es Rang zwei mit 80,040 Prozent.
Christoph Hess verwies auf die positive Körpersprache des Pferdes und Benni Werndl freute sich über das Lob. „Ich bin sehr zufrieden. Quick hat heute so gut piaffiert wie lange nicht mehr und das war mein Hauptziel.“ Was das Problem in den Einerwechseln angeht, erklärte er: „Da kam er ein bisschen hinter mich. Das war schon in den Pirouetten der Fall, aber da habe ich es noch retten können. Aber wenn du fehlerfrei reiten willst, solltest du nicht retten müssen, sondern dein Pferd immer vor dir haben“, analysierte er selbstkritisch. Dennoch, das war wieder der Quick Decision, der letztes Jahr in Frankfurt als eines der besten Nachwuchspferde Deutschlands gefeiert wurde und der sich gestern besonders in Piaffe und Passage in einer Weise zeigte, mit der er auch international vorne mitmischen kann.
Dressurpferdeprüfung Klasse S ebenfalls nach Aubenhausen
Vor der Grand Prix Kür hatte Jessica von Bredow-Werndl bereits die Dressurpferdeprüfung Klasse S für sich entschieden. Hier hatte sie ihren siebenjährigen Hannoveraner Secret-Sohn Singleton für 79,750 Prozent vorgestellt. Für die Grundqualität des Wallachs gaben die Richter bei E 87,2 Prozent, für die technische Ausführung der Aufgabe wurden es bei C 72,307 Prozent.
Das war exakt das Ergebnis, das Uta Härlein auch Victoria Nielsen und ihrem ebenfalls erst siebenjährigen bayerischen DSP-Wallach Blasius gab. Zusammen mit den 85,8 Prozent von den Kollegen bei E wurden es 79,050 Prozent für Nielsens Benicio-Sohn aus der Erfolgszucht von Franz Galneder, Platz zwei.
Benjamin Werndl und Embolo reihten sich mit 78,250 Prozent (83,3/72,692) an dritter Stelle ein, sie waren also sozusagen die Gewinner der technischen Prüfung.
Über Platz vier (75,010/80,4/69,615) konnte sich die Werndl-Schülerin Carla Süß mit Del Sogno freuen, einem Dante’s Junior-Sohn, der aus dem Stall Rothenberger nach Aubenhausen kam. Nicht nur Del Sogno hat über die Werndls ein neues Zuhause bei der Familie Süß gefunden, die 18-jährige Carla hat auch den dänischen Louisdor-Preis Qualifikanten Got It von Jessica von Bredow-Werndl übernommen.
Alle Ergebnisse aus Gut Ising finden Sie hier.